- Im Jahr 2025 sind in der Schweiz mit 7211 so viele Personen wie noch nie zum Zivildienst zugelassen worden.
- Das sind 6.1 Prozent oder gut 400 mehr als im Vorjahr und ein neuer Höchstwert, wie das Bundesamt für Zivildienst (Zivi) mitteilte.
- Bundesrat und Parlament wollen den Zugang zum Zivildienst erschweren – über die entsprechende Gesetzesänderung entscheidet das Stimmvolk im Sommer.
Der bisherige Rekord stammte aus dem Jahr 2010 mit 6826 Zulassungen – vor der Verordnungsrevision 2011. Diese hatte das Ziel, die Attraktivität des Zivildienstes nach der Abschaffung der Gewissensprüfung 2009 zu steuern.
Der Anteil der nach der Rekrutenschule eingereichten Gesuche blieb derweil letztes Jahr stabil, aber hoch: Er machte 2025 33.4 Prozent der Gesuche aus, gegenüber 33.7 Prozent im Jahr 2024.
Die Anzahl der geleisteten Diensttage erreichte mit knapp 1.9 Millionen ebenfalls einen Höchststand, stieg gegenüber dem Vorjahr allerdings nur minim an. Mehr als die Hälfte der Diensttage (50.4 Prozent) entfiel auf das Sozialwesen, gefolgt vom Schulwesen (18.1 Prozent), dem Gesundheitswesen (14.8 Prozent) und dem Umwelt- und Naturschutz (9.6 Prozent).
Gleichzeitig ist die Zahl der anerkannten Einsatzbetriebe um 2.3 Prozent zurückgegangen. Laut dem Bund ist der Vollzug des Zivildienstes mit 15'770 Einsatzplätzen aber weiterhin gewährleistet. Rückläufig waren auch die Zahlen der Disziplinar- und Straffälle.
Bund will Zugang erschweren – Entscheid an der Urne
Um den Zugang zum Zivildienst zu erschweren, hatte eine bürgerliche Parlamentsmehrheit im vergangenen Herbst höhere Hürden für den Zugang zum Zivildienst beschlossen. Die Armee und der Zivilschutz sollten so mehr Personal zur Verfügung haben.
Gegen die Gesetzesänderung hat ein vom Zivildienstverband Civiva und den Jungen Grünen angeführtes Komitee das Referendum ergriffen. Am 14. Juni wird daher über die Gesetzesänderung abgestimmt.
Die Gegnerinnen und Gegner gehen davon aus, dass mit den Verschärfungen das Zivildienstpersonal um vierzig Prozent reduziert würde und die Institution als Ganzes gefährdet wäre.