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Auswirkungen von KI Was für Berufseinsteiger im neuen Arbeitsmarkt wichtig ist

KI verdrängt Einstiegsjobs in der Schweiz. Experten raten jungen Menschen zu neuen Strategien.

Künstliche Intelligenz verändert den Schweizer Arbeitsmarkt. Eine neue Studie des Dienstleistungsunternehmens Jobcloud zeigt zum Beispiel: Es gibt weniger klassische Einstiegspositionen.

Seit dem Durchbruch der generativen KI sind sie in gewissen Bereichen um bis zu 32 Prozent zurückgegangen – vor allem in Büro‑ und Wissensberufen.

Person betrachtet einen Computermonitor mit digitalem Gesicht und Daten.
Legende: Was tun als Berufseinsteiger? Die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Maschine verändern auch den Wechsel von der Ausbildung in den Job. KEYSTONE/DPA/Matthias Bein

Das ist auch an Schweizer Unis ein Thema: «Die beschriebenen Entwicklungen decken sich sehr mit dem, was wir beobachten», schreibt Julia Michael von den Career Services der Universität Zürich.

Der Bildungsökonom Stefan Wolter von der Universität Bern bestätigt die Tendenz. Allerdings sei die Studienlage nicht eindeutig: Einige Untersuchungen führen den Rückgang von Einstiegsjobs auch darauf zurück, dass erfahrene Mitarbeitende im Homeoffice arbeiten und weniger Zeit für die Einarbeitung von Nachwuchs aufwenden.

«Ich glaube, beides stimmt: KI und Homeoffice überlagern sich», sagt Wolter. KI mache erfahrene Fachkräfte produktiver, sodass sie auch ohne Unterstützung durch Berufseinsteiger arbeiten können.

Die Verunsicherung unter jungen Menschen ist gross. Laut Jobcloud‑Studie machen sich über 40 Prozent der unter 25‑Jährigen Sorgen, durch KI an Bedeutung zu verlieren. Dafür hat sich sogar ein Begriff etabliert: «FOBO»–Fear of Becoming Obsolete.

Was tun als Berufseinsteiger? Hier ein paar Tipps von den Expertinnen:

  • Bei der Grundsatzentscheidung Studienwahl gibt es bereits Verschiebungen: «Es trifft gerade die mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer, die man bis vor Kurzem als Zukunftsfächer sah, da findet jetzt ein Bruch statt», so Wolter. Dort seien die Zahlen stagnierend oder gar rückläufig.
  • Sich auf seine Stärken besinnen: KI im Beruf macht die Besten noch besser und vor allem produktiver. Mittelmass sei nicht mehr gefragt, so Wolter. Deshalb müsse man sich fragen: «In welchem Fach kann ich ausgezeichnet sein und nicht einfach nur den Abschluss schaffen?» Komparative Fähigkeiten nennt das Wolter: Das, wo man besser ist als die meisten anderen. «Es braucht weiterhin brillante Informatiker, Mathematikerinnen und auch Sprachwissenschaftler», so.
  • Reinhängen im Studium: KI werde nicht das Fachwissen ersetzen, sagt Volkswirtschafts-Professor Stefan Wolter: «Wer fachlich am besten ist, wird weiterhin gefragt sein.» Er hofft, dass der KI-Strukturwandel im Arbeitsmarkt auch als Weckruf wirkt, sich anzustrengen.
  • Bleibt der Berufseinstieg aus, dann bleibt nur noch, «einen Teil seiner Kompetenzen zu retten», sagt Wolter. Viele erworbene Fähigkeiten sind nicht nur in einem Berufsfeld wertvoll. So gibt es auch Statistiken darüber, wie verwandt verschiedene Berufe im Hinblick auf Kompetenzen sind.
  • Julia Michael von der Uni Zürich empfiehlt zudem «alternative Wege», um Berufserfahrung zu sammeln und den Einstieg zu schaffen: Freiwilligenarbeit, eigene Projekte oder ein Start-up gründen: «Das lässt sich gut im CV verankern und zeigt Arbeitgebern konkret, wie jemand arbeitet», so Michael.
  • Es ist nie zu früh: Julia Michael empfiehlt ihren Studierenden zudem, bereits während des Studiums praktische Erfahrungen zu sammeln, etwa durch Projekte und Praktika.

Trotz Umbruch: Volkswirt Stefan Wolter sieht Parallelen zu früheren Strukturveränderungen, etwa Mitte der Neunziger Jahre: «Auch damals seien neue Jobs entstanden, die sich die Leute vorher gar nicht vorstellen konnten.»

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Heute Morgen, 24.06.2026, 9 Uhr; noes

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