Eine neue Studie, in Auftrag gegeben vom Bund, enthüllt die fast magischen Fähigkeiten des Bibers. Die Zauberformel ist simpel: Mit seinen Dämmen verwandelt das Nagetier unscheinbare Bäche in blühende Oasen.
In den 16 untersuchten Gebieten explodierte die Artenvielfalt förmlich: 2.6-mal mehr Pflanzen- und Tierarten und sogar 5.9-mal mehr Lebewesen tummeln sich dort, wo der Biber baut. Ganz nebenbei werden seine Teiche zu effektiven Klimaschützern, die mehr Kohlenstoff binden als ein Wald.
Der Damm-Baumeister als Wasser-Magier
Das wahre Meisterstück des «Ökosystem-Ingenieurs» ist aber das Wasser. Seine aufgestauten Teiche wirken wie natürliche Kläranlagen, in denen die Vegetation Schadstoffe wie Nitrate einfach wegschluckt.
Das Ergebnis: saubereres Wasser. Gleichzeitig funktioniert sein Revier wie ein riesiger Schwamm, der die Landschaft auch bei Trockenheit feucht hält.
Würde der Biber alle für ihn passenden Gewässer in der Schweiz besiedeln, könnte er eine Wassermenge von bis zu zwei Millionen Kubikmetern speichern. Das wären rund sechshundert prall gefüllte olympische Schwimmbecken – ein beeindruckendes Reservoir in Zeiten zunehmender Dürreperioden.
Mehr Raum für den besten Mitarbeiter
Seit seiner Wiederansiedlung 1956 haben sich rund 5000 Biber in der Schweiz breitgemacht. Und es ist noch viel Platz: Auf rund 30’000 Hektar könnte er sich ausbreiten, ohne uns gross in die Quere zu kommen.
«Der Biber ist unser bester Verbündeter, um lebendige und widerstandsfähige Gewässer zurückzugewinnen», schwärmt Studien-Mitautorin Cécile Auberson.
Doch wo gehobelt wird, da fallen bekanntlich Späne. Konflikte, insbesondere mit der Landwirtschaft, sind unvermeidlich. Deshalb sei der Dialog entscheidend, so Auberson. Denn wenn es gelingt, im Team zu arbeiten, wird der pelzige Baumeister zum unbezahlbaren Mitarbeiter für die ganze Schweiz.