Was vorgefallen ist: In der Silvesternacht feuerten Unbekannte beim Kulturlokal Neubad mit Böllern und Raketen auf Autos und Häuser in der Stadt Luzern. Als die alarmierte Polizei anrückte, wurde auch sie mit Feuerwerk beschossen – dabei wurden zwei Polizisten getroffen und verletzt. Als die Polizei die mutmasslichen Täter stellte und kontrollierte, mischten sich weitere Personen ein. Die Täterschaft konnte daraufhin im Kulturlokal Neubad untertauchen, wo eine Silvesterparty stattfand. Die Einsatzkräfte wurden von Partygästen physisch angegangen und mit Gegenständen beworfen. Dabei wurde eine weitere Polizistin verletzt. Die Polizei ihrerseits setzte Pfefferspray und Schlagstock ein. Die Täterschaft konnte entkommen.
Die Reaktionen: Die Luzerner Sicherheitsdirektorin, Ylfete Fanaj (SP), wandte sich mit einem Online-Post an die Öffentlichkeit: «Ich bin empört, wenn Polizeikräfte mit Feuerwerk beschossen und dabei verletzt werden – weil Anwohnende sie gerufen haben. Es ist verstörend und absolut unverständlich, wenn sich Dritte beim Neubad Luzern mit der Täterschaft solidarisieren und dabei Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit hindern und tätlich angreifen!» Der Verein Netzwerk Neubad, der Trägerverein hinter dem Neubad Luzern, bedauert den Vorfall. «Wir verurteilen das aufs Schärfste», sagt Nathalie Brunner von der Geschäftsführung, «und wir distanzieren uns auch von jeglicher Gewalt gegen Einsatzkräfte».
Die politischen Forderungen: Die Mitte des Kantons Luzern will das Thema mit (weiteren) politischen Vorstössen aufs politische Parkett bringen. «Der Regierungsrat soll insbesondere klären und aufzeigen, wie Drittpersonen wie bei diesem Vorfall beim Neubad zur Verantwortung gezogen werden können», sagt Parteipräsidentin Karin Stadelmann. Dabei hat die Partei das kantonale Polizeigesetz im Auge. «Vielleicht muss hier klarer definiert werden, was Wegschauen, Behindern, Vereiteln für Konsequenzen haben können», sagt Karin Stadelmann.