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Bewilligte Kundgebung Tausende demonstrieren in Bern für Kurden in Syrien

  • In Bern haben sich mehrere Tausend Menschen versammelt, um für kurdische Gebiete in Syrien zu demonstrieren.
  • Das meldet die Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
  • Nach wochenlangen Kämpfen haben am Freitag Truppen der syrischen Übergangsregierung und kurdische Kräfte ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen. Die Lage gilt jedoch als fragil.

Zur Kundgebung aufgerufen hatten kurdische Exilorganisationen, Linksaussen-Gruppierungen und weitere Kreise. Die bewilligte Demonstration stand unter dem Motto «Defend Rojava» («Verteidigt Rojava»).

In den vergangenen Wochen hat es zahlreiche Rojava-Demonstrationen in den grossen Schweizer Städten gegeben. Auch bei der Kundgebung vom Samstag führten Demonstrierende Transparente mit, auf denen etwa «Schweigen heisst Mitschuld» zu lesen war. Viele kurdische Flaggen waren zu sehen, aber auch gelbe Fahnen mit rotem Stern, dem Symbol der kurdischen Milizen in Nordsyrien.

Kontrollen und Nachdemonstration

Die Demonstration verlief ohne grössere Zwischenfälle, wie die Kantonspolizei Bern am Abend auf X mitteilte. Die Einsatzkräfte hätten aber mehrere Personen kontrolliert. Fünf Personen wurden im Zusammenhang mit Pyrotechnik angehalten, wie eine Sprecherin der Kantonspolizei sagte. Drei von ihnen wurden demnach für weitere Abklärungen in Polizeiräumlichkeiten gebracht. Ausserdem seien zwei Drohnenpiloten angehalten und wegen Drohnenfluges über einer Menschenansammlung verzeigt worden.

Im Nachgang der bewilligten Kundgebung bildete sich ein unbewilligter Umzug bis zum Bundesplatz, wie die Kantonspolizei auf X weiter schrieb. Dabei seien Pyros gezündet worden. Die Polizei habe die Teilnehmenden eingekesselt. Laut einem Korrespondenten von Keystone-SDA war der Bundesplatz abgesperrt, schätzungsweise 20 bis 30 Personen wurden kontrolliert.

Schweizer Delegation vor Ort in Syrien

Eine 13-köpfige Schweizer Delegation mit Medienschaffenden, Politikern, Kulturschaffenden und Menschenrechts­aktivistinnen hat sich am Freitag auf den Weg in die selbstverwalteten Gebiete in Nord- und Ostsyrien gemacht. Sie will sich vor Ort über die politische und humanitäre Lage informieren.

In einer Medienmitteilung forderte die Delegation die Einhaltung des Waffenstillstands­abkommens. Dieses sieht die Eingliederung der autonomen Selbstverwaltung in den syrischen Staat vor, wobei die SDF ihre Autonomie beibehalten sollen.

Ausschlaggebend für die Reise waren gemäss Communiqué die weiterhin kritische humanitäre Lage, der Belagerungszustand sowie die Befürchtung, dass es zu einem Genozid an Minderheiten in der Region kommen könnte. Die Delegation möchte mit ihrer Präsenz zudem die Regierung an ihre Verantwortung erinnern.

SRF4 News, 31.01.26, 16 Uhr ; 

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