- Frauen in der Schweiz sollen künftig bereits ab 45 Jahren regelmässig zur Früherkennung von Brustkrebs eingeladen werden. Das fordern drei medizinische Fachgesellschaften, darunter die Gesellschaft für Gynäkologie.
- Brustkrebs trete zunehmend häufiger bei Frauen unter 50 Jahren auf, begründen sie die Forderung.
- Derzeit werden in zahlreichen Kantonen Frauen ab 50 alle zwei Jahre eingeladen, um ein Brustkrebs-Screening durchzuführen.
In Kantonen mit einem Vorsorgeprogramm erhalten gesunde Frauen zwischen 50 und 69 Jahren regelmässig eine briefliche Einladung zur sogenannten Mammografie, einer Röntgenuntersuchung der Brüste.
«Ein früherer Start des Screenings hilft, teure und belastende Behandlungen in weiter fortgeschrittenen Stadien zu verringern», schreiben die Schweizerische Gesellschaft für Radiologie (SGR-SSR), die Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) und die Schweizerische Gesellschaft für Senologie (SGS).
Brustkrebs: zweithäufigste Todesursache
Damit könnten sowohl die Überlebensrate als auch die Lebensqualität von an Brustkrebs erkrankten Frauen verbessert werden. Immer häufiger werde Brustkrebs bei Frauen unter 50 Jahren diagnostiziert. Bei Frauen zwischen 40 und 49 Jahren ist Brustkrebs die zweithäufigste Todesursache.
Regelmässige Mammografien ab 40 Jahren könnten die Sterblichkeitsrate um 25 Prozent senken, hat gemäss SRG-SSR, SGGG und SGS eine aktuelle Studie gezeigt. Wird das Eintrittsalter bei den kantonalen Mammografie-Screening-Programmen von 50 auf 45 Jahre gesenkt, könnten so Leben gerettet werden, sind die Fachgesellschaften überzeugt.
Screenings bewähren sich
In Kantonen ohne solche Programme sind die Brustkrebstumore zum Zeitpunkt der Diagnose grösser als in Kantonen mit Screening-Programmen, teilten das Luzerner Kantonsspital und die Hirslanden Klinik St. Anna 2024 mit.
Gemäss SGR-SSR, SGGG und SGS ist eine frühe Diagnose auch wirtschaftlich sinnvoll, da die Kosten für Medikamente bei fortgeschrittenem Krebs massiv gestiegen seien. Auch die Strahlenbelastung einer Mammografie liegt laut der Fachgesellschaften im «unbedenklichen Bereich». Ihre Empfehlung folgt dem Vorbild von Ländern wie Deutschland, Österreich und Schweden, wo Screenings unter fünfzig bereits empfohlen werden.