Worum geht es? Die Albanisch-Islamische Gemeinschaft AIG hat sich mitten im Dorf Siebnen im Kanton Schwyz ein Haus gekauft. Darüber hat der «March Anzeiger» als Erstes berichtet. Aktuell hat die AIG ihren Sitz und ihre Moschee in Altendorf SZ. Nun möchte sie mit ihrem Zentrum ins Läuffer-Haus im nahegelegenen Siebnen ziehen. Das Gebäude soll als islamisches Kulturzentrum und als Moschee genutzt werden. Ein Anbau soll als Gebetsraum dienen. Obwohl der Kauf der Immobilie vom Kanton abgesegnet ist, reicht die Standortgemeinde Schübelbach SZ nun Beschwerde dagegen ein. Sie wittert ausländischen Einfluss.
Was genau ist geplant? Das Kulturzentrum soll in einem ehemaligen Laden, dem sogenannten Läuffer-Haus, eingerichtet werden. Man plane verschiedene Angebote, erzählt Sinan Sadriu, der Präsident der Gemeinschaft, gegenüber SRF. «Es entsteht ein öffentliches Restaurant. Dann gibt es Klassen- und Kulturzimmer. Und im hinteren Teil kommt der Gebetsraum rein, wo Leute ihr Gebet verrichten können.» Das Haus werde umgebaut und nicht abgerissen.
Aufgrund des laufenden Verfahrens kann die Gemeinde zu diesem Punkt noch keine Erklärungen abgeben.
Was ist das Problem? Die Standortgemeinde Schübelbach hat Beschwerde beim Kanton eingereicht. Sie ist der Ansicht, dass der Verkauf der Immobilie bewilligungspflichtig sei. Eine Bewilligung braucht es, wenn Leute aus dem Ausland ein Grundstück kaufen. Und genau das wittert die Gemeinde, wie sie gegenüber dem «March Anzeiger» verlauten liess. Bei der AIG hätten «Personen im Ausland eine beherrschende Stellung inne». Gegenüber SRF will die Gemeinde den Vorwurf nicht wiederholen. Sie nimmt schriftlich Stellung: «Aufgrund des laufenden Verfahrens kann die Gemeinde zu diesem Punkt noch keine Erklärungen abgeben.»
Die Gemeinschaft wird ausschliesslich von Mitgliedern aus der Schweiz – oder sogar aus dem Kanton Schwyz – finanziert.
Was sagt der Verein zum Vorwurf? Sinan Sadriu widerspricht dem Verdacht, dass seine Gemeinschaft vom Ausland aus finanziert und gesteuert wird. «Sie wird ausschliesslich von Mitgliedern aus der Schweiz – oder sogar aus dem Kanton Schwyz – finanziert.» Aus dem Ausland oder von Drittpersonen gebe es kein Geld.
Wie geht es weiter? Der Entscheid des Kantons bezüglich der Beschwerde steht noch aus. Sollte sie abgewiesen werden, steht als Nächstes das Baubewilligungsverfahren an. Dieses liegt in der Verantwortung von Schübelbach. Sinan Sadriu hofft, dass sich die Gemeinde dann nicht weiter querstellt. «Wir sind Teil dieser Bevölkerung.»