Zum Inhalt springen

Header

Zur Übersicht von Play SRF Audio-Übersicht

Erfolgreicher Skiclub Ein Skiclub im Flachland als Olympia-Schmiede

Nadine Fähndrich holte in Milano-Cortina Silber, Gregor Deschwanden Bronze. Ihre Karrieren haben beide beim Skiclub Horw gestartet.

«Ich bin so stolz», sagt André Scherer, Präsident des Skiclubs Horw bei Luzern. Die Erfolge von Nadine Fähndrich und Gregor Deschwanden bei den olympischen Winterspielen 2026 in Italien seien «ein wunderschöner Lohn» – und zwar für all jene, die beim Skiclub Horw die Kinder trainierten und betreuten.

Menschenmenge bei Nacht, zwei Personen in roten Jacken und Mützen mit Medaillen.
Legende: Grossaufmarsch in Horw: Nadine Fähndrich und Gregor Deschwanden werden empfangen. Keystone / Urs Flüeler

Der Skiclub Horw ist in der gleichnamigen Gemeinde beheimatet, in einem Vorort von Luzern, 441 Meter über Meer. Dort gibt es weder einen Skilift noch eine Langlaufloipe, geschweige denn eine Sprungschanze. Trotzdem hat der Verein drei Aushängeschilder mit Olympiamedaillen.

Im Sommer Langlauf, im Winter Kunstschnee

Neben der Langläuferin Nadine Fähndrich und dem Skispringer Gregor Deschwanden hat auch Hippolyt Kempf seine Karriere beim Skiclub Horw gestartet. Er gewann in den 1980er- und 1990er-Jahren einen kompletten olympischen Medaillensatz in der nordischen Kombination.

Der Skiclub Horw ist über 100 Jahr alt:

«Die Langläufer machst du im Sommer», sagt André Scherer auf die Frage, wie ein Skiclub im Flachland solche Talente hervorbringen kann. Dafür sei die Ausgangslage in Horw gut. Für den Schneesport weiche der Club auf das nahe Eigenthal aus, wo es künstlich beschneite Pisten gebe.

Dieser Sport, bei dem man über einen Hügel springt

Gregor Deschwanden sagt, ohne den Skiclub Horw wäre er nie bei den olympischen Spielen gelandet. «In einem Training erfuhr ich von diesem Sport, bei dem man mit zwei Skiern über einen Hügel springt.» So sei er zum Skispringen gekommen.

Skispringer in der Luft mit orangenem Anzug auf schwarzem Hintergrund.
Legende: Gregor Deschwanden gewann seine Bronzemedaille bei den Olympischen Winterspielen 2026 auf der Normalschanze. EPA / FILIP SINGER

Auch Nadine Fähndrich betont die Bedeutung des Skiclubs: «Der Sport basiert auf Freiwilligenarbeit und den Clubs. Ohne sie würde es den Weltcup und uns Leistungssportlerinnen nicht geben.»

Zwei Skilangläuferinnen in roten Jacken mit Medaillen und Skiern.
Legende: Nadine Fähndrich (links) gewann die Silbermedaille im Langlauf Teamsprint zusammen mit Nadja Kälin. EPA / HANNIBAL HANSCHKE

Bei beiden habe der Skiclub Horw ganz am Anfang eine grosse Rolle gespielt, ist Clubpräsident André Scherer überzeugt: «Wir motivieren die Kinder und ermöglichen ihnen, ihre sportliche Seite auszuleben.» Sind sie gut, ginge es weiter in den Kadern von grösseren Skiverbänden.

Potenzial bei Fähndrich, Fleiss bei Deschwanden

Bei Nadine Fähndrich habe man bereits früh Potenzial gesehen, sagt André Scherer im Rückblick. Gregor Deschwanden ist ihm weniger aufgefallen: «Gregi hat es mit viel Fleiss und Verzicht geschafft.»

Drei Personen mit Medaillen und Mikrofonen vor Flaggen.
Legende: Auch alt Bundesrat Adolf Ogi gratulierte bei der Medaillenfeier in Horw. Keystone / URS FLUEELER

Der Skiclub Horw könne erste Weichen stellen für Skikarrieren wie jene der beiden Olympiamedaillengewinner. «Danach müssen es die Athletinnen und Athleten selbst schaffen. Ich habe grossen Respekt vor den beiden», so das Fazit des Clubpräsidenten.

Regionaljournal Zentralschweiz, 25.2.2026, 6:31 Uhr ; 

Meistgelesene Artikel