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«Desiro Dosto» Zug-Deal zwischen SBB und Siemens unter Dach und Fach

  • SBB und Siemens haben den Vertrag für 116 neue S-Bahn-Doppelstockzüge unterzeichnet. Nach einem Rechtsstreit ist der Milliardenauftrag damit nun definitiv vergeben.
  • Gefertigt werden die Züge in Deutschland, wobei die Projektleitung in der Schweiz angesiedelt sei, erklärte Siemens.
  • Die neuen Züge sollen ab 2031 eingesetzt werden. Vorgesehen sind 95 Fahrzeuge für die Zürcher S-Bahn und 21 für die Westschweiz.

Die SBB und Siemens Mobility Schweiz haben den Vertrag über die Lieferung der Züge unterschrieben, wie Siemens mitteilte. Das Auftragsvolumen beträgt bis zu zwei Milliarden Franken. Die Vereinbarung umfasst 116 sechsteilige Züge vom Typ «Desiro Dosto» sowie eine Option auf 84 weitere Fahrzeuge.

Zug fährt durch Weinberge mit Blick auf See und Berge.
Legende: Die Züge kommen in der Westschweiz und in der Region Zürich zum Einsatz. Siemens/Visualisierung

Damit ist die Beschaffung formell unter Dach und Fach. Zuvor hatte der Konkurrent Stadler Rail eine Beschwerde gegen die Vergabe zurückgezogen, womit die Vergabe an Siemens rechtskräftig wurde, wie die SBB bereits Anfang April mitteilten.

Siemens beteuert Verankerung in der Schweiz

Gegenüber den Medien beteuerte Siemens die starke Verwurzelung in der Schweiz. Es sei der Öffentlichkeit nicht bewusst, wie stark Siemens in der Schweiz verankert sei. «Wir sind nicht einfach ein ausländischer Zugbauer, der kommt und Züge verkaufen will, sondern seit 130 Jahren fester Bestandteil der Schweizer Wirtschaft», betont Gerd Schneller, CEO von Siemens Schweiz. Man freue sich auf die Kooperation mit der SBB und sei auch dabei, Hunderte Stellwerke im Schweizer Netz zu digitalisieren.

Zu den konkreten Leistungen in der Schweiz machte Siemens keine detaillierten Angaben. Während die Fertigung in Deutschland vorgesehen ist, sollen Konzeption, Projektleitung, Zulassung und Inbetriebnahme in der Schweiz erfolgen. An der Fahrzeugkonzeption werde standortübergreifend gearbeitet und die Inbetriebsetzung finde sowohl im eigenen Testcenter in Deutschland als auch in der Schweiz statt, erklärte Siemens. Konkrete Angaben zu Stellenprozenten oder zur effektiven Wertschöpfung seien derzeit noch nicht möglich.

Mehr Platz ab dem Jahr 2031

Die neuen Züge sollen ab 2031 eingesetzt werden. Mit rund 540 Sitzplätzen bieten sie deutlich mehr Kapazität als die Modelle der ersten Generation, die sie ersetzen werden.

Laut den Bahnbetrieben stehen den Reisenden künftig zehn Prozent mehr Sitzplätze und 30 Prozent mehr Stehplätze zur Verfügung.

Züge aus CO₂‑reduziertem Aluminium

Siemens setzt bei der Produktion nach eigenen Angaben auf umweltschonende Verfahren. Die Wagenkästen werden aus speziellem, CO₂‑reduziertem Aluminium gefertigt. Zudem sollen Wärmepumpen und ein intelligentes Energiemanagement den Stromverbrauch senken. Durch eine aerodynamische Optimierung werde zudem der Energieverbrauch optimiert, sagt Dominic Fried, Leiter des Rollmaterials.

SRF 4 News, 30.04.2026, 15 Uhr ; 

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