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Bruch zwischen Lega und SVP Tessiner Rechtsparteien gehen getrennte Wege

Die SVP Tessin hat angekündigt, bei den Regierungsratswahlen im April 2027 mit einer eigenen Liste anzutreten. Damit endet die bisherige Zusammenarbeit mit der Lega, die den beiden Rechtsparteien in den vergangenen Jahren zwei Sitze in der Kantonsregierung gesichert hatte. SRF-Tessin-Korrespondent Iwan Santoro beantwortet die wichtigsten Fragen.

Iwan Santoro

Tessin-Korrespondent

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Santoro arbeitet seit 2013 bei Radio SRF und arbeitete dort ab 2016 in der Inland-Redaktion. Seit 2024 berichtet er als Korrespondent über das Tessin.

Was hat den Bruch ausgelöst?

Im Zentrum des Konflikts steht Claudio Zali. Der Lega-Staatsrat gilt in der SVP seit Längerem als Reizfigur. Zali machte wiederholt deutlich, dass er der SVP wenig abgewinnen kann. In einem TV-Interview sagte er sogar, er fühle sich politisch den Grünen näher als der SVP.

Zusätzlichen Zündstoff lieferte ein Auftritt im Kantonsparlament im vergangenen Dezember. Dort kritisierte Zali die SVP-Fraktion scharf, nachdem diese weitere Abklärungen zu einem Kredit für das neue Tramprojekt verlangt hatte. Seine Aussage «siete nulli» – «Ihr seid Nullen» – sorgte für massive Verstimmung. Als Zali im Frühjahr seine erneute Kandidatur für den Staatsrat ankündigte, war für die SVP klar, dass eine Listenverbindung mit der Lega nicht mehr infragekommt.

Wie begründet die SVP den Entscheid?

In ihrer Mitteilung schreibt die SVP Tessin, die Spannungen mit Claudio Zali hätten eine zentrale Rolle gespielt. Zali habe die Partei wiederholt öffentlich kritisiert und nie anerkannt, dass die SVP der Lega zu zwei Regierungssitzen verholfen habe. Im Tessin wird die Regierung im Proporz gewählt. Die Lega kommt auf rund 15 Prozent Wähleranteil, die SVP auf etwa 10 Prozent. Erst die Listenverbindung machte es möglich, dass die Lega zwei der fünf Regierungssitze erringen konnte.

Warum kommt der Bruch jetzt?

Die Zusammenarbeit begann 2019, als die Lega erstmals an Rückhalt verlor, während die SVP zulegte. Seither hat sich das Kräfteverhältnis weiter verschoben. Die Lega hat an Profil als Protestpartei eingebüsst und ist Teil des politischen Establishments geworden. Die SVP konnte sich hingegen als Oppositionspartei profilieren, da sie nicht in der Regierung vertreten ist, und trat dabei immer selbstbewusster auf. Der Bruch kommt daher wenig überraschend.

Wem nützt die Trennung?

Profiteure der neuen Ausgangslage könnten fast alle Parteien sein – ausser der Lega. Diese dürfte es schwer haben, ihre zwei Sitze im fünfköpfigen Staatsrat zu verteidigen. Zali und Gobbi treten zwar voraussichtlich erneut an, doch der Wähleranteil liegt nur noch bei rund 15 Prozent. Die SVP ist im Aufwind und tritt mit Nationalrat und Kantonalpräsident Piero Marchesi an. Auch die FDP sieht Chancen auf einen zweiten Sitz, muss jedoch den abtretenden Staatsrat Christian Vitta ersetzen.

Im linken Lager treten SP, Grüne und MPS gemeinsam an. Neben Staatsrätin Marina Carobbio wird auch die grüne Nationalrätin Greta Gysin als Kandidatin gehandelt. Damit versprechen die Wahlen 2027 eine deutlich offenere Ausgangslage.

Drei Fahnen vor einem weissen Gebäude mit runden Balkonen.
Legende: Die Zusammenarbeit zwischen der Lega und der SVP Tessin hatte 2019 begonnen. KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta

Echo der Zeit, 23.06.2026, 18 Uhr ; 

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