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Baselland Studie zu Frühfranzösisch: keine klaren Empfehlungen

Mit Baselland hat erstmals ein Kanton eine übergeordnete Studie anfertigen lassen. Sie soll als Diskussionsgrundlage dienen.

Zum ersten Mal legt ein Kanton eine übergeordnete Standortanalyse vor zu einem Thema, welches die Schweiz seit Längerem beschäftigt: Frühfranzösisch. Die Baselbieter Bildungsdirektion hat dafür über 300 Publikationen sowie mehrere bereits bestehende Studien untersucht und zusammengefasst. Die Studie umfasst 130 Seiten.

«Unser Bericht beleuchtet das Thema Sprachunterricht aus verschiedenen Perspektiven», sagt Studienautorin Karin Büchel – nämlich aus der Sicht von Jugendlichen, Lehrpersonen, Schulleitungen und -räten.

Person schreibt in ein Übungsbuch auf einem Schreibtisch.
Legende: Wer bereits in der Primarschule Französisch büffelt, kann die Sprache deswegen nicht zwingend besser als jene, die erst später damit beginnen. KEYSTONE/Gaetan Bally

Empfehlungen, beispielsweise, ob die Schulen mit dem umstrittenen Frühfranzösisch weitermachen sollen, gibt die Studie nicht. Das sei auch nicht die Aufgabe gewesen, so Büchel. Vielmehr habe man wissenschaftliche Grundlagen liefern müssen. «Jetzt liegt eine umfassende, fundierte Datengrundlage vor, aufgrund deren die Politik einen sachorientierten Diskurs führen kann.»

Startzeitpunkt nicht «matchentscheidend»

Erkenntnisse liefert die Studie allerdings auch ohne Handlungsanweisung, sagt Rebekka Gysel, die Sprecherin der Baselbieter Bildungsdirektion. «Eine zentrale Erkenntnis ist, dass der Startzeitpunkt des Sprachunterrichts alleine nicht matchentscheidend ist.»

Sprich: Ob der Französischunterricht bereits in der 3. Primarklasse startet oder erst später, macht alleine keinen grossen Unterschied. Viel wichtiger ist die Qualität des Unterrichts.

Lehrkräfte sind sich nicht einig

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51 Prozent der befragten Lehrpersonen in Basel-Stadt wollen den Französischunterricht ab der 3. Primarklasse beibehalten. Im Baselbiet und Solothurn sind jedoch nur 43.2 Prozent beziehungsweise 42.9 Prozent dafür.

Allerdings schneidet der Vorschlag eines späteren Französischbeginns in allen drei Kantonen deutlich schlechter ab, wie die «Standortbestimmung Sprachenkonzept» im Auftrag des Basler Erziehungsdepartements zeigt.

So möchten nur zwischen 1 und 3 Prozent in der 4. Klasse damit beginnen. Zwischen 17 und 25 Prozent befürworten in den drei Kantonen einen Start ab der ersten Sekundarklasse, wie es im Bericht heisst.

70 Prozent der Französischlehrpersonen schätzen die Kompetenzen ihrer Schülerinnen und Schüler beim Übertritt in die Sekundarstufe als unzureichend ein.

Die Untersuchung ist auch in die Baselbieter Studie eingeflossen.

Die Erkenntnisse der Studie seien zwar nicht überraschend, so Gysel weiter. «Es ist aber wichtig, dass wir das auf einer wissenschaftlichen Grundlage ansehen können.» Daraus ableitend könnten Politik und Verwaltung nun entscheiden, wie es mit dem Fremdsprachenunterricht an den Schulen weitergehen solle.

Regionaljournal Basel, 29.5.2026, 17:30 Uhr ; 

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