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Kein Bänkli, viele Stufen Mit Rollstuhl oder an Stöcken durch Zürich finden

Mit einem Online-Tool können sich Menschen mit einer Gehbehinderung die beste Route durch die Stadt erstellen lassen. Ein Pilotprojekt für die Innenstadt wird ausgeweitet.

Für Menschen, die nicht gut zu Fuss sind, für Menschen im Rollstuhl, mit Rollator oder Kinderwagen, ist der Weg durch die Stadt Zürich beschwerlich. Treppen, Hügel, Randsteine, enge Trottoirs: Es sind der Hürden viele. Um diese Hürden abzubauen, bietet die Stadt Zürich auf ihrer Website Routen für Beeinträchtigte. Dort können sie ihre Route entsprechend den Bedürfnissen planen.

Menschen mit Behinderung machen beim Pilotprojekt mit

Das Pilotprojekt im Kreis 1 wurde 2023 gestartet. Dort haben Menschen mitgemacht, die gezeigt haben, wo sie Probleme im Alltag haben und wo sie sich in der Stadt Zürich zu wenig frei bewegen können. Diese Punkte wurden identifiziert, die Daten von Anfang an digital erfasst, damit sie später besser ausgewertet werden konnten.

Eine Person im Rollstuhl wird von zwei anderen auf einer gepflasterten Strasse begleitet.
Legende: Schon mit Hilfe ist es schwierig, im Rollstuhl einen Randstein zu erklimmen. Wie ist es denn ohne Unterstützung? Das muss trainiert werden. Keystone / Gaetan Bally

Es sei spannend gewesen zu sehen, dass es sehr unterschiedliche Bedürfnisse gebe, sagt Jürg Lüthy, Direktor Geomatik und Vermessung in der Stadt Zürich.

Andere Bedürfnisse, andere Wege

Eine Mutter, die mit einem Zwillingswagen unterwegs ist, hat ganz andere Bedürfnisse, als ein älterer Mann am Stock. Der ältere Mann ist beim Aufstieg froh um eine Sitzbank, auf der er sich etwas erholen kann, oder einen Brunnen, bei dem er etwas trinken kann. Die Treppen mag er aber noch bewältigen. Für eine Frau im Rollstuhl sind allerdings bereits zwei Treppentritte eine grosse Hürde.

Person in schwarzer Jacke und Hut mit Stock und Tasche auf Kopfsteinpflaster.
Legende: Vielleicht wäre der Mann am Stock froh um eine Sitzgelegenheit. Die Bedürfnisse in der Stadt sind sehr unterschiedlich. Keystone / Gaetan Bally

Oder aber das Trottoir ist quer geneigt, was für Menschen im Rollstuhl sehr mühsam ist. «Die Bedürfnisse sind je nach Einschränkung extrem verschieden, das hat sich bei dieser Auswertung gezeigt», so Jürg Lüthy weiter.

Stadtkarte mit roten Markierungen verteilt über ein Gebiet mit Flüssen und Strassen.
Legende: All diese roten Punkte markieren Hindernisse in der Stadt Zürich, die teilweise nur schwer zu überwinden sind. ZuriACT

Eine blinde Person ist froh um eine Kante beim Gehsteig beim Zebrastreifen. Sie kann sich mit dem Stock daran orientieren. Für eine Person im Rollstuhl hingegen kann genau diese Kante ein Hindernis sein.

Mit Putzmaschinen zu besseren Daten

Die Idee ist, dass es später eine App gibt, die die unterschiedlichen Bedürfnisse filtern kann. So können sie den für sich besten Weg durch die Stadt Zürich finden. Die interaktive Karte kann schon jetzt für die Strecke von A nach B einen anderen Weg empfehlen, je nach Bedürfnissen der betreffenden Person.

Jürg Lüthy von Geomatik und Vermessung Stadt Zürich ergänzt, dass es eine sehr nutzerspezifische Führung durch den Strassenraum sei.

Auto fährt über gelbe Zebrastreifen und Strassenbahnschienen.
Legende: Taktile Markierungen sind wichtig für Blinde. Je nach Art der Mobilität sieht eine Strecke von A nach B ganz anders aus. Keystone / Gaetan Bally

Bis jetzt gibt es diese Karten in einem Pilotprojekt, Zuriact heisst es. In Zukunft sollen die verschiedenen Hinweise flächendeckend für die ganze Stadt zur Verfügung stehen. Denn nicht nur die Innenstadt sei für eine Person mit einer Mobilitätseinschränkung wichtig, sondern auch der Weg dorthin oder der Arbeitsweg.

Pilotprojekt wird ausgeweitet

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Zuriact gibt es seit 2023. Die Onlinekarte ist öffentlich zugänglich, gratis und erfasst die Innenstadt, den Kreis 1. Die Stadt Zürich hat diese Karten zusammengestellt, mit Hilfe von Betroffenen. Allein in der Innenstadt kamen fast 10'000 sogenannte Datenpunkte zusammen und wurden in der Karte hinterlegt. Das Projekt wurde 2024 mit dem Smart-City-Award ausgezeichnet. Die Datenbank soll regelmässig mit Daten über die Zugänglichkeit von Gehwegen aktualisiert werden.

Nun wird das Projekt unter dem Namen Zureach weitergeführt. Es wird von den Hochschulen finanziert. Erfasst werden dann nicht nur Google Maps, sondern auch die eigenen Bilder der Stadt oder Daten der amtlichen Vermessung. Anfang 2028 sollen erste Daten publiziert werden.

Um zu noch besseren Daten zu kommen, sollen auf die Putzmaschinen der Stadt Zürich Kameras montiert werden. Diese fotografieren den Strassenraum, was dann ausgewertet wird.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 7.7.2026, 6:31 Uhr ; 

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