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Badi-Knigge Miteinander statt gegeneinander – ein Leitfaden für die Badi

Wenn die Badis aus allen Nähten platzen, braucht es besondere Rücksicht: ein Leitfaden für ein schönes Miteinander.

Wenn die Temperaturen steigen, gibt es kaum etwas Schöneres als einen Sprung ins kühle Nass und danach eine Glace vom Badi-Kiosk. Damit der Badibesuch für alle zum Vergnügen wird, braucht es jedoch nicht nur Sonnenschutz und Badehose, sondern auch eine Portion Rücksichtnahme und Toleranz. Besonders an heissen Tagen, wenn die Badetücher schon fast übereinander statt nebeneinander liegen.

1. Sicherheit beim Turmspringen

Ein Backflip ist etwas Schönes, jedoch nur, wenn man nicht auf dem Kopf einer anderen Person landet. Das kann nicht nur schwere Verletzungen zur Folge haben, sondern auch als Tätlichkeit oder gar Körperverletzung geahndet werden. Dasselbe gilt auch beim Schwimmen. Gerade in vollen Badis muss man damit rechnen, dass die Bahnen doppelt bis dreifach belegt sind. Ein gelegentlicher Blick nach vorn empfiehlt sich.

Badiregeln vom Branchenverband

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  • Bevor man in das Wasser geht, sollte man sich abduschen. Dies hat hygienische Gründe, dient aber auch der Akklimatisierung.
  • Kleinkinder müssen beaufsichtigt werden.
  • Um Unfälle zu vermeiden, ist das Hineinspringen in die Badebecken von der Beckenseite aus nicht gestattet.
  • Bei Wasserrutschen muss man die entsprechenden Regeln beachten. Allgemein gilt jedoch: nicht in der Rutsche anhalten, nicht über den Rand klettern und den Wasserbereich am Ende der Rutsche schnell verlassen.
  • Kinder mit «Flügeli» oder ähnlichen Schwimmhilfen gehören nicht ins Tiefschwimmerbecken.
  • Vor dem Springen auf dem Sprungturm zuerst sicherstellen, dass niemand im Eintauchbereich ist.

2. Diese Kleidervorschriften gelten

Nacktbaden ist in den meisten Badis nicht erlaubt. Vereinzelt gibt es Bereiche, in denen man die Hüllen fallen lassen kann. Grundsätzlich wird jedoch das Tragen von «ordentlicher Badekleidung» verlangt. Dabei gelten für Frauen oft strengere Regeln als für Männer: Während Männer problemlos ohne Oberteil baden dürfen, ist das Oben-ohne-Baden für Frauen vielerorts untersagt.

3. Fotografieren und unangenehme Blicke

In Badis sieht man zwangsläufig viel nackte Haut. Somit ist besondere Rücksichtnahme gefordert. Unangenehme Blicke sowie Kommentare über den Körper werden schnell zur Belästigung. Auch Fotografieren kann schnell zu einer Verletzung der Privatsphäre führen. In vielen Freibädern ist das Fotografieren sogar ausdrücklich verboten. Denn wer ein Bild von seinem Kind auf der Rutsche machen will, hat bei einer vollen Badi zwangsläufig auch andere Badegäste vor der Linse.

4. Persönlichen Raum respektieren

Auf der Badewiese kann es an heissen Sommertagen schnell eng werden. Es gehört sich, den persönlichen Raum der Menschen nicht zu stören. Wenn also noch ein halber Quadratmeter zwischen den Tüchern frei ist, sollte man es sich zweimal überlegen, ob da wirklich noch genügend Platz für eine fünfköpfige Gruppe ist.

Menschen schwimmen und entspannen an einem See mit Sprungturm.
Legende: Jede Badi hat eigene Regeln. Ein Blick auf die lokalen Badiregeln empfiehlt sich. Keystone/URS FLÜELER

5. Sport zwischen den Tüchern

Zum Badeerlebnis gehört für viele auch eine Runde Fussball oder Frisbee. Andere dagegen wollen lieber in Ruhe relaxen oder etwas lesen. Wenn man dabei immer damit rechnen muss, von einem Ball an den Kopf getroffen zu werden, kann das stören. Bei einer vollen Badi sollte man es demnach in Erwägung ziehen, das Spiel dorthin zu verlagern, wo es genügend Platz hat.

6. Laute Musik und Gerüche

Was ebenfalls für Unmut sorgen kann, ist zu laute Musik. Deshalb empfiehlt es sich, Lautsprecher nur so laut einzustellen, dass die Musik innerhalb der eigenen Gruppe hörbar bleibt. Schliesslich teilt nicht jede Besucherin und nicht jeder Besucher denselben Musikgeschmack. Selbst wenn gerade der persönliche Lieblingssong läuft. Dieselbe Rücksichtnahme ist auch bei Gerüchen gefordert, die nicht jedem Geschmacksprofil entsprechen, beispielsweise beim Rauchen oder Vapen.

Jede Badi hat eigene Regeln

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Jede Badi darf ihre eigenen Regeln aufstellen. Es empfiehlt sich also, vor dem Besuch einen Blick auf die Regeln zu werfen. Diese sind meist ausgeschildert und können sich massgeblich von den Regeln der gewohnten Stammbadi unterscheiden.

Grundsätzlich kann man mit einer Portion Rücksichtnahme relativ einfach sicherstellen, dass alle Badegäste einen schönen Tag am Wasser verbringen können. Und ansonsten hilft ein bewährtes Mittel: Was einem stört, freundlich ansprechen und einen guten Kompromiss finden.

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SRF 4 News, 13.7.2026, 12:30 Uhr ; 

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