- Der Bundesrat musste erstmals einen Streit zwischen zwei Kantonen schlichten.
- Der Kanton Solothurn wehrte sich dagegen, dass der Kanton Bern ein Logistik-Areal im Richtplan festsetzt.
- Nun ist der in Utzenstorf BE geplante Logistikstandort genehmigt.
- Als Kompromiss ist festgehalten, dass 60 Prozent der Lastwagenfahrten durch den Kanton Bern gehen müssen.
Digitec Galaxus und die Post planen in Utzenstorf BE grosse Lager für den Warenumschlag. Digitec Galaxus rechnet mit einer weiteren Zunahme des Onlinehandels und will hier ein Warenlager für kleine und mittelgrosse Produkte erstellen.
Bis die Lastwagen von der Autobahn A1 im Lager eintreffen, müssen sie mehrere Dörfer passieren. Die Zufahrt zum Gelände der ehemaligen Papierfabrik ist via Utzenstorf BE und via Gerlafingen SO möglich.
Der Kanton Solothurn befürchtete Mehrverkehr, vor allem Lastwagenfahrten durch Gerlafingen SO. Deshalb wehrte er sich gegen die Festsetzung des Gebiets im Berner Richtplan.
Nun seien die «Differenzen bereinigt», teilt der Bundesrat mit. Er musste in diesem Streit schlichten, wie es im Raumplanungsgesetz vorgesehen ist. Es war das erste Mal, dass ein solches Verfahren zwischen zwei Kantonen durchgeführt wurde.
Bern übernimmt etwas mehr Verkehr
Die gefundene Kompromisslösung besagt, dass 40 Prozent der Fahrten über solothurnisches und 60 Prozent über bernisches Gebiet erfolgen. «Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Zufrieden wären wir, wenn gar keine Lastwagen bei uns durchfahren würden», sagt Philipp Heri, Gemeindepräsident in Gerlafingen.
Weiter soll ein Teil der Warentransporte auf die Bahnschienen verlegt werden. Und der Kanton Bern streicht das südliche Areal des Logistikstandorts aus seinem Richtplan. Das wäre für weitere Projekte gedacht gewesen. Er verzichte somit in diesem Arealteil «auf Vorhaben mit erheblichen Auswirkungen auf Raum und Umwelt», heisst es in der Mitteilung des Bundesrats weiter.
Noch unklar ist, wie viele Fahrten genau geplant sind. 2021 sagte Digitec Galaxus, dass man werktags 980 Zu- und Abfahrten vom Gelände plane. Unterdessen spricht die Gemeinde Gerlafingen von 300 Lastwagenfahrten.