Das ist passiert: Bei einem Brand in der Bar «Le Constellation» im Walliser Ski-Ort Crans-Montana sind in der Silvesternacht mehrere Dutzend Menschen ums Leben gekommen. Über hundert Personen wurden verletzt, die meisten von ihnen schwer. Das Feuer brach um 01:30 Uhr aus.
Das ist über die Opfer bekannt: Die Behörden gaben sich an der Medienkonferenz auf Journalistenfragen hin sehr zurückhaltend mit Angaben zu den Todesopfern. Vor Ort seien auch Rechtsmediziner für die Identifikation. Die Identifizierung der Verstorbenen hat laut Staatsanwaltschaft oberste Priorität. Da es sich um einen international frequentierten Ferienort handelt, wird davon ausgegangen, dass die Opfer aus verschiedenen Ländern stammen. Die rechtsmedizinischen Arbeiten seien aufwendig, weshalb Verstärkung aus benachbarten Kantonen angefordert wurde.
Das passiert mit den Verletzten: Die rund hundert Verletzten wurden unter anderem in Walliser Spitäler gebracht. Das Spital Wallis hat den Katastrophenplan ausgelöst; die Intensivstationen und Operationssäle sind nach eigenen Angaben voll belegt. Das auf Brandverletzungen spezialisierte Universitätsspital Zürich hat über ein Dutzend Brandopfer aufgenommen. Am Universitätsspital Lausanne (CHUV) werden derzeit 22 Brandopfer behandelt, sagte eine Sprecherin zu Keystone-SDA. Weitere Verletzte würden in den nächsten Stunden nicht erwartet.
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Bild 1 von 16. Bestattungsfahrzeuge vor dem Unglücksort: Die Walliser Behörden gehen von mehreren Dutzend Todesopfern aus. Bildquelle: KEYSTONE/Jean-Christophe Bott.
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Bild 2 von 16. Die Katastrophe in Crans-Montana hat nicht nur die Schweiz getroffen, sondern auch weltweit Anteilnahme ausgelöst. Bildquelle: REUTERS/Denis Balibouse.
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Bild 3 von 16. Eine Vielzahl von Kriminaltechnikerinnen und -technikern ist vor Ort, um die Ursache des Feuers zu ermitteln. Bildquelle: REUTERS/Denis Balibouse.
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Bild 4 von 16. Die genaue Zahl der Opfer ist am Nachmittag noch nicht bekannt. Bildquelle: BRK.
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Bild 5 von 16. Die Menschen in Crans-Montana stehen nach der Katastrophennacht unter Schock. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
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Bild 6 von 16. Erste Trauerbekundungen im Walliser Ski-Ort. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
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Bild 7 von 16. Blumen am Ort des Unglücks. Bildquelle: Keystone via AP/Jean-Christophe Bott.
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Bild 8 von 16. Die Neujahrsfeier in der Bar «Le Constellation» endet für viele Menschen tödlich. Die Einsatzkräfte wurden um 01:30 Uhr alarmiert. Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
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Bild 9 von 16. Chaotisch zurückgelassene Stühle, angelaufene Scheiben, ein Turnschuh: Blick in das Innere der ausgebrannten Bar «Le Constellation». Das Bild wurde von der Kantonspolizei Wallis veröffentlicht. Bildquelle: Keystone/Kantonspolizei Wallis.
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Bild 10 von 16. Der Ort der Katastrophe ist abgeschirmt. Bildquelle: Keystone/AP/Jean-Christophe Bott.
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Bild 11 von 16. Der Schock am Tag danach sitzt tief. Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
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Bild 12 von 16. Die Behörden teilen am Donnerstagvormittag mit: Dutzende Personen sind beim Brand in der Bar gestorben, rund 100 weitere verletzt – zu einem grossen Teil schwer. Bildquelle: Keystone/Alessandro della Valle.
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Bild 13 von 16. Am Nachmittag machte sich Bundespräsident Guy Parmelin vor Ort ein Bild von der Lage. Bildquelle: SRF/Anna-Lisa Achtermann.
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Bild 14 von 16. Die Bar «Le Constellation» steht in Flammen. Bildquelle: Screenshot/Social Media/X@Tyroneking36852.
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Bild 15 von 16. Im Rettungseinsatz standen zehn Helikopter, 40 Ambulanzen und 150 Sanitäterinnen und Sanitäter. Bildquelle: X/Osint World.
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Bild 16 von 16. Das Feuer in der Bar «Le Constellation» war in der Silvesternacht um 01:30 Uhr ausgebrochen. Bildquelle: RTS.
Das ist über die Ursache bekannt: Ein Anschlag wird ausgeschlossen, wie die Walliser Behörden am Neujahrstag vor den Medien sagten. In einer Medienmitteilung vom Donnerstagnachmittag schrieben sie, dass es in der Bar zu einem sogenannten «Flashover» gekommen sei. Damit ist der plötzliche Übergang von einem entstehenden Brand zu einem Vollbrand gemeint. Dabei entzünden sich alle brennbaren Oberflächen in einem Raum schlagartig. Infolgedessen habe es eine oder mehrere Explosionen gegeben. Die Ermittlungen stehen noch am Anfang.
Das ist die aktuelle Lage: Der Walliser Staatsrat hat die «besondere Lage» ausgerufen, um den Grosseinsatz zu koordinieren. Damit sollen möglichst rasch und ohne Verzögerung alle nötigen Einsatzmittel mobilisiert werden können, hiess es in einem Communiqué. Mehrere hundert Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Zivilschutz und Sanität standen im Einsatz. Mobilisiert wurden unter anderem zehn Helikopter und 40 Ambulanzen.
Das sind die Reaktionen: «Eine Festnacht hat sich in einen Albtraum verwandelt», sagte Mathias Reynard, Walliser SP-Staatsrat und Vorsteher des Departements für Gesundheit, Soziales und Kultur, vor den Medien. «Wir sind alle erschüttert», fügte Frédéric Gisler, Kommandant der Walliser Kantonspolizei an. Er hat sein Amt am heutigen Tag angetreten. Bundespräsident Guy Parmelin drückt im Namen des Bundesrates sein tiefstes Beileid aus.
Parmelin verschiebt seine für Donnerstagmittag geplante Neujahrsansprache. Er tut dies aus Respekt vor dem Leid und der Trauer der Familien der Opfer. Auch aus dem Ausland treffen erste Beileidsbekundungen ein, so aus den unmittelbaren Nachbarländern Frankreich und Italien.