Der baselstädtische Grosse Rat hat Gianna Hablützel-Bürki (SVP) am Mittwoch zu seiner neuen Präsidentin gewählt. Sie erhielt 63 von 92 gültigen Stimmen. Die 56-Jährige wechselt damit usanzgemäss vom Vize- auf den Präsidiumssessel.
Ihre Wahl zur «Statthalterin» alias Vizepräsidentin 2025 war turbulent. Sie wurde gewählt, nachdem der von der SVP eigentlich vorgeschlagene Beat Schaller in mehreren Wahlgängen keine Mehrheit gefunden hatte.
Ich werde als Repräsentantin fungieren und nicht als SVP-Politikerin.
Balz Herter (Mitte), den sie am 1. Februar als höchsten Basler ablöst, hatte vor einem Jahr 91 von 98 Stimmen erhalten. Auf das mässige Wahlresultat angesprochen, verweist sie auf ihr Jahr als Vize: «Ich konnte beweisen, dass ich den Partei-Hut abgelegt habe, wirklich neutral bin und als Repräsentantin fungieren werde und nicht als SVP-Politikerin.»
Im Kantonsparlament politisiert Gianna Hablützel-Bürki seit neun Jahren. 2019 trat sie für die SVP bei den Ständeratswahlen an, unterlag aber Eva Herzog (SP) klar.
Beste Schweizer Fechtsportlerin
Gianna Hablützel-Bürki ist bis heute die erfolgreichste Schweizer Fechterin: An Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann sie mit dem Degen sowohl im Einzel als auch mit dem Team die Silbermedaille. 1993/94 war sie zudem Führende in der Weltrangliste.
Während ihrer Fechtkarriere zerstritt sie sich mit Verein und Verband. Derzeit ist ein Rechtsstreit hängig wegen übler Nachrede, dies im Zusammenhang mit einer Verbandsvorstandswahl. Einen Schuldspruch des Basler Strafgerichts hat sie angefochten, auch ein Zivilverfahren ist noch pendent.
Ein Kontrahent ist dabei Gabriel Nigon, früherer Spitzenfechter, Funktionär und Leiter der Olympiadelegation – er sitzt heute für die LDP ebenfalls im Basler Grossen Rat. Dieser Streit sei privat und habe mit ihr als Politikerin nichts zu tun, sagt sie. «Für den Kanton werde ich das Beste geben und auch entsprechend auftreten.» Und: «Als Präsidentin ist es meine Aufgabe, für alle 100 Mitglieder genau gleich da zu sein.»