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Brandschutzkontrolle Nun sind doch 200 statt 50 Gäste bei Churer Diplomfeier erlaubt

In der Aula der Gewerbeschule durften sich plötzlich deutlich weniger Personen aufhalten. Offenbar ein Planungsfehler.

Die Meldung Anfang Woche liess aufhorchen: In der Aula der Gewerblichen Berufsschule Chur GBC dürften sich noch maximal 50 Personen aufhalten. Der Raum verfüge über nur einen Notausgang. So lautete die Direktive der städtischen Behörde. Die neue Limite galt, ohne dass sich an der Ausstattung der Aula etwas geändert hatte. Bis anhin durften sich bis zu 200 Leute darin aufhalten.

Leerer Konferenzraum mit Reihen schwarzer Stühle.
Legende: War plötzlich nicht mehr sicher genug für 200 Personen: Aula der Gewerblichen Berufsschule Chur. SRF

Die Berufsschule musste rasch umdisponieren. Für diesen Freitag war eine Diplomfeier mit deutlich mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern geplant. Die Schule habe sich umgehend auf die Suche nach Alternativen gemacht, erzählt Schulleiter Martin Good.

Gleichzeitig machte sich die Gebäudeversicherung des Kantons Graubünden vor Ort ein Bild. Sie ist für die Brandschutzkontrollen zuständig. Auf den Augenschein folgte am Mittwoch die Entwarnung: Die Aula sei weiterhin für 200 Personen zugelassen, befand der Brandschutzkontrolleur. In der Aula lasse sich eine ganze Wand zusätzlich öffnen. Damit seien genug Fluchtwege vorhanden. Die Diplomfeier kann nun wie ursprünglich geplant stattfinden.

Reisbrett statt Augenschein

Wie aber kam man zu dieser Fehleinschätzung? Ausgangspunkt war laut Stadtpräsident Hans Martin Meuli eine Routinekontrolle des Oberstufenschulhauses Giacometti vergangenen Herbst. Es wurde festgestellt, dass es für die Grösse der dortigen Aula zu wenig Notausgänge habe. Die Brandschutzverordnung schreibe vor, dass sich bei einem 90 Zentimeter breiten Notausgang maximal 50 Personen im Raum aufhalten dürften.

Person in einem Büro mit Brille und Anzug.
Legende: Vielleicht habe man, auch unter dem Eindruck der Brandkatastrophe von Crans-Montana, etwas vorschnell reagiert, sagt der Churer Stadtpräsident Hans Martin Meuli. SRF

Die Immobilienabteilung der Stadt habe dann für alle weiteren Schulhäuser diesen Schlüssel angewendet. «Man hat das dann mit Hilfe von Plänen auf die anderen Schulhäuser hochgerechnet», erklärt der Stadtpräsident. Das Ergebnis war eine Liste mit neuen, deutlich tieferen Belegungszahlen.

Von den tatsächlichen Begebenheiten vor Ort hatte man sich offenbar kein Bild gemacht. Diesen Fehler räumt Hans Martin Meuli ein. Nun will die Stadt dieses Versäumnis in den kommenden Wochen nachholen und die Planzahlen der Verwaltung mit der tatsächlichen Situation der 18 Churer Aulas abgleichen.

Regionaljournal Ostschweiz, 6.3.2026, 6:31 Uhr ; 

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