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Cyberzentrum in Helsinki Verteidigungsminister Pfister auf nordischer Mission

Der Bundesrat reist mit einer Delegation von Sicherheitspolitikern nach Finnland – im Dienste der Cybersicherheit.

Verteidigung findet heute auch im Cyberraum statt. So muss sich auch die neutrale Schweiz gegen hybride Angriffe rüsten. Am Montag reist Verteidigungsminister Martin Pfister mit einer Delegation von Sicherheitspolitikern nach Helsinki ans «European Centre of Excellence for Countering Hybrid Threats» (Hybrid CoE). SRF-Korrespondent Bruno Kaufmann erklärt, wie die dortigen Fachleute arbeiten – und wie die Schweiz profitieren kann.

Bruno Kaufmann

Nordeuropa-Korrespondent

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Bruno Kaufmann berichtet seit 1990 regelmässig für SRF über den Norden Europas, von Grönland bis Litauen. Zudem wirkt er als globaler Demokratie-Korrespondent beim internationalen Dienst der SRG mit.

Wer arbeitet in dem internationalen Kompetenzzentrum?

Es handelt sich um rund 50 Expertinnen und Experten, die vornehmlich aus dem Ostsee-Anrainerraum stammen. Manche kommen auch aus Ländern wie Deutschland, Frankreich und Grossbritannien. Viele von ihnen haben einen akademischen Hintergrund. Andere sind aber auch Vertreter der teilnehmenden Staaten – beispielsweise aus dem Geheimdienst oder dem Militär. Es sind also Fachleute und Agenten der Mitgliedsländer sowie Personal von Nato und EU.

Was genau macht das Personal am Hybrid CoE?

Einerseits erforschen und analysieren sie hybride Risiken. Dazu gehören etwa Angriffsmethoden wie staatlich unterstützte Hackerangriffe oder gezielte Desinformationskampagnen. Es geht aber auch um handfeste Aktionen wie Anschläge gegen Unterwasserkabel, wie es sie in der Ostsee wiederholt gegeben hat. Auch das Vorschicken von Migrantinnen und Migranten an Grenzen gehört dazu.

Schatten einer Person vor Weltkarte, Interview mit Mikrofon.
Legende: 35 Länder sind am Cyberzentrum in Helsinki beteiligt, mehrheitlich Nato-Staaten. Die Schweiz ist nicht Teil des Verteidigungsbündnisses – soll aber trotzdem vom Know-how profitieren. Keystone/Peter Klaunzer

Andererseits entwickeln die Expertinnen und Experten auch Gegenmassnahmen. Sie trainieren und machen Übungen. In diesem Sinn sieht man sich auch als praktisches Kompetenzzentrum.

Inwiefern kann die Schweiz von dem Wissen profitieren?

In Bezug auf hybride Bedrohungen ist die Schweiz keine Insel. In dieser Beziehung kann man natürlich von anderen Ländern und Organisationen lernen und profitieren. Es ist auch bezeichnend, dass Finnland das Gastgeberland dieses europäischen Kompetenzzentrums ist. Das skandinavische Land hat – wie die Schweiz – ein Konzept der Gesamtverteidigung, das nicht nur das Militärische im Auge hat. Es rückt auch andere Bedrohungen immer mehr in den Fokus.

Inwiefern kann die neutrale Schweiz mit dem Kompetenzzentrum zusammenarbeiten?

Diese Frage dürfte Teil der anstehenden Gespräche in Helsinki sein. Das Kompetenzzentrum arbeitet eng mit der Nato und der EU zusammen. Die Statuten schliessen aber eine Teilnahme von Nicht-EU- und -Nato-Staaten nicht per se aus. So ist etwa auch die Ukraine eines der teilnehmenden Länder.

Weiterführende Informationen

In der Vergangenheit hat die Schweiz wiederholt an Symposien und Trainings teilgenommen, sei es durch Regierungsvertreter oder Fachleute. Es wird sich nun zeigen, ob es zu einer vertieften Zusammenarbeit kommen kann. Eine Sprecherin des Kompetenzzentrums hat gegenüber SRF bestätigt, dass an einer solchen Annäherung durchaus Interesse bestehe.

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Rendez-vous, 20.3.2026, 12:30 Uhr ; 

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