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Anti-Doping-Labor in Lausanne Wo Proben über Sportkarrieren entscheiden

Die Forschenden im Lausanner Dopinglabor liefern sich einen Wettlauf mit betrügenden Spitzensportlerinnen und -sportlern.

Ein Roboter verteilt eine Urinprobe auf winzige Fläschchen. Das kann der Anfang vom Ende einer Sportkarriere sein.

«Wir testen jede Probe auf 400 bis 500 verbotene Substanzen», sagt der zuständige Chemiker. Sein Name bleibt geheim – aus Sicherheitsgründen. Ist ein Resultat auffällig, wird es mit noch präziseren Methoden überprüft.

Urinprobe.
Legende: Das Ergebnis einer Urinprobe kann über Sein oder Nichtsein im Spitzensport entscheiden. Alain Ganguillet

30 von der Welt-Anti-Doping-Behörde (Wada) zertifizierte Labore gibt es weltweit. Dieses hier am Universitätsspital Lausanne ist das einzige in der Schweiz. Rund 20'000 Blut- und Urinproben aus 120 Ländern werden hier im Jahr überprüft. Zwischen ein und zwei Prozent sind positiv.

Blut als Doping

Doch längst nicht alle Formen von Doping lassen sich mit herkömmlichen Tests nachweisen. Beim Eigenblutdoping zum Beispiel kommen keine verbotenen Substanzen in den Körper. Die Athletinnen und Athleten lassen sich Blut entnehmen und spritzen es sich kurz vor dem Wettkampf wieder. Das steigert die Ausdauerleistung um bis zu 15 Prozent, sagen Fachleute. Die Wada hat das schon vor Jahren verboten. 2026 werden die Regeln weiter verschärft.

Doping hat viele Gesichter

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Schlagzeilen machte in der Vergangenheit oftmals Doping mit verbotenen Substanzen wie dem körpereigenen Hormon EPO, das insbesondere bei Ausdauersportarten Verbreitung fand. So wurde etwa der US-Radprofi Lance Armstrong als EPO-Sünder überführt.

Anabole Steroide wie Nandrolon dienen dagegen dem Kraftzuwachs. In der Leichtathletik gab es unter anderem bei Sprinterinnen und Sprintern prominente Missbrauchsfälle. Eine Leistungssteigerung lässt sich jedoch auch ohne die Einnahme von Medikamenten erreichen – so zum Beispiel durch das besagte Blutdoping.

«Um Eigenblutdoping nachzuweisen, braucht es den biologischen Athletenpass», sagt Tiia Kuranne. Die Finnin leitet das Lausanner Dopinglabor. Für den Pass wird für jeden Profisportler ab der ersten Dopingprobe ein persönliches Profil mit allen relevanten biologischen Daten erstellt. Jede neue Dopingprobe liefert weitere Informationen und ergänzt den biologischen Pass.

Athletinnen und Athleten können auch Jahre später noch disqualifiziert werden. Das hat eine starke abschreckende Wirkung.
Autor: Olivier Salamin Forscher am Universitätsspital Lausanne

«Diese biologische Geschichte jedes einzelnen Athleten, jeder einzelnen Athletin, ermöglicht es, abrupte Veränderungen wichtiger Werte festzustellen», sagt der Biomediziner Olivier Salamin, der im Lausanner Anti-Doping-Labor für den biologischen Pass zuständig ist.

Doping auch Jahre später nachweisbar

Auch Wachstumshormone oder das neu verbotene Einatmen von Kohlenmonoxid können mit der Betrachtung über einen längeren Zeitraum aufgedeckt werden. Allerdings sind die Resultate nie zu hundert Prozent eindeutig. «Wir weisen die Substanz nicht direkt nach, sondern erkennen Trends. Am Ende braucht es eine fachliche Interpretation», sagt Direktorin Kuranne.

Mitarbeitende im Anti-Doping-Labor.
Legende: Das Anti-Doping-Labor sorgt auch für ein Stück mehr Fairness im Spitzensport. Alain Ganguillet

Dafür habe der biologische Pass neben dem Nachweis moderner Dopingtechniken noch andere Vorteile, sagt Biomediziner Salamin. «Mit dem Pass kann man Doping auch rückwirkend feststellen. Athletinnen und Athleten können auch Jahre später noch disqualifiziert werden. Das hat eine starke abschreckende Wirkung.»

Halb Wissenschaft, halb Detektivarbeit

Der Laborroboter hat die Urinprobe inzwischen auf die winzigen Fläschchen verteilt. Die Analyse kann beginnen. Direktorin Kuranne, Biomediziner Salamin und auch der anonyme Chemiker sagen: Das Faszinierende hier sei die Mischung aus Wissenschaft und Detektivarbeit: «Wir sind halb Wissenschaftler, halb Sherlock Holmes.»

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Rendez-vous, 12.2.206, 12:30 Uhr; sten

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