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Beschuss mit Feuerwerk Gewalt gegen Blaulichtorganisationen: Mitte will schärfere Regeln

In Luzern wurde die Polizei an Silvester mit Feuerwerk beschossen. Die Täterschaft tauchte in einem Kulturlokal unter.

Was vorgefallen ist: In der Silvesternacht feuerten Unbekannte beim Kulturlokal Neubad mit Böllern und Raketen auf Autos und Häuser in der Stadt Luzern. Als die alarmierte Polizei anrückte, wurde auch sie mit Feuerwerk beschossen – dabei wurden zwei Polizisten getroffen und verletzt. Als die Polizei die mutmasslichen Täter stellte und kontrollierte, mischten sich weitere Personen ein. Die Täterschaft konnte daraufhin im Kulturlokal Neubad untertauchen, wo eine Silvesterparty stattfand. Die Einsatzkräfte wurden von Partygästen physisch angegangen und mit Gegenständen beworfen. Dabei wurde eine weitere Polizistin verletzt. Die Polizei ihrerseits setzte Pfefferspray und Schlagstock ein. Die Täterschaft konnte entkommen.

Aussenansicht des Neubads. Vor dem Betonbau sind Autos parkiert.
Legende: Heute das Kulturlokal Neubad, früher das Hallenbad der Stadt Luzern. Keystone / Urs Flüeler

Die Reaktionen: Die Luzerner Sicherheitsdirektorin, Ylfete Fanaj (SP), wandte sich mit einem Online-Post an die Öffentlichkeit: «Ich bin empört, wenn Polizeikräfte mit Feuerwerk beschossen und dabei verletzt werden – weil Anwohnende sie gerufen haben. Es ist verstörend und absolut unverständlich, wenn sich Dritte beim Neubad Luzern mit der Täterschaft solidarisieren und dabei Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit hindern und tätlich angreifen!» Der Verein Netzwerk Neubad, der Trägerverein hinter dem Neubad Luzern, bedauert den Vorfall. «Wir verurteilen das aufs Schärfste», sagt Nathalie Brunner von der Geschäftsführung, «und wir distanzieren uns auch von jeglicher Gewalt gegen Einsatzkräfte».

Niederlande: Letzte Silvesternacht mit Böllern

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Leute mit Velos warten an einer Polizeiabsperrung. Im Hintergrund der brennende Kirchturm.
Legende: Die Vondelkirche wurde schon seit Jahrzehnten nicht mehr als Kirche genutzt. Keystone / EPA / Laurens Niezen

Ab dem Jahreswechsel 2026/2027 ist privates Feuerwerk in den Niederlanden verboten. Der vergangene Jahreswechsel war darum der letzte, an dem Private Feuerwerk und Böller zünden durften.

In etlichen Städten musste die Polizei wegen Gewalt sowie Unglücken und Vorfällen mit Feuerwerk ausrücken. In der Stadt Breda wurden Beamte mit Molotowcocktails und Gehwegplatten beworfen, Autos wurden in Brand gesetzt. In Amsterdam wurde die Vondelkirche im Zentrum der Hauptstadt weitgehend zerstört. Der rund 50 Meter hohe Turm und das Dach der Kirche stürzten ein, wie die Behörden meldeten. In Roosendaal kam es zu Angriffen mit Feuerwerkskörpern auf Einsatzkräfte und zu Festnahmen. Und in der Grossstadt Nijmegen kam ein Mensch bei einem Unglück mit einem Böller ums Leben.

Die Polizei warnte vor illegalen, extrem gefährlichen Knallern mit Sprengkraft wie Bomben. Der Feuerwerksumsatz stieg vor der Silvesternacht 2025 auf 129 Millionen Euro, gleichzeitig wurden rund 112 Tonnen illegales Feuerwerk beschlagnahmt.

Die politischen Forderungen: Die Mitte des Kantons Luzern will das Thema mit (weiteren) politischen Vorstössen aufs politische Parkett bringen. «Der Regierungsrat soll insbesondere klären und aufzeigen, wie Drittpersonen wie bei diesem Vorfall beim Neubad zur Verantwortung gezogen werden können», sagt Parteipräsidentin Karin Stadelmann. Dabei hat die Partei das kantonale Polizeigesetz im Auge. «Vielleicht muss hier klarer definiert werden, was Wegschauen, Behindern, Vereiteln für Konsequenzen haben können», sagt Karin Stadelmann.

Karin Stadelmann spricht an einem Anlass der Mitte. Im Hintergrund das Parteilogo.
Legende: «Das ist kein Einzelfall», sagt Karin Stadelmann, Präsidentin der Mitte Kanton Luzern. Nicht nur die Polizei, auch die Sanität werde angegangen und beschimpft. Keystone / Urs Flüeler

Regionaljournal Zentralschweiz, 5.1.2026, 17:30 Uhr ; 

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