Er gilt als Aufsteiger der Saison: der 18-jährige Martin Schönbächler aus Einsiedeln. Am Schwarzsee hat er nicht nur seinen ersten Bergkranz gewonnen, er bekam auch den Preis für den Athleten, der am schönsten geschwungen hat. Das Publikum liebt ihn und SRF-Kommentator Reto Wiedmer brachte es live am TV auf den Punkt: «Dem Schönbächler Martin schaut man so gerne zu. Es ist so erfrischend, wie er schwingt.»
Sportliche Gene
2 Meter gross, 120 Kilogramm schwer, Schuhgrösse 50: Das ist Martin Schönbächler. Der 18-Jährige bekam die Schwinger-Postur und das sportliche Talent in die Wiege gelegt. Vater Sepp und auch der Grossvater waren Schwinger. In der Stube im Elternhaus hängen zahlreiche Bilder, Trophäen, Trychlen und Kränze. «Mittlerweile ist das meiste von mir», sagt der junge Schwinger nicht ohne Stolz.
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Bild 1 von 2. Da ist schon einiges an Medaillen und Trophäen zusammengekommen bei der Familie Schönbächler. Bildquelle: SRF/Primus Ettlin.
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Bild 2 von 2. Über Generationen hinweg wird in der Familie Schönbächler geschwungen. Bildquelle: SRF/Primus Ettlin.
Doch nicht nur der Vater hat ihm sportlich viel mitgegeben, auch seine kenianische Mutter. Sie war Leichtathletin in den Disziplinen 800 Meter und Weitsprung. Dass er so hochgewachsen ist, habe er von ihrer Seite, sagt Marjorie Schönbächler: «Ich komme aus einer Familie mit sehr grossen Menschen.» Ihre Geschwister hätten zudem auch Hochleistungssport gemacht.
Mutter Marjorie erinnert sich, dass ihr Mann ganz am Anfang, als sie sich kennen und lieben lernten, sagte: «Wenn wir mal Kinder haben: Kannst du dir vorstellen, wie sportlich die sind?»
Wie der Vater, so der Sohn?
Der sportliche Weg war also für Martin Schönbächler vorgeschrieben. Von klein auf war er beim Schwingen dabei.
Dass es mir in dieser Saison so gut gelungen ist, kam schon ein wenig überraschend.
Inzwischen stellt sich auch der Erfolg ein: Martin Schönbächler gewann in dieser Saison nacheinander den Kranz am Luzerner und am St. Galler Kantonalschwingfest sowie den begehrten Bergkranz am Schwarzsee-Schwinget. «Dass es mir in dieser Saison so gut gelungen ist, kam schon ein wenig überraschend», sagt er.
Bescheiden gibt sich der junge Mann. So träumt der 18-Jährige nämlich nicht vom ganz grossen Sieg, sondern will zuerst einmal mit seinem Vater gleichziehen und einen eidgenössischen Kranz holen. Sepp Schönbächler gelang dies 1977 in Basel.
Ich leide manchmal darunter, wenn ich sehe, wie er am Boden zerquetscht wird.
Logisch, dass Vater Sepp genau hinschaut bei seinem Sohn, stolz auf ihn ist, ihn aber auch kritisiert, wenn nötig: «Er muss dranbleiben. Die Technik ausfeilen, weiterkommen, sich verbessern. Das ist Arbeit», sagt der Vater. Mutter Marjorie wirft einen weniger professionellen Blick auf ihren Sohn: «Ich leide manchmal darunter, wenn ich sehe, wie er am Boden zerquetscht wird.» Aber sie fiebert auch mit.
Leben auf dem Bauernhof
Martin Schönbächler lebt bei seinen Eltern auf dem Hof gleich hinter dem Kloster Einsiedeln. Seine zwei grösseren Brüder sind bereits ausgezogen. Diesen Monat schliesst er seine Landwirtschaftslehre ab. Auch hier tritt er in die Fussstapfen des Vaters. Der Bauernbetrieb und die Pferdepension sind schon in sechster Generation in den Händen der Schönbächlers.
Er sei mit Leidenschaft Bauer: «Für mich ist es eine Herzenssache. Mit den Tieren, den Pflanzen und der Natur zu arbeiten, ist erfüllend.»
Neben all der körperlichen Arbeit braucht Martin Schönbächler einen Ausgleich. Das ist bei ihm die Volksmusik.
So greift er immer wieder zum Schwyzerörgeli. Und wie sollte es auch anders sein? Auch hier macht er eine gute Figur.
Doch bald muss er das Örgeli wieder beiseitelegen und sich erneut ins Sägemehl begeben. Am Wochenende hat Martin Schönbächler seinen nächsten Einsatz beim Innerschweizer Schwing- und Älplerfest in Arth.