Eine Stufe zur Ladentür oder eine kleine Schwelle kann den Zugang für Menschen im Rollstuhl, mit Rollator oder Kinderwagen schon schwierig bis unmöglich machen. Nicht alle Eingänge können aber ohne weiteres hindernisfrei umgebaut werden. Abhilfe schaffen mobile Rampen, wie sie nun in der Stadt Olten zum Einsatz kommen.
Zehn Geschäfte verfügen neu über Klapprampen. Wer Probleme beim Zugang in den Laden hat, kann die im Schaufenster angegebene Telefonnummer anrufen. Jemand aus dem Geschäft bringt dann die mobile Rampe nach draussen und stellt sie mit wenigen Handgriffen auf. Beteiligt an der Aktion sind unter anderem der Verein Selbstvertretung Kanton Solothurn und die örtliche Wirtschaftsförderung.
Ohne Sportlichkeit geht's nicht
«Viele Geschäfte oder öffentliche Bauten wie Hallenbäder, Museen oder Kinos sind leider auch im 21. Jahrhundert noch nicht barrierefrei», sagt Initiatorin Linda Halter vom Verein. Die Rampen würden ihr als Rollstuhlfahrerin helfen, die beste Lösung seien sie aber auch nicht.
Halter hat die Rampen getestet. «Es braucht ziemlich viel Kraft. Es kommt darauf an, wie steil die Rampe ist – und das hängt von der Höhe des Absatzes vor dem Geschäft ab.» Sie sei sportlich, habe aber je nach Steigung trotzdem Mühe, die Rampe hinaufzufahren.
Nicht alle Eingänge seien mit der Klapprampe überwindbar, räumt auch der Oltner Citymanager Benjamin Pipa ein. Einige mit Treppen könne man nicht barrierefrei machen. Eine oder zwei Stufen zu überwinden sei aber möglich.
Es fehlt an der Nachfrage
Die Idee der mobilen Rampen ist nicht neu. Vor einigen Jahren wurde eine ähnliche Aktion in der Stadt Zürich durchgeführt. «Zukunft Inklusion» schrieb damals, die Resonanz der Gewerbebetriebe habe sich in Grenzen gehalten.
In der Stadt Solothurn gibt es die Aktion «SO klappt's!» seit 2021. Ladengeschäfte, Sehenswürdigkeiten und öffentliche Gebäude sollten barrierefrei werden. Eine Karte listet alle zugänglichen Lokalitäten auf. Einige verfügen ebenfalls über eine Klapprampe, die telefonisch bestellt werden kann.
Unterdessen hätten 20 Orte eine solche Rampe, sagt Charlie Schmid, Geschäftsführer der Stadt- und Gewerbevereinigung. Jeder Laden, bei dem eine Klapprampe zum Einsatz kommen kann, sei nun damit ausgerüstet. Die Nachfrage sei aber noch nicht so gross wie erhofft. Leute im Rollstuhl oder mit Rollator müssten danach fragen.
Ein Hindernisgrund sei wahrscheinlich, dass man auch für die Rampe um Hilfe bitten müsse. Diese Hürde möchten einige nicht überwinden – weil sie keine fremde Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Das Angebot soll deshalb bekannter gemacht werden.
Auch Linda Halter findet, in Solothurn liege es jetzt an den potenziellen Nutzerinnen und Nutzern. «Wir müssen uns selbst an der Nase nehmen und die Rampen weiterempfehlen.» Damit verschwinde auch die Hemmschwelle der Gewerbler.
Bedienung open air
Auch in Olten sei es mit den ersten Rampen noch nicht getan, meint Citymanager Benjamin Pipa. Nicht nur in der Innenstadt, sondern in der gesamten Stadt sollen möglichst viele Läden oder Restaurants barrierefrei zugänglich werden. Falls dies bei einem Geschäft nicht möglich ist, könnten dort Kundinnen und Kunden allenfalls draussen bedient werden.