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Bundesrätin über KI-Pornos Keller-Sutter zu Deepfake: «Mehr als rote Linie überschritten»

Bundesrätin Karin Keller-Sutter hat in der Samstagsrundschau Stellung zu ihrer eigenen Anzeige und zu den Deepfake-Pornos genommen, von denen auch Schweizer Influencerinnen betroffen sind.

Bundesrätin Karin Keller-Sutter zeigt sich wenig überrascht darüber, dass acht Schweizer Influencerinnen Opfer von Deepfake-Pornos geworden sind. Aus echten, harmlosen Bildern wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) pornografisches Material produziert und verbreitet. Sie erstatteten Anzeige.

Als Grundsatz muss, was im realen Leben strafbar ist, auch dort strafbar sein.
Autor: Karin Keller-Sutter Bundesrätin

«Für mich ist da auch mehr als eine rote Linie überschritten», sagt Keller-Sutter in der «Samstagsrundschau» von Radio SRF. Rechtsexpertinnen fordern Präzisierungen des geltenden Rechtes, um solche Taten gezielter bestrafen zu können. Die Bundesrätin weist darauf hin, dass das Bundesamt für Justiz zurzeit untersuche, ob es neue Regelungen bei der Künstlichen Intelligenz brauche. Persönlich finde sie: «Als Grundsatz muss, was im realen Leben strafbar ist, auch dort strafbar sein.»

«Anstandslosigkeit und Respektlosigkeit»

Keller-Sutter selbst wurde auf der Plattform X mithilfe der Künstlichen Intelligenz «Grok» übelst beschimpft, auch auf sexistische Art. Auch sie erstattete Anzeige. «Ich halte es für wichtig, dass man solche Grenzverletzungen ahndet, dass man für Werte einsteht und entgegenhält, wo Anstandslosigkeit und Respektlosigkeit um sich greifen.»

Sie habe auch schon in anderen Fällen Anzeige gemacht – bei Identitätsdiebstahl. Es passiere immer wieder, dass man mit ihrer Person beispielsweise für Finanzprodukte werbe und damit Gutgläubige betrüge.

Im Fall der Anzeige gegen den Urheber des Posts auf X kam Kritik auf, weil sowohl die Plattform X als auch «Grok» zum Unternehmen des US-Tech-Milliardärs Elon Musk gehören – und dieser wiederum US-Präsident Donald Trump nahe steht.

Zusammenhang zwischen Anzeige und Verhandlungen «total absurd»

Die Befürchtung lautete, die Anzeige der Bundesrätin könnte das ohnehin belastete Verhältnis zwischen der Schweiz und den USA strapazieren, ausgerechnet während der Verhandlungen im Zollstreit. Zumal es in der Strafanzeige hiess, auch eine Bestrafung des Unternehmens sei in Betracht zu ziehen.

Frau lächelnd, seitliches Porträt.
Legende: Karin Keller-Sutter in einer Aufnahme von 2025. KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER

«Ich finde einen solchen Zusammenhang total absurd und abstrus», kontert Keller-Sutter. Die US-Regierung interessiere sich für das Handelsdefizit der Schweiz, nicht für diese Anzeige. «Und selbst wenn es so wäre, müssen sich Schweizer Frauen nicht beschimpfen und beleidigen lassen, nur weil es vielleicht jemandem im Ausland nicht passt, wenn man sich dagegen wehrt.» Bisher habe sie aber aus den USA keine Reaktion auf ihre Anzeige erhalten.

Samstagsrundschau, 25.4.2026, 11:30 Uhr

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