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«Arena» zur Energiepolitik Drohende Energiekrise: Aufgeladene Debatte um neue AKW

Der Iran-Krieg hat weltweit Auswirkungen auf die Energiepreise. Umstritten ist, wie die Schweiz darauf reagieren soll – und wie sie ihre Energieversorgung langfristig sicherstellen kann.

Zuletzt sind die Preise auf dem Ölmarkt aufgrund des Iran-Krieges angestiegen. Auch in der Schweiz sind die Auswirkungen davon spürbar.

Die Gäste in der Arena

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Diese Situation verdeutliche, welche Abhängigkeiten die Schweiz zum Ausland habe, sagt Marionna Schlatter, Vizepräsidentin der Grünen. «Wir wissen nicht was heute passiert oder was morgen passiert und diese Situation verunsichert natürlich auch die Märkte». Es sei jetzt an der Zeit, wieder über das Energiesparen zu sprechen, dort hätte man ein riesiges Potential. Noch sei die Situation für die Schweiz überschaubar, entgegnet FDP-Ständerat Thierry Burkart. Der Aargauer betont er mache sich grosse Sorgen über die Weltwirtschaftslage. Die Schweiz beziehe jedoch relativ wenig Öl aus der betroffenen Region. Aber: «Den Preiseffekt spüren natürlich auch wir.» Trotzdem brauche es momentan noch keine direkten Massnahmen.

Wir wissen nicht was heute passiert oder was morgen passiert und diese Situation verunsichert natürlich auch die Märkte.
Autor: Marionna Schlatter Vizepräsidentin Grüne

Verdrängen die Elektrofahrzeuge bald die Benzinbetriebenen?

GLP-Nationalrat Jürg Grossen sieht in der aktuellen Situation auch eine Chance. Der Berner möchte vor allem bei der Elektrifizierung einen Schritt weitergehen: «Ich glaube es gibt heute im gesamten Fahrzeugpark der Schweiz in fast jedem Segment eine gute elektrische Alternative.» Jetzt sei der Moment, um diese Umstellung schneller voranzutreiben». Auch mit der Elektrifizierung gebe es wieder Abhängigkeiten, wendet Thierry Burkart ein. Dem stimmt auch SVP-Nationalrat Michael Graber zu. Jeder grössere Krieg habe einen Einfluss auf die Energiepolitik. «Umso wichtiger ist es deshalb, dass wir diversifizieren und technologieoffen sind».

Zukunft der Energieversorgung erhitzt die Gemüter

Für Gesprächsstoff sorgt in der «Arena» auch das Thema Atomkraft. Der Bund möchte das Neubauverbot für Atomkraftwerke aufheben. Und das, obwohl sich das Stimmvolk erst 2017 für ein Verbot ausgesprochen hatte. Nun folgt der Ständerat dem indirekten Gegenvorschlag zur sogenannten «Blackout»-Initiative.

Die Rahmenbedingungen hätten sich geändert, erklärt Thierry Burkart. «Wir möchten offenlassen, dass auch Kernenergie theoretisch möglich ist». Das ist für Jürg Grossen der falsche Weg. Es sei auch ein Signal an die Bevölkerung, wenn man jetzt sage, man setze nicht mehr so stark auf die Erneuerbaren. Davor warnt auch Marionna Schlatter: «Ich bin der Ansicht, dass der Weg mit den Erneuerbaren funktioniert». Zudem würde der Bau von neuen Atomkraftwerken auch Risiken mit sich bringen. Michael Graber betont unterdessen, was die Schweiz ohne die Kernkraft verlieren würde. «Es geht einfach nicht, dass wir als innovatives Land ein Technologieverbot im Gesetz haben».

Arena, 27.03.2026, 22:25 Uhr

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