Der ehemalige Zürcher Regierungsrat Christian Huber ist am vergangenen Sonntag nach kurzer Krankheit im Spital gestorben. Das bestätigt die Familie des früheren SVP-Politikers gegenüber dem «Tages-Anzeiger».
Huber ist in Zürich aufgewachsen und hat dort Jura studiert. Er war Staatsanwalt, Oberrichter und Präsident des Geschworenengerichts. In dieser Funktion wurde er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als er die Verhandlungen im Fall des Sexualstraftäters René Osterwald geführt hat.
1999 wurde er für die SVP in den Regierungsrat gewählt, wo er sechs Jahre lang als Finanzdirektor amtete. Seine Grundhaltung bezeichnete Huber als liberal-konservativ.
Konflikte mit der SVP-Parteileitung
Im September 2004 kündete Huber überraschend seinen Rücktritt an. Als Begründung nannte er Konflikte mit der SVP, wobei er gegenüber den Medien damals betonte, dass er mit der Partei als solcher kein Problem habe. Er sei SVP-Politiker und SVP-Mitglied und trage das Parteiprogramm mit, aber: «Ich habe Probleme mit der Parteileitung.»
Während seiner Zeit als Regierungsrat hatten sich die Konflikte mit der Parteileitung gemehrt. Es ging um das unterschiedliche Rollenverständnis. Den Ausschlag für Hubers Rücktritt gaben schlussendlich Äusserungen der damaligen SVP-Kantonsräte Alfred Heer und Claudio Zanetti über den Regierungsrat, als sie dessen Löhne senken wollten.
Der Partei gelang es nach Hubers Rücktritt nicht, den Sitz in der Kantonsregierung zu verteidigen. Ihr Kandidat Toni Bortoluzzi konnte sich nicht durchsetzen und trat deshalb beim zweiten Wahlgang nicht mehr an. Die damalige CVP konnte den Sitz mit Hans Hollenstein für sich erobern.
Mit dem Hausboot durch Europa
Nach seinem Rücktritt genoss Christian Huber seine Pension. Er verkaufte sein Haus in Pfäffikon im Zürcher Oberland und bereiste zusammen mit seiner Frau auf ihrem Hausboot «Kinette», einem ehemaligen Frachtschiff, Europa.
Tauchen ist wie Fliegen unter Wasser.
Huber war damit einmal mehr seinem Element, dem Wasser, nah. Er war auch passionierter Taucher. In einem SRF-Interview sagte er einst: «Tauchen ist wie Fliegen unter Wasser.»
Zuletzt war Huber Krimi-Autor. Er schrieb etwa über einen wahren Mordfall im Zürich der 1930er-Jahre – den Mordfall Näf.
Die Konflikte mit der Parteileitung habe er verdaut, sagte er vor rund drei Jahren in einem Gespräch mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» von Radio SRF. Er habe Frieden geschlossen mit den entsprechenden Vertretern der SVP. Zwar habe er sich später gefragt, ob sein Rücktritt damals die richtige Entscheidung gewesen sei. «Aber es macht keinen Sinn, es ist einfach, wie es ist.»