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Analoge Alternativen gefordert Bargeld verschwindet im ÖV: Jetzt greift der Bund ein

Ticketautomaten verschwinden, Bargeld wird immer seltener akzeptiert. Nun greift der Bund ein und macht klare Vorgaben.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, wie weit die Entwicklung gegangen ist: Im Basler Bahnhof testete die SBB einst einen Billettautomaten, wie es ihn damals noch nirgends auf der Welt gab. Man wählte das Fahrziel, der Fahrpreis wurde angezeigt – und durch Einwerfen von Münzen auf null reduziert.

Sechzig Jahre später sieht die Realität anders aus. Automaten nehmen kein Bargeld mehr an oder verschwinden ganz, vier von fünf Tickets werden heute digital gekauft. Für die meisten Reisenden ist das bequem. Doch gerade ältere Menschen ohne Smartphone fühlen sich zunehmend ausgeschlossen. Wie die «NZZ» berichtet, häufen sich deshalb beim Bundesamt für Verkehr (BAV) die Beschwerden.

Bund fordert analoge Alternativen

Das BAV reagiert mit klaren Vorgaben: In einem Schreiben an die ÖV-Branche hält die Behörde fest, dass analoge und anonyme Ticketkäufe weiterhin gewährleistet sein müssen. Konkret heisst es darin: «Das BAV erwartet, dass alle Transportunternehmen sicherstellen, dass für Personen, die das Ticket nicht digital lösen wollen oder können, Möglichkeiten zum Erwerb eines gültigen Tickets bestehen.»

Nahaufnahme eines Parkscheinautomaten mit Münzschlitz und Tastenfeld.
Legende: Analoges Zahlen bei den ÖV-Tickets soll auch in Zukunft möglich sein, so der Bund. Keystone/Christian Beutler

Andreas Windlinger, Sprecher des BAV, unterstreicht die Stossrichtung: «Diese Menschen sollen nicht abgehängt werden. Sie sind auch eine wichtige Klientel des öffentlichen Verkehrs, auch wenn es sich um eine Minderheit handelt.»

Branche verweist auf bestehende Alternativen

Die ÖV-Branche verteidigt ihren Digitalisierungskurs, zeigt sich aber bereit, die Bundesvorgaben umzusetzen. Die Branchenorganisation Alliance SwissPass verweist darauf, dass es bereits heute Alternativen für Menschen ohne Smartphone gebe.

Geschäftsführer Helmut Eichorn nennt konkrete Beispiele: «Dort bieten wir in gewissen Regionen die Möglichkeit an, per Telefon das Ticket auf einen SwissPass zu laden.»

Eine andere Option sei die im letzten Herbst lancierte Prepaid-Karte, welche auch hier eine weitere physische Lösung biete, auf den ÖV zugreifen zu können.

Die Vorgaben des Bundes sind verbindlich. Einig sind sich beide Seiten: Die Digitalisierung soll weitergehen – für Fahrgäste ohne Smartphone soll es aber Alternativen geben.

Tagesschau, 23.7.2026, 19:30 Uhr ; 

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