Zum ersten Mal legt ein Kanton eine übergeordnete Standortanalyse vor zu einem Thema, welches die Schweiz seit Längerem beschäftigt: Frühfranzösisch. Die Baselbieter Bildungsdirektion hat dafür über 300 Publikationen sowie mehrere bereits bestehende Studien untersucht und zusammengefasst. Die Studie umfasst 130 Seiten.
«Unser Bericht beleuchtet das Thema Sprachunterricht aus verschiedenen Perspektiven», sagt Studienautorin Karin Büchel – nämlich aus der Sicht von Jugendlichen, Lehrpersonen, Schulleitungen und -räten.
Empfehlungen, beispielsweise, ob die Schulen mit dem umstrittenen Frühfranzösisch weitermachen sollen, gibt die Studie nicht. Das sei auch nicht die Aufgabe gewesen, so Büchel. Vielmehr habe man wissenschaftliche Grundlagen liefern müssen. «Jetzt liegt eine umfassende, fundierte Datengrundlage vor, aufgrund deren die Politik einen sachorientierten Diskurs führen kann.»
Startzeitpunkt nicht «matchentscheidend»
Erkenntnisse liefert die Studie allerdings auch ohne Handlungsanweisung, sagt Rebekka Gysel, die Sprecherin der Baselbieter Bildungsdirektion. «Eine zentrale Erkenntnis ist, dass der Startzeitpunkt des Sprachunterrichts alleine nicht matchentscheidend ist.»
Sprich: Ob der Französischunterricht bereits in der 3. Primarklasse startet oder erst später, macht alleine keinen grossen Unterschied. Viel wichtiger ist die Qualität des Unterrichts.
Die Erkenntnisse der Studie seien zwar nicht überraschend, so Gysel weiter. «Es ist aber wichtig, dass wir das auf einer wissenschaftlichen Grundlage ansehen können.» Daraus ableitend könnten Politik und Verwaltung nun entscheiden, wie es mit dem Fremdsprachenunterricht an den Schulen weitergehen solle.