- Im Neuenburgersee haben Archäologinnen und Archäologen die Ladung eines längst gesunkenen Bootes aufgespürt und gehoben.
- Zu dieser Schiffsladung aus der Römerzeit gehören mehrere hundert Keramikgefässe, Werkzeuge und Waffen.
- Zuerst gesichtet wurde die Schiffsladung auf dem Grund des Neuenburgersees Ende 2024.
Die Fundstücke seien in einem ausgezeichneten Zustand, hiess es an einer Medienkonferenz des Kantons Neuenburg. Der Reichtum und die Vielfalt dieser archäologischen Fundstücke machten diesen Fund zu einem einzigartigen Ereignis über die Schweiz hinaus.
-
Bild 1 von 4. Die Ladung besteht aus mehreren hundert Keramikgefässen, die unversehrt auf dem Seegrund lagen. Bildquelle: (FONDATION OCTOPUS.
-
Bild 2 von 4. Es sind im Schweizer Mittelland hergestellte Schalen, Teller, Becher und Schüsseln. Bildquelle: (FONDATION OCTOPUS.
-
Bild 3 von 4. Aus Spanien importierte Olivenöl-Gefässe zeugen ihrerseits vom Warentransport über weite Strecken in der Römerzeit. Bildquelle: (FONDATION OCTOPUS.
-
Bild 4 von 4. Die Schiffsladung enthält zudem Geräte, Werkzeuge sowie Wagenräder, und auch sie sind in einem ausgezeichneten Erhaltungszustand. Bildquelle: (FONDATION OCTOPUS.
Als einzigartige Fundstücke in der Schweiz aus der Römerzeit zeugen diese Gegenstände von der Nutzung eines dualen Transportsystems, das Land- und Wasserwege miteinander verband, wie es hiess.
Auf Grund gegangen sein dürfte die Ladung gemäss den Einschätzungen der Experten im ersten Jahrhundert nach Christi Geburt. Das Vorhandensein von Waffen, in diesem Fall Schwerter, lässt zudem vermuten, dass das gesunkene Schiff ein ziviles Handelsschiff war, das von einer militärischen Eskorte begleitet wurde.
Restaurieren und schützen
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden im Archäologie-Museum Laténium in Hauterive NE am Neuenburgersee präsentiert. Um sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, müssen die einzelnen Objekte zunächst einem Prozess der Aufnahme und der konservatorisch-restauratorischen Behandlung unterzogen werden.
Obwohl sich die Fundstücke in einem ausgezeichneten Erhaltungszustand befinden, sind sie verschiedenen zerstörerischen Einflüssen ausgesetzt, wie der Erosion des Seegrundes oder den Ankern von Freizeitbooten. Auch vor Vandalismus und Plünderungen sind sie nicht gefeit. Die empfindlichsten Objekte seien bereits geborgen worden.