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Bahnausbau im Kanton Zürich Baustart für SBB-Milliardenprojekt zwischen Zürich und Winterthur

  • Mit dem Ausbau der Bahnstrecke zwischen Zürich und Winterthur startet eines der grössten Infrastrukturprojekte der Schweiz.
  • Herzstück ist der rund neun Kilometer lange Brüttenertunnel, der einen Engpass im Schweizer Bahnnetz entschärfen soll.
  • Mit dem Spatenstich in Bassersdorf haben Bund, Kanton Zürich und die SBB am Donnerstag den offiziellen Baustart markiert.
  • Der Bund investiert rund 3.3 Milliarden Franken in das Projekt.

Die Bahnstrecke Zürich–Winterthur gehört zu den meistbefahrenen der Schweiz. Täglich verkehren hier 670 Züge und rund 120’000 Reisende. Die Strecke ist chronisch überlastet.

Um das Nadelöhr zu beseitigen, baut die SBB die Strecke massiv aus: Dazu gehören die Erweiterung auf vier Spuren, der Brüttenertunnel sowie der Ausbau zahlreicher Bahnhöfe und Velowege. In Zukunft sollen so bis zu 30 Prozent mehr Züge verkehren können.

Die Gästeliste am Spatenstich machte deutlich, welchen Stellenwert das Projekt hat: Bundesrat Albert Rösti sprach von einem «sehr grossen und wichtigen Projekt», das den Bahnausbau weiter vorantreibe.

Baudirektor Martin Neukom bezeichnete den Ausbau als «Bypass am ÖV‑Herzen der Schweiz». Die steigende Nachfrage könne so langfristig bewältigt werden. Auch die SBB betonten die Dimension des Vorhabens: Es handle sich um ein «Projekt der Superlative» und die aktuell grösste Baustelle der Schweiz, sagte CEO Vincent Ducrot. Er nannte eine eindrückliche Zahl: «Jeder Tag der Bauarbeiten kostet etwa eine Million Franken.»

Trotz Milliarden vom Bund: Zürich fordert mehr

Während am Spatenstich Einigkeit herrschte, regt sich auf politischer Ebene auch Kritik. Das Geld, das der Bund für das Projekt zur Verfügung stelle, reiche nicht, sagt die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh in einem aktuellen Interview mit CH Media. Bei den Gesamtkosten von 3.3 Milliarden Franken seien Kosten für Infrastrukturprojekte rund um das Projekt nicht einberechnet. Beispielsweise für die Verlängerung von Perrons an den Bahnhöfen.

Bundesrat Albert Rösti zeigte sich angesichts der Kritik aus Zürich erstaunt. Immerhin wolle der Bund in den nächsten 15 Jahren neun Milliarden Franken in die Zürcher ÖV-Infrastruktur investieren. «Das ist so viel wie in keinem anderen Kanton.» Das letzte Wort sei auch noch nicht gesprochen.

Drei Männer in Anzügen stehen vor einem grossen Plakat mit einer Landschaft und Eisenbahnschienen.
Legende: Fröhliche Mienen am Spatenstich: Baudirektor Martin Neukom, Bundesrat Albert Rösti und SBB-Chef Vincent Ducrot sparten nicht mit Superlativen. Keystone/Walter Bieri

Erste Auswirkungen schon ab 2026

Unabhängig von weiteren finanziellen Diskussionen werden die Bauarbeiten jetzt aufgenommen. Bis die Fahrgäste voll profitieren, wird es allerdings noch einige Jahre dauern. Die Bauarbeiten ziehen sich über rund zehn Jahre hin.

Die Inbetriebnahme des Brüttenertunnels ist derzeit für 2037 geplant. Schon früher werden einzelne Teilprojekte fertig. Bereits ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2026 müssen sich Reisende auf erste Änderungen im S‑Bahn-Angebot einstellen.

Luftaufnahme eines Feldes mit einem unbefestigten Weg und Maschinen.
Legende: Der Spatenstich fand in Bassersdorf statt, dem Hauptinstallationsplatz für den Bau des Brüttenertunnels, dem Herzstück des Projekts. Keystone/Andreas Becker

Baustelle bringt Belastung für Anwohnende

Die lange Bauzeit wird auch spürbare Folgen haben. Die SBB rechnet mit Lärm, Staub und Nachtarbeiten, insbesondere in Wohngebieten entlang der Strecke. Der Bahnbetrieb soll zwar weitgehend aufrechterhalten bleiben, Einschränkungen lassen sich aber nicht vermeiden.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 2.7.2026, 12.03 Uhr ; 

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