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Basler Fasnachts-Cliquenkeller Verständnis und Kritik für strenge Regeln nach Crans-Montana

Für sichere Fluchtwege dürfen in die meisten Keller nur noch 50 Personen. Das kostet Gäste Wartezeit und Cliquen Umsatz.

Die Brandkatastrophe von Crans-Montana warf landesweit Fragen auf zur Sicherheit in engen Veranstaltungslokalen. An der Basler Fasnacht stehen jetzt die bewirteten Cliquenkeller im Fokus. Für viele sind diese mit ihrer Ambiance ein Highlight der «drey scheenschte Dääg», nicht nur wegen dort auftretender Schnitzelbänke.

Keller der «Primidoofe»-Clique in Basel
Legende: Im Keller der «Primidoofe»-Clique hat die Gäste-Limite heuer eine ungewohnte Bewegungsfreiheit gebracht. SRF/Michael Müller

Alle über 70 Cliquenkeller wurden kurzfristig baulich überprüft; nur wenige konnten Auflagen nicht erfüllen und bleiben deshalb geschlossen. Knackpunkt ist jetzt die Beschränkung der zulässigen Personenzahl je nach Keller – die gab es eigentlich schon lange, doch nun wurde angekündigt, dass sie auch durchgesetzt werde.

Wir mussten in keinem einzigen Keller zu viele Personen feststellen.
Autor: Veronika Röthlisberger Direktorin der baselstädtischen Gebäudeversicherung

Mit den ersten Stichproben zufrieden ist die Direktorin der kantonalen Gebäudeversicherung, Veronika Röthlisberger: «Die Bilanz ist durchwegs positiv bei den 20 besuchten Kellern. Wir mussten in keinem einzigen Keller zu viele Personen feststellen.» Auch sonst habe vieles geklappt; nur vereinzelt seien Fluchtwege versperrt gewesen, doch das sei sofort behoben worden.

Warteschlange vor dem Keller der «Dupf-Club»-Clique
Legende: Schlangestehen vor dem «Dupf-Club»-Keller – hier war zeitweise mehr als eine halbe Stunde Geduld gefragt. Milde Temperaturen erleichterten das Warten. SRF/Michael Müller

Kleinere Kapazitäten in den Lokalen bedeuten längere Wartezeiten. Gelassen nimmt das ein Paar, das eine halbe Stunde ansteht in der Martinsgasse. Ein anderer dort sagt: «Absolut kein Problem. Wir haben ein gutes Gespräch – und ein Bier in der Hand. Daher alles easy.» In einer anderen Warteschlange klingt es kritischer: «Es ist ein wenig nervig, keine angenehme Situation.»

Verständnis und Bedauern

In der Sache gibt es Verständnis, wie eine Frau sagt: «Ich finde das gut. Wenn man da zumindest sicher drinsitzen kann, ist mir auch wohler.»

Ein Teil der Fasnacht ist kaputtgegangen.
Besucherin eines Cliquenkellers

Dass teils die Dekoration angepasst und Requisiten entfernt werden mussten, fällt indes auf: «Die halben Bilder fehlen jetzt. Das merkt man», sagt ein Stammgast im «Dupf-Club»-Cliquenkeller im Pfeffergässlein. «Mir fehlt das Traditionelle. Ein Teil der Fasnacht ist kaputtgegangen», bedauert eine Frau.

Schild mit der 50-Gäste-Limite an einer Keller-Eingangstüre
Legende: Der Kanton liess die Gäste-Limite an die Eingangstüren hängen: Maximal 50 Personen dürfen in diesen Keller im engen Pfeffergässlein beim Marktplatz. SRF/Michael Müller

So haben manche Keller-Gäste Zweifel an der Notwendigkeit, die Schraube nach der Katastrophe von Crans-Montana anzuziehen: «In den letzten 50 Jahren ist nichts passiert», sagt einer. Feuerwerk spielt an der Basler Fasnacht keine Rolle.

Mehr Ellbogenfreiheit, weniger Einnahmen

Viele Keller dürfen nun nur noch 50 Personen gleichzeitig betreten, auch jener der «Primidoofe». Einen Türsteher hat diese Clique schon seit über zehn Jahren.

Die Leute haben viel Verständnis für die Situation und dafür, dass wir zum Rechten schauen.
Autor: Thomas Schubert Obmann der «Primidoofe»-Clique

Früher habe dieser viele Diskussionen ausgelöst, sagt Obmann Thomas Schubert. «Das ist jetzt ins Positive hinübergeschwappt. Die Leute haben viel Verständnis für die Situation und dafür, dass wir zum Rechten schauen.»

Weniger positiv wirkt sich das strengere Regime auf die Cliquenkasse aus, bedeuten doch weniger Gäste auch weniger Umsatz. Schubert beziffert die Einbusse auf 10 bis 15 Prozent.

Trommel und Larve neben Feuerlöscher
Legende: Die Cliquen müssen nicht nur ihre Gäste abzählen, sondern auch darauf achten, dass diese nicht die Fluchtwege mit ihrem Material verstellen. Keystone/Urs Flüeler

Anders ist die Stimmung bei der «Alti Richtig» alias Ari-Clique: Deren Keller an der Bäumleingasse ist mit historischen Laternen-Leinwänden so flächendeckend dekoriert, dass eine brandschutzkompatible Anpassung nicht drinlag.

Dieses prächtige Lokal, das jedes Jahr Tausende Gäste anlockte, ist jetzt geschlossen. Wirt Beat Buser klagt, dass der Keller zum Unesco-Weltkulturerbe Basler Fasnacht gehöre. «Dass man das der Öffentlichkeit nicht zeigen darf, ist eigentlich schlimm.»

Der prächtig dekorierte Keller der Clique «Alti Richtig»
Legende: Nicht mehr sicher genug für eine Fasnachtsbeiz: der legendäre Ari-Keller bleibt heuer geschlossen. SRF/Michael Müller

Mit dem Keller fehlen 74 Sitzplätze. Er habe alle Reservationen dafür absagen müssen, sagt Buser. Stattdessen sitzen Gäste jetzt im überdachten kleinen Hof. Wie die Rechnung so aussieht, sei abzuwarten.

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Regionaljournal Basel Baselland, 24.2.2026, 17:30 Uhr ; 

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