«Ich bin so stolz», sagt André Scherer, Präsident des Skiclubs Horw bei Luzern. Die Erfolge von Nadine Fähndrich und Gregor Deschwanden bei den olympischen Winterspielen 2026 in Italien seien «ein wunderschöner Lohn» – und zwar für all jene, die beim Skiclub Horw die Kinder trainierten und betreuten.
Der Skiclub Horw ist in der gleichnamigen Gemeinde beheimatet, in einem Vorort von Luzern, 441 Meter über Meer. Dort gibt es weder einen Skilift noch eine Langlaufloipe, geschweige denn eine Sprungschanze. Trotzdem hat der Verein drei Aushängeschilder mit Olympiamedaillen.
Im Sommer Langlauf, im Winter Kunstschnee
Neben der Langläuferin Nadine Fähndrich und dem Skispringer Gregor Deschwanden hat auch Hippolyt Kempf seine Karriere beim Skiclub Horw gestartet. Er gewann in den 1980er- und 1990er-Jahren einen kompletten olympischen Medaillensatz in der nordischen Kombination.
Der Skiclub Horw ist über 100 Jahr alt:
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Bild 1 von 3. Der Skiclub Horw wurde am 11. November 1919 gegründet. Bildquelle: Skiclub Horw.
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Bild 2 von 3. Ein Skilager des Skiclubs Horw in den 90er-Jahren. Bildquelle: Skiclub Horw.
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Bild 3 von 3. Der Skiclub Horw trainiert mit seinen Mitgliedern auch in den Sommermonaten. Bildquelle: Skiclub Horw.
«Die Langläufer machst du im Sommer», sagt André Scherer auf die Frage, wie ein Skiclub im Flachland solche Talente hervorbringen kann. Dafür sei die Ausgangslage in Horw gut. Für den Schneesport weiche der Club auf das nahe Eigenthal aus, wo es künstlich beschneite Pisten gebe.
Dieser Sport, bei dem man über einen Hügel springt
Gregor Deschwanden sagt, ohne den Skiclub Horw wäre er nie bei den olympischen Spielen gelandet. «In einem Training erfuhr ich von diesem Sport, bei dem man mit zwei Skiern über einen Hügel springt.» So sei er zum Skispringen gekommen.
Auch Nadine Fähndrich betont die Bedeutung des Skiclubs: «Der Sport basiert auf Freiwilligenarbeit und den Clubs. Ohne sie würde es den Weltcup und uns Leistungssportlerinnen nicht geben.»
Bei beiden habe der Skiclub Horw ganz am Anfang eine grosse Rolle gespielt, ist Clubpräsident André Scherer überzeugt: «Wir motivieren die Kinder und ermöglichen ihnen, ihre sportliche Seite auszuleben.» Sind sie gut, ginge es weiter in den Kadern von grösseren Skiverbänden.
Potenzial bei Fähndrich, Fleiss bei Deschwanden
Bei Nadine Fähndrich habe man bereits früh Potenzial gesehen, sagt André Scherer im Rückblick. Gregor Deschwanden ist ihm weniger aufgefallen: «Gregi hat es mit viel Fleiss und Verzicht geschafft.»
Der Skiclub Horw könne erste Weichen stellen für Skikarrieren wie jene der beiden Olympiamedaillengewinner. «Danach müssen es die Athletinnen und Athleten selbst schaffen. Ich habe grossen Respekt vor den beiden», so das Fazit des Clubpräsidenten.