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Appenzeller Silvesterchläuse Neuer Twist für alten Brauch mit Masken aus 3D-Drucker

Die Appenzeller Silvesterchläuse sind für aufwendige Kopfbedeckungen bekannt. Teile davon stammen aus dem 3D-Drucker.

Die Appenzeller Silvesterchläuse sind Touristenmagnet und gelebtes Brauchtum in einem. Am neuen und alten Silvester ziehen die Chlausengruppen, die sogenannten Schüppel, über die Hügel des Appenzellerlandes. Sie machen Halt bei den Höfen und wünschen ein gutes Neues Jahr.

Alter Silvester

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Verkleidung aus Tannenzweigen mit Glocken auf Wiese, weisses Tier obenauf.
Legende: Man unterscheidet zwischen «schöne Chläus», «schö-wüeschte Chläus» und «wüeschte Chläus». Die Wüsten tragen wild geschmückte Masken und Kopfbedeckungen. Keystone / Gian Ehrenzeller

Nach julianischem Kalender ist der letzte Tag des Jahres der 13. Januar. Seit der Kalenderreform von Papst Gregor 1582 endet das Jahr am 31. Dezember. Die protestantischen Ausserrhoder anerkannten diesen Papstbeschluss nicht. Der «Alte Silvester» mit den Chläusen ist noch heute Zeuge dieses Widerstands.
(Quelle: Brauchtumsmuseum Urnäsch)

Mit ihren bunten oder furchterregenden Kostümen sind sie ein Blickfang. Die aufwendigen Hauben und Masken sind altes Appenzeller Handwerk. Ihm hat sich auch Niklaus Frehner aus Urnäsch/AR verschrieben. Als Sattler verziert er unter anderem die typischen Appenzeller Gürtel.

Neue Masken sollen länger halten

Jeweils im Herbst macht sich Frehner an die Arbeit für die Chlausengruppen. Er produziert Masken und hosenträgerähnliche Gestelle, an denen Schellen befestigt werden. Ihre Träger sind die sogenannten «Rolliwiiber», die Frauencharaktere des Alten Silvesters.

Teilnehmer des Silvesterklaus mit kunstvoller Kopfbedeckung, schweizerisches Winterbrauchtum.
Legende: «Rolliwiiber» bereiten sich in den frühen Morgenstunden vor: Ihre Masken sind direkt an den Hauben befestigt. Keystone / Gaetan Bally

Bis vor ein paar Jahren wurden die Frauenmasken aus Leinenstoff und Wachs hergestellt. «Unter der Maske schwitzte man, sie wurde weich und verformte sich», erinnert sich Niklaus Frehner. Alle paar Jahre mussten die Masken in einem aufwendigen Prozedere ersetzt werden.

Vom Rohling zur fertigen Maske

Seit einigen Jahren stammen die Rohlinge aus dem 3D-Drucker. Sie werden von einer Firma in Appenzell Innerrhoden hergestellt. Danach beginnt die Arbeit von Sattler Frehner. Er grundiert die Masken mit einem Airbrush. Von Hand zeichnet er Augenbrauen, Wimpern und Mund.

Frauenmasken aus dem Drucker

Das Material aus dem Drucker ist poröser als die bisherigen Wachsmasken. Das Bemalen der unebenen Oberfläche nimmt viel Zeit in Anspruch. «E choge Geegelete (mühsame Kleinarbeit)», sagt Niklaus Frehner lachend. Bis die aktuelle Maskenform gefunden wurde, waren einige Prototypen nötig. Noch immer sei der Augenabstand nicht ganz optimal und die Sicht eingeschränkt.

Person in traditioneller Kleidung mit grossem Kopfschmuck im Schnee.
Legende: Haube eines «schönen Chlaus» mit Sennenszene. Die Figuren wurden zum Schutz gegen Schnee eingepackt. Keystone / Gian Ehrenzeller

Moderne Technik und archaische Tradition schliessen sich für den Ausserrhoder Larvenmacher nicht aus – im Gegenteil. Die Silvesterchläuse würden mit der Zeit gehen. Einige der aufwendigen Hauben, in denen oft Szenen aus dem bäuerlichen Leben dargestellt sind, stammen unterdessen ebenfalls aus dem 3D-Drucker. Oder sie werden am Computer gezeichnet und danach auf einer Maschine mit Wasserstrahl ausgeschnitten.

«Brauchtum darf sich weiterentwickeln», so Niklaus Frehner. Und so ziehen auch dieses Jahr am 13. Januar die unverkennbaren Silvesterchläuse von Hof zu Hof und lassen sich zum Dank Wein, Glühwein oder Most geben.

Regionaljournal Ostschweiz, 12.1.2026, 17:30 Uhr ; 

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