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Benzin und Krieg Hoher Benzinpreis: Parlamentarischer Vorstoss fordert Transparenz

Um die zwei Franken für einen Liter Benzin: Das drücke aufs Portemonnaie, sagt SP-Nationalrat Benoît Gaillard. Er erhalte viele Zuschriften besorgter Bürgerinnen und Bürger. Der Waadtländer Politiker moniert fehlende Transparenz bei der Preisbildung. «Schon am Morgen nach einer Krise, zum Beispiel dem Iran-Krieg, gehen die Preise hoch, obwohl dieses Öl oder dieses Benzin eigentlich zu den vergangenen Preisen beschaffen wurde.»  

Die Preise gingen rauf wie eine Rakete und nur ganz langsam wieder runter – wie Federn, wie Gaillard sagt. Dabei werde viel Kaufkraft abgeschöpft. Man müsse nur auf die Börsenkurse der grossen Importeure schauen: «Dort ist ganz klar eingepreist. Also die Aktien sind in die Höhe geschossen, weil eigentlich der Markt erwartet, dass die Margen sich verbessern, dass die Profite sich verbessern.»

Parlamentarischer Vorstoss für mehr Transparenz 

SP-Nationalrat Benoît Gaillard kämpft für mehr Transparenz bei den Treibstoffpreisen. Bereits im März hat er eine Interpellation eingereicht, weil er überhöhte Gewinne in der Treibstoffbranche vermutet.  

Nun will er in Bundesbern parteiübergreifend agieren, um die Autofahrenden zu entlasten: «Mein Ziel ist ein gemeinsamer Vorstoss mit Vertretern anderer Fraktionen. Damit versuchen wir, diese Transparenz, diese Vergleichbarkeit bei den Preisen, zu verbessern.»

Hauptfaktor Weltmarktpreis 

Avenergy Suisse vertritt die Interessen der Treib- und Brennstoff-Importeure. Ueli Bamert ist für die Kommunikation und Politik des Verbandes verantwortlich. «Der Hauptfaktor beim Benzinpreis ist der Weltmarktpreis für das Rohöl», sagt der Zürcher SVP-Kantonsrat. Auch Transportpreis und die Währungsunterschiede spielten beim Preis mit.

Aber warum unterscheiden sich in der Schweiz die Preise für Benzin und Diesel von Tankstelle zu Tankstelle? Das liege daran, dass die Gestehungskosten – etwa Landpreise und Löhne – regional unterschiedlich seien, sagt Bamert. «Es ist wie beim Bäcker oder im Restaurant: Das Cordon bleu kostet in der Stadt auch nicht gleich viel wie auf dem Land.» 

Dass die Tankstellenbetreiber in der aktuellen Situation profitierten, dementiert man beim grössten Schweizer Tankstellenbetreiber Volenergy. Höhere Preise bedeuteten eine sinkende Marge – und damit weniger Gewinn. 

Ölkonzerne auf der Gewinnerseite 

Zu den Gewinnern der Krise gehören die Ölkonzerne. Gegenüber RTS teilt Gunvor mit, man habe im ersten Quartal 2026 bereits den Bruttogewinn des gesamten Vorjahres erreicht.

Darauf angesprochen, sagt Florence Schurch, Generalsekretärin des Rohstoffhändler-Verbands Suissenégoce: «Sie machen Gewinne, weil Waren wegen des Krieges plötzlich sehr teuer werden. Aber nicht die Händler legen den Preis fest. Es ist der Krieg, der zu einem Anstieg der Warenpreise führt.» Es sei die Aufgabe der Händler, die Versorgung auch in der Krise und grossen Marktschwankungen sicherzustellen. 

SRF Rundschau vom 03.06.2026

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