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Einsatz für Gleichberechtigung Sie war die erste Klinikdirektorin am Unispital Zürich

Klara Landau hat vielen Frauen in der Medizin den Weg geebnet. Geboren im Prag der 1950er-Jahre, führte ihr Weg über die DDR in die Schweiz. Hier studierte sie Medizin und wurde Augenärztin. Später wurde sie die erste Frau an der Spitze einer Klinik des Zürcher Universitätsspitals (USZ). Doch bis es so weit war, musste sie sich mehrfach in einer männlich dominierten Welt durchsetzen.

Der Physiklehrer meinte, ich gehörte als Mädchen nicht in die naturwissenschaftliche Klasse.
Autor: Klara Landau Delegierte für Gleichstellung am USZ

Als sie 1969 in die Schweiz kam, besuchte Klara Landau als 16-Jährige die Kantonsschule in Glarus. Dort fiel sie gleich in mehrerlei Hinsicht auf: «Ich war das einzige Mädchen in der Klasse. Die einzige Geflüchtete. Dass ich auch noch jüdisch bin, erwähnte ich nicht. Das wäre wohl des Guten zu viel gewesen», erzählt Landau mit dem ihr typischen Lächeln. Der Physiklehrer habe ihr nicht zugetraut, die Schule abzuschliessen. Angestachelt davon, büffelte sie besonders viel Physik und schloss mit Bestnote ab.

Auch während des Medizinstudiums in Zürich war Klara Landau eine von wenigen Frauen. Darauf habe sie anfänglich gar nicht geachtet: «Es ist mir erst aufgefallen, als ich bei jedem weiteren Karriereschritt einsamer wurde.» Denn viele andere Frauen stiessen an die gläserne Decke.

Israel, San Francisco – und zurück nach Zürich

Klara Landau ging derweil ihren Weg – der allerdings keineswegs geradlinig verlief. In den 1980er-Jahren begleitete sie ihren Mann in dessen Heimat Israel, später verbrachten sie ein paar Jahre in San Francisco, wo sie und ihr Mann forschten. Auch als sie Mutter wurde, arbeitete Landau weiter: «Ich kannte nichts anderes. In der Tschechoslowakei haben praktisch alle Frauen gearbeitet.»

Nach dem Aufenthalt in den USA kehrte sie zurück nach Zürich, wo Landau eine Stelle als Oberärztin an der Augenklinik des Unispitals antrat. Und als der damalige Klinikchef abtreten musste, übernahm sie die Leitung – zunächst interimistisch: «Das dauerte drei Jahre. In dieser Zeit habe ich gemerkt, dass mir diese Aufgabe liegt.» Also habe sie sich beworben und bekam 2005 die Position.

Eine Frau sitzt mit einer Krone auf dem Kopf auf einem grossen Sessel und lächelt in die Kamera.
Legende: Königin der Augenheilkunde Klara Landau wurde auch schon zur «Queen der Neuro-Ophthalmologie» gekrönt. zvg

Damit war sie die erste Klinikdirektorin am Universitätsspital Zürich. Heute werden zwölf der 42 Kliniken und Institute am USZ von Frauen geführt. Vor zwanzig Jahren war Klara Landau die Einzige. Sie fühlte sich durchaus exponiert: «Wenn ich etwas sagte, musste es wichtig sein. Ich wurde nicht als Individuum wahrgenommen, sondern als Stimme der Frauen.»

Mit Fachwissen, Ausdauer und einer Prise Humor bestand sie in dieser Männerwelt. Dreizehn Jahre lang leitete sie die Augenklinik. Daneben setzte und setzt sie sich für die Frauenförderung ein. Sie regte an, eine Gleichstellungsstelle zu schaffen. Und seit bald acht Jahren ist sie Delegierte für Gleichstellung am Unispital. Sie berät junge Ärztinnen bei der Karriereplanung, motiviert Frauen, sich für Kaderpositionen zu bewerben oder baute ein Programm zur Karriereentwicklung für Assistenzärztinnen mit auf.

Ich musste etwas lachen und dachte: Aber ich lebe doch noch!
Autor: Klara Landau Namensgeberin des Gleichstellungspreises der USZ-Medizinfakultät

Für ihr Engagement hat die medizinische Fakultät sie geehrt. Der Preis für Gleichstellung ist nach ihr benannt. Als Klara Landau davon erfuhr, war sie zunächst irritiert: «In meinem Verständnis sind solche Preise nach längst verstorbenen Personen benannt. Aber es freute mich auch.»

Neben ihrem Einsatz für Gleichstellung ist Klara Landau Präsidentin des Vereins Licht für die Welt Schweiz, eine NGO, die augenkranke Menschen im globalen Süden unterstützt. Auch das ist Teil ihres bewegten Lebens, zwischen Operationssaal, Forschung und dem Einsatz für Gleichstellung.

Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 22.2.2026, 17:30 Uhr;liea

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