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Bundesamt für Zivilluftfahrt Drohnen, GPS, Passagiere: gemeldete Vorfälle nehmen deutlich zu

Darum geht es: Rund 15'000 Vorfälle hat das Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) im letzten Jahr bearbeitet. Seit einigen Jahren nehmen die Meldungen kontinuierlich zu. Am Montag veröffentlichte der Bund seine Vorfallstatistik 2025 in der Schweizer Zivilaviatik. Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick.

Zwischenfälle wegen Drohnen: Seit Juni 2022 haben sich in der Schweiz über 80'000 Drohnenpilotinnen und -piloten registriert. Von 2024 auf 2025 stiegen die Zwischenfälle mit Flugzeugen von 56 auf 105. Und auch bei den Zwischenfällen zwischen Helikoptern und Drohnen gab es eine Zunahme von 10 auf 19. Gemäss Bazl liegt der Grund dafür aber vor allem beim neuen Drohnenerkennungssystem in Zürich. Dieses mache Vorfälle sichtbar, die zuvor unentdeckt geblieben wären.

Zunahme schwieriger Passagiere: Die Zahl renitenter Passagiere habe 2025 stark zugenommen: Über 2000 Fälle wurden 2025 gemeldet, gegenüber dem Vorjahr liege die Zunahme laut Bund damit bei 15 Prozent. Ein Teil dieses Anstiegs liege daran, dass solche Vorfälle heute stärker erfasst und breiter diskutiert würden. Diese Fluggäste verhielten sich anderen Fluggästen oder der Besatzung gegenüber aggressiv oder gewalttätig, beschädigten das Flugzeug oder randalierten am Flughafen. Verantwortlich für das aggressive Verhalten seien meist Alkohol, Drogen oder Arzneimittel, hiess es vom Bazl.

Opferbilanz: In der kommerziellen Luftfahrt gab es trotz Zunahme des Luftverkehrs keinen Unfall mit Todesfolge. In der Freizeitfliegerei kam es im letzten Jahr gemäss Vorfallstatistik zu vier Unfällen mit insgesamt sechs Todesopfern. Eine Person starb bei einem Helikopterunfall, eine weitere zog sich Verletzungen zu. Die Ursachen solcher Unfälle seien vielfältig, teilte das Bazl mit. Schulungsflüge und Einsätze für die Landwirtschaft stünden dabei im Fokus. Kabel und Drähte stellen für Helikopter, die oft bodennah operieren, ein grosses Risiko dar. Ein Tiefflugnetz soll bis 2029 für Helikopterbetreiber zur Verfügung stehen.

Zwei kleine Flugzeuge auf einem Flugplatz mit Hügeln im Hintergrund.
Legende: In der Freizeitfliegerei kam es zu vier Unfällen mit insgesamt sechs Todesopfern. IMAGO/imagebroker

Signalstörungen wegen Krisen: Geopolitische Krisenherde in der Ukraine, in Afghanistan oder im Sudan hinterliessen 2025 auch im Schweizer Luftraum ihre Spuren. Das Bazl verzeichnet eine Zunahme von massiven, grossflächigen GPS-Störungen. Rund 4270 Meldungen zu GPS-Störungen gingen laut eigenen Angaben beim Bazl ein. Dabei sei die Zahl in den letzten Jahren stetig gestiegen, teilte ein Sprecher des Bazl der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Ihm zufolge sind GPS-Störungen ein global weitverbreitetes Problem. Die Auswirkung auf die Sicherheit an Bord sei aber eher gering, da ein Linienflugzeug über eine Vielzahl von Navigationsgeräten verfüge und die Besatzung bei einem Ausfall auf ein anderes Gerät zurückgreifen könne.

Straffreie Fehlerkultur: Den deutlichen Anstieg der Meldungen führt das Bazl unter anderem auch auf eine bessere Meldekultur zurück. Das Konzept der «Just Culture» werde derzeit in der Schweiz debattiert, heisst es im Bericht. Insbesondere nachdem es mehrere Gerichtsurteile gegen Fluglotsen gegeben hatte. Um die Sicherheit des Luftverkehrssystems bewerten und weiter verbessern zu können, sei es wichtig, dass sowohl die Branche als auch Einzelpersonen sicherheitsrelevante Informationen melden. «Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto besser können Schwachstellen erfasst und behoben werden», hiess es. Mit der Revision des Luftfahrtgesetzes (LFG) solle «Just Culture» dieses Jahr sogar ins Strafrecht aufgenommen werden.

Was ist «Just Culture»?

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Just Culture bezeichnet ein Konzept, das unter anderem in der Luftfahrt eine zentrale Rolle spielt. Mit «Just Culture» soll Vertrauen gefördert werden, sodass Mitarbeitende über sicherheitsrelevante Fehler und Bedenken sprechen können, ohne Angst vor Strafe oder Tadel haben zu müssen.

Ziel ist es, menschliche Fehler nicht als individuelles Versagen zu betrachten, sondern als Ergebnisse von Schwachstellen im System zu analysieren, um daraus lernen zu können und die Sicherheit zu verbessern.

SRF 4 News, 1.6.2026, 16 Uhr ; 

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