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Beliebter Freiraum Parkhaus oder YB-Trainingsplätze: Berner Allmenden unter Druck

Auf den Berner Allmenden prallen verschiedene Nutzungen aufeinander. Die Stadt will die beiden Gebiete nun neu gestalten – und fragt auch Kinder nach ihrer Meinung.

Amelia (8) kniet neben einer Kiste Lego und baut ein farbiges Haus. «Das ist mein Wunsch für die Berner Allmenden: ein Kletterhaus mit Rutsche.» Am Tisch nebenan sitzt Santiago (9) und zeichnet rechteckige Felder auf ein Blatt Papier. «Das sind Baseball- und Fussballfelder, die gibt es schon. Aber ein Swimmingpool wäre noch toll», sagt er mit einem Lachen im Gesicht.

Amelia und Santiago nehmen an einem Mitwirkungsnachmittag der Stadt Bern teil. Er richtet sich an Kinder zwischen sechs und dreizehn Jahren. Die Stadt möchte von den Kindern wissen, wie sie die Berner Allmenden heute nutzen und was sie sich für die zukünftige Gestaltung des Gebiets wünschen.

Urbane Allmenden: Vom Weideland zum Sport- und Freizeitort

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Grosse Rasenfläche, eine Frau joggt im Vordergrund, eine Spaziergängerin und Fussballtore
Legende: Keystone/Anthony Anex

Allmenden waren früher zur Versorgung der Schweizer Bevölkerung wichtig. Die Flächen bestanden in der Regel aus Weiden, Wald oder Ödland, das kollektiv bewirtschaftet wurde.

Heute sind Allmenden oft die wenigen Flächen in Stadtnähe, die nicht oder nur teilweise überbaut sind. «Heute geht es nicht mehr um eine Versorgung an Nahrungsmitteln, sondern um Freizeit und Erholung», sagt Daniel Baur, Dozent für Landschaftsarchitektur an der Berner Fachhochschule.

In Bern wurde die ursprüngliche Fläche im Zuge des Autobahnbaus in den 1970er-Jahren in die Grosse und die Kleine Allmend unterteilt. Im Zusammenhang mit dem Autobahnausbau beim Wankdorf gibt es Pläne, die beiden Allmenden wieder besser miteinander zu verbinden.

Der Freiraum im Nordosten der Stadt ist beliebt: Hier trainiert der Fussballclub neben dem Rugbyteam, der Spaziergänger mit Hund kreuzt die Gleitschirmpilotin und während die Mitglieder des Hornusservereins ihre Abschläge üben, sausen Kinder mit ihren Velos über den Pumptrack.

Doch die Berner Allmenden stehen unter Druck. Der Fussballclub Young Boys wünscht schon länger zusätzliche Trainingsplätze auf der Grossen Allmend. Die Pläne zur Umgestaltung des Autobahnanschlusses Wankdorf sehen vor, einen Teil des Wäldchens auf dem Allmendhügel zu roden. Und die Investorin des Wankdorf Center, die Bank UBS, schlägt vor, unter der Grossen Allmend ein unterirdisches Parkhaus zu bauen.

Breite Mitwirkung – mit offenem Ausgang

Die Berner Stadtregierung macht nun eine Auslegeordnung. Sie will von Vereinen, Quartierorganisationen und der breiten Bevölkerung wissen, wie sie sich die Zukunft der grossen Freifläche vorstellen. «Wir haben die Chance, die verschiedenen Bedürfnisse anzuschauen und einen Kompromiss auszuhandeln», sagt Noémie Augustin, die bei Stadtgrün Bern für die Neuordnung der Allmenden zuständig ist.

Man muss ehrlich genug sein und sagen, dass nicht alle Interessen zu hundert Prozent miteinander vereinbar sind.
Autor: Noémie Augustin Projektleiterin Stadtgrün Bern Neuordnung Allmenden

«Das ist herausfordernd», sagt Noémie Augustin. Man müsse ehrlich genug sein und sagen, dass nicht alle Interessen zu hundert Prozent miteinander vereinbar sind. «Aber es gibt Bedürfnisse, die sind besser miteinander zu vereinen, als ursprünglich gedacht.»

Doch keine exklusiven Felder für YB?

Als Beispiel nennt sie den Wunsch des Fussballclubs YB nach zusätzlichen Kunstrasenplätzen. «Am Anfang sind wir davon ausgegangen, dass die Trainingsplätze exklusiv sein müssen.» Nach Gesprächen mit dem Club und der Bevölkerung wisse man, dass die Trainingsplätze auch von Amateurvereinen genutzt werden können.

Fest steht: Der Druck auf die Allmenden ist gross. Nicht nur in Bern, sondern in der ganzen Schweiz. Als Freifläche seien Allmenden unbezahlbar, sagt Daniel Baur, Dozent für Landschaftsarchitektur an der Berner Fachhochschule. «Allmenden erlauben uns, dass wir Städte verdichten können – und sie sind ein Raum für Begegnungen.»

Allmenden gehören allen. Das heisst auch, die Nutzung muss verhandelt werden.
Autor: Daniel Baur Landschaftsarchitekt und Stadtplaner, Dozent an der BFH

Was aber tun, wenn sich auf der Fläche, die eigentlich für die Allgemeinheit gedacht ist, zunehmend einzelne Interessen durchsetzen? «Es ist wichtig, alle Interessen gleich zu gewichten», so Baur. Dass also nicht der Profi-Fussballclub mehr Gewicht hat als die Spaziergängerin mit Hund. «Allmenden gehören allen. Das heisst auch, die Nutzung muss verhandelt werden.»

Wohl kein Pool, aber ...

Und was ist mit dem Wunsch von Santiago nach einem Pool auf der Allmend? Projektleiterin Noémie Augustin: «Unsere Aufgabe ist es, von diesen Wünschen den Kern zu abstrahieren. In diesem Fall ist das wohl der Wunsch nach Abkühlung auf der Allmend.»

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis, 12.2.2026, 6:32 Uhr;liea

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