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Dank Gästen und Stiftungen Wenn alte Bündner Hotels aus dem Dornröschenschlaf erwachen

Vom Kurhaus Bergün bis zum Hotel Scaletta: Historische Hotelbauten in Graubünden trotzen dank Sanierungen dem Verfall.

Es gibt sie noch, die historischen Fassaden, hinter deren Fenstern es über Jahre dunkel blieb, und die knarrenden Dielen, die unter Staubschichten verstummten. Doch es regt sich Widerstand gegen den Verfall von alten Hotels.

Für Ernst Wyrsch, Präsident von Hotellerie Suisse Graubünden, zeigt diese Entwicklung, «dass an den Tourismus von Graubünden geglaubt wird.» Es gebe immer wieder Interessenten mit viel Geld, die von einer Zukunft überzeugt seien. Dieser Trend zur Zuversicht macht sich im ganzen Kanton bemerkbar.

Das Kurhaus Bergün

1906 als stolzes Grandhotel eröffnet, fand es nie so recht den Schwung, den man sich erhofft hatte. Über Jahrzehnte diente das Haus als einfache Familienherberge.

Die Menschen, die das Haus am meisten liebten – die Stammgäste –, nahmen das Schicksal des Hotels in die Hand. Heute tragen 880 Aktionärinnen und Aktionäre das Kurhaus Bergün. 13.5 Millionen Franken sind bisher investiert worden.

Christof Steiner führt das Hotel gemeinsam mit seiner Frau. Er erklärt, dass das Haus auf der einen Seite immer noch Grandhotel sei, auf der anderen Seite aber die Funktion einer Familienherberge behalten habe, wie es während 50 Jahren der Fall war. Zudem habe man sich als Eventlokal etabliert.

Leerer Speisesaal mit blauer Decke und Holztischen.
Legende: Der Saal ist für Hochzeiten und Geburtstage über Jahre hinweg ausgebucht und dient damit als wichtige Einnahmequelle. SRF

Die Zimmer sind bewusst einfach gehalten und verfügen teilweise über Verbindungstüren, um sie flexibel als Ferienwohnungen für Familien nutzen zu können.

Das Hotel Scaletta in S-chanf

Ein weiteres Kapitel wird im Oberengadin geschrieben. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem 16. Jahrhundert wird derzeit für rund 14.5 Millionen Franken saniert. Wo früher die Musikszene und das Dorf zusammenkamen, soll ab dem Winter 2027 wieder Leben einkehren.

Ein holzizer Raum mit einem Mast in der Mitte.
Legende: Die Baustelle ist in vollem Gange – hier soll einst der Speisesaal entstehen. SRF

Stiftungsratspräsident Herbert Schmid betont: «Hier entsteht kein Luxushotel, sondern ein Hotel im mittleren Preissegment, das zur Wiederbelebung des Dorfs S-chanf beitragen soll.» Die Bauarbeiten halten dabei immer wieder positive Überraschungen bereit, wie etwa einen historischen Fischgratparkett, der unter mehreren Bodenbelagsschichten zum Vorschein kam.

Leerer Raum mit beschädigter Decke und grossen Fenstern.
Legende: Dieser Bereich an der Decke zeichnet die Folgen eines Wasserschadens vor ein paar Jahren nach. SRF

Gemäss Johannes Flurin, Architekt und Bauberater der Denkmalpflege Graubünden, steht der Respekt vor der historischen Bausubstanz an erster Stelle: «Das, was noch original da ist, sollte wenn möglich erhalten bleiben oder ergänzt werden.»

Das Hotel Chalavaina im Val Müstair

Im Münstertal nahe an der italienischen Grenze setzt das 1254 eröffnete Hotel Chalavaina auf Gäste, die sich für Geschichte, Architektur und Design interessieren. Seit seiner Gründung vor über 750 Jahren musste sich das Haus immer wieder neu erfinden.

Das Posthotel Löwe in Mulegns

Auch am Julierpass wurde ein verlottertes Hotel durch eine Kulturstiftung gerettet. Wo früher Reisende mit ihren Kutschen Halt machten, nächtigen heute vor allem Gäste nach Kulturveranstaltungen.

Schweiz aktuell, 24.2.2025, 19 Uhr ; 

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