Dauerregen hält Feuerwehren auf Trab

Der starke Regen verursacht in verschiedenen Kantonen Sachschäden und beeinträchtigt den Verkehr. Hunderte Meldungen zu überfluteten Gebäuden sowie Geröll und Schlamm auf Strassen sind bei der Polizei eingegangen. In Genf ruft die Polizei dazu auf, das Ufer der Arve zu meiden.

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Dauerregen in der Schweiz

1:18 min, aus Tagesschau vom 2.5.2015

Die Schweiz hat einen nassen Start in den Wonnemonat Mai erwischt. In der Nacht auf Samstag schüttete es wie aus Kübeln. In mehreren Kantonen traten Bäche über die Ufer, Dutzende Keller füllten sich mit Wasser. Der Bund warnt vor Hochwasser.

Besonders betroffen war das Wallis. In St-Gingolph (VS) trat in der Nacht die Morge über die Ufer. Die Wassermassen spülten Schlamm und Schutt auf die Strassen. 15 Personen mussten evakuiert werden, wie Gemeindepräsident Bertrand Duchoud sagte. Zwei Restaurants seien beschädigt und mindestens zwei Autos ganz oder teilweise unter dem Schutt begraben worden. Verletzt wurde indessen niemand.

Hochwasser-Alarm in der Schweiz (ohne Kommentar)

0:45 min, vom 2.5.2015

Fast 300 Meldungen im Kanton Bern

Auch in der Deutschschweiz hielten die starken Regenfälle die Feuerwehren auf Trab. Im Kanton Bern gingen 285 Meldungen bei der Kantonspolizei ein. Stark betroffen waren vor allem die Regionen entlang des Jurasüdfusses.

Gemeldet wurden etwa Wasserschäden in Keller und Tiefgaragen sowie überflutete Strassen. Wegen Erdrutschen und Steinschlägen mussten in der Region Biel und Berner Jura mehrere Strassen vorübergehend gesperrt werden.

Im Kanton Solothurn registrierte die Alarmzentrale der Polizei rund 160 Meldungen. Am stärksten betroffen war der westliche Kantonsteil. Im Aargau bewältigten die Feuerwehren 112 Hochwassereinsätze, in den Kantonen Zürich und Freiburg waren es mehr als 70.

Der Bund rief für die Alpennordseite eine mässige Hochwassergefahr aus. Entlang der Aare, am Thuner- und Bielersee besteht erhebliche Hochwassergefahr, warnt das Naturgefahrenbulletin.

Schiffe passen nicht mehr unter Brücken durch

Der Dauerregen behinderte auch die Schifffahrt. Die Rheinschifffahrt zwischen Rheinfelden (AG) und der Schleuse Kembs (F) musste wegen Hochwassers zeitweise eingestellt werden.

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Lawinengefahr

Mit dem Niederschlag ist die Lawinengefahr im Westen der Schweiz auf die zweithöchste Stufe «gross» angestiegen. Im Unterwallis, im Lötschental und teilweise bis in die Berner Alpen hinein war mit zahlreichen auch grossen Lawinen zu rechnen. Dies teilte das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung mit.

In der Stadt Zürich verkehrten die drei Limmatschiffe Felix, Regula und Turicum nur noch auf dem Seebecken, wie es beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) hiess. Der Pegel der Limmat war so hoch, dass die ohnehin schon flach gebauten Limmatschiffe nicht mehr unter den Brücken hindurch passen.

Rekordwert in Genf

Einen historischen Rekordwert vermeldete Genf: Die Durchflussmenge der Arve betrug am Samstagmorgen 865 Kubikmeter pro Sekunde – so viel wie noch nie seit Messbeginn 1935, wie die Genfer Behörden sagten. An einigen Stellen trat die Arve über die Ufer.

Heikel war die Lage auch zwischen Troistorrents (VS) und Val-d'Illiez (VS). Wegen eines drohenden Erdrutsches musste die Strasse zwischen den beiden Orten gesperrt werden. Ein Haus in der Gefahrenzone musste evakuiert werden.

Bereits am Freitagabend hatten in Monthey (VS) rund 300 Personen ihre Häuser verlassen müssen, weil der Fluss Vièze einen kritischen Pegelstand erreicht hatte. Sie konnten am Samstagmorgen jedoch wieder zurückkehren, wie die Behörden mitteilten. In Troistorrents waren rund 20 Personen evakuiert worden.