- In Goppenstein im Kanton Wallis ist um circa 7 Uhr aufgrund einer Lawine ein Zug entgleist.
- Die Rettungskräfte haben rund 30 Passagiere evakuiert. Fünf Personen wurden nach Polizeiangaben verletzt.
- Die Strecke zwischen Brig und Goppenstein bleibt voraussichtlich bis am Samstag gesperrt.
Auf der Südseite des Lötschbergtunnels hat am frühen Morgen eine Lawine einen Regioexpress der BLS zum Entgleisen gebracht. Zwei Ambulanzen sowie ein Helikopter und acht Rettungsspezialisten waren vor Ort. Die Entgleisung ereignete sich kurz vor 7 Uhr zwischen Goppenstein und Hohtenn.
Eine Person wurde nach Polizeiangaben ins Spital nach Sitten gebracht. Die vier weiteren Verletzten seien am Unfallort durch die Rettungskräfte versorgt worden, teilte die Walliser Kantonspolizei mit. Sämtliche weiteren Personen im Zug hätten in Sicherheit gebracht werden können.
Gemäss ersten Erkenntnissen der Polizei dürfte ein Lawinenniedergang zur Entgleisung geführt haben. «An der Unfallörtlichkeit hatte es zwar Schnee. Der effektive Grund für die Entgleisung müssen aber die Ermittlungen noch zeigen», erklärt Daniel Imboden, Sprecher der Kantonspolizei Wallis. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung ein mit dem Ziel, die Unfallursache vollständig zu klären.
Die SBB und die BLS teilen ihrerseits mit, dass es zwischen Goppenstein und Brig einen Unterbruch gibt. «Der Grund dafür ist eine Lawine», schreibt die SBB auf ihrer Website.
Das schlechte Wetter erschwert die Räumungsarbeiten. Der Betrieb auf der Strecke bleibe voraussichtlich bis Samstag eingestellt, schreibt die BLS auf X. Es verkehrten Ersatzbusse. Der Autoverlad ist geöffnet, es sei jedoch mit Verspätungen und Wartezeiten zu rechnen, schreibt die BLS auf ihrer Website.
Benedikt Jaggy, Sicherheitsverantwortlicher Naturgefahren im Lötschental, bestätigt gegenüber SRF, dass die Strasse von Goppenstein bis Ferden ab 17 Uhr wegen Lawinengefahr gesperrt wird. Für morgen sind Lawinensprengungen geplant.
Lawinensituation im Wallis spitzt sich zu
Die Lage bei Goppenstein ist auch für Pascal Stoebener, Ingenieur Naturgefahren im Unterwallis, speziell: «Solche Lawinen haben wir noch nicht oft gesehen», sagt Pascal Stoebener. Die Lawinen seien sehr nass gewesen und hätten unerwartete Kurven zurückgelegt. «Das ist sehr selten und kaum voraussehbar.»
Man kläre ab, wie man dies künftig verhindern könne. Ein Restrisiko bleibe, man könne die Strasse oder die Bahngleise nicht bei jeder Gefahr vorsorglich sperren: «Wenn man bei jeder vergleichbaren Situation sperren möchte, würde man den ganzen Kanton zehnmal pro Jahr absperren. Das ist nicht machbar.»
Lauchernalp schliesst Betrieb
Das Skigebiet Lauchernalp im Lötschental reagiert auf die vermehrten Vorfälle und stellt den Betrieb für heute ein. Neben den Bergbahnen sind auch Winterwanderwege und Langlaufloipen geschlossen. Grund ist unter anderem die grosse Lawinengefahr. Auf Instagram wird dazu aufgerufen, im gesicherten Gelände zu bleiben.