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Datenpanne in Innerrhoden Kantonale Verwaltung gibt aus Versehen sensible Daten an Zeitung

Der Datenträger enthielt Details zu Inkassos und polizeilichen Massnahmen. Für die Regierung ein «tragischer Fehler».

Der Fehler passierte bei den Vorbereitungen für eine Medienkonferenz vorletzte Woche. Die Unterlagen zur Staatsrechnung 2025 wurden den anwesenden Journalistinnen und Journalisten auch elektronisch zur Verfügung gestellt. Auf einem USB-Stick.

Jener an die «Appenzeller Zeitung» enthielt, nebst den gängigen Dokumenten, auch brisante Informationen. Das Blatt hat den Fall heute publik gemacht.

Beleuchtete Tastatur mit Händen
Legende: Nach der Medienkonferenz zur Staatrechnung zeigte sich: Auf dem USB-Stick an die Zeitung war deutlich mehr abgespeichert als geplant. Keystone/Christian Beutler

Laut der Zeitung befanden sich darauf mehr als 150 interne Dokumente. Mit Informationen über Löhne von Kantonsangestellten, Betreibungen oder Personen, die der Kanton auf die Fahndungsliste der Polizei gesetzt hatte.

Ausserdem seien auf 159 Seiten Firmen, Privatpersonen und Behörden aufgelistet, die dem Kanton total 2.7 Millionen Franken schulden würden. Gemäss Kanton befanden sich im Datensatz auch «Angaben zu Studierenden mit kantonalen Darlehen, insbesondere zu Wohnsituation und finanziellen Verpflichtungen».

Fehlbarem Mitarbeiter wird nicht gekündigt

Es handle sich hier um einen «tragischen Fehler und menschliches Fehlverhalten», sagt Roland Dähler, Landammann des Kantons Appenzell Innerrhoden, gegenüber SRF. Die sensiblen Daten waren eine Restanz der externen Revision. Der Kanton hatte die Informationen auf den USB-Stick kopiert, weil die Prüfer keinen Zugriff auf das Netzwerk des Kantons hatten. «Das war bislang gängige Praxis bei uns», sagt Regierungspräsident Dähler.

USB-Stick liegt auf Tastatur
Legende: Hier sei ein «gravierender Fehler» passiert, sagt der Kanton Appenzell Innerrhoden. Imago/Wirestock

Ein leitender Mitarbeiter der Innerrhoder Finanzverwaltung versäumte es offenbar, die Dokumente auf dem Stick zu löschen. So gelangten die Medienunterlagen samt schützenswerter Daten in die Hände der Ostschweizer Zeitung. Das Medienhaus konfrontierte die Verwaltung mit der Datenpanne.

Keine sensiblen Daten im Umlauf

Unterdessen ist der Datenträger zurück beim Kanton. Das Medienhaus habe schriftlich bestätigt, dass «keine Daten kopiert, gespeichert oder weitergegeben wurden». Der fehlbare Mitarbeiter werde schriftlich verwarnt.

Sollte sich ein solcher Fehler wiederholen, drohe die Kündigung. «Er ist ein verdienter Mitarbeiter und hat nicht vorsätzlich gehandelt. Wir verzichten deshalb auf eine Strafanzeige», so Regierungspräsident Roland Dähler.

Um eine solche Panne in Zukunft zu vermeiden, hat der Kanton sein Amt für Informatik beauftragt. Es soll Vorschläge machen, wie Daten für Externe inskünftig zur Verfügung gestellt werden. Appenzell Innerrhoden habe kein grundsätzliches Problem mit Datensicherheit. Ein vergleichbarer Fall sei nicht bekannt.

Regionaljournal Ostschweiz, 1.4.2026, 12:03 Uhr ; 

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