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Ex-Spitzenfechterin Gianna Hablützel-Bürki ist als höchste Baslerin gewählt

Das Parlament wählte sie mit einem mässigen Resultat. Zum Zug kommt sie, weil ein SVP-Parteikollege durchgefallen war.

Der baselstädtische Grosse Rat hat Gianna Hablützel-Bürki (SVP) am Mittwoch zu seiner neuen Präsidentin gewählt. Sie erhielt 63 von 92 gültigen Stimmen. Die 56-Jährige wechselt damit usanzgemäss vom Vize- auf den Präsidiumssessel.

Gianna Hablützel-Bürki
Legende: Gianna Hablützel-Bürki (SVP) war 2025 unverhofft zur Vizepräsidentin des Grossen Rates Basel-Stadt gewählt worden – danach posierte sie auf der Ratstribüne. Die Wahl zur Präsidentin jetzt war entsprechend absehbar. Grosser Rat BS/Matthias Willi

Ihre Wahl zur «Statthalterin» alias Vizepräsidentin 2025 war turbulent. Sie wurde gewählt, nachdem der von der SVP eigentlich vorgeschlagene Beat Schaller in mehreren Wahlgängen keine Mehrheit gefunden hatte.

Ich werde als Repräsentantin fungieren und nicht als SVP-Politikerin.
Autor: Gianna Hablützel-Bürki Präsidentin des Grossen Rates BS ab 1.2.2026

Balz Herter (Mitte), den sie am 1. Februar als höchsten Basler ablöst, hatte vor einem Jahr 91 von 98 Stimmen erhalten. Auf das mässige Wahlresultat angesprochen, verweist sie auf ihr Jahr als Vize: «Ich konnte beweisen, dass ich den Partei-Hut abgelegt habe, wirklich neutral bin und als Repräsentantin fungieren werde und nicht als SVP-Politikerin.»

Im Kantonsparlament politisiert Gianna Hablützel-Bürki seit neun Jahren. 2019 trat sie für die SVP bei den Ständeratswahlen an, unterlag aber Eva Herzog (SP) klar.

Beste Schweizer Fechtsportlerin

Gianna Hablützel-Bürki ist bis heute die erfolgreichste Schweizer Fechterin: An Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann sie mit dem Degen sowohl im Einzel als auch mit dem Team die Silbermedaille. 1993/94 war sie zudem Führende in der Weltrangliste.

Gianna Bürki-Hablützel im olympischen Degen-Teamfinal 2000 gegen Maria Mazina.
Legende: An den Olympischen Spielen 2000 in Sydney gewann Gianna Bürki-Hablützel doppeltes Degen-Silber. Hier (rechts im Bild) kämpft sie im Team-Final gegen die Russin Maria Mazina. Keystone/Fabrice Coffrini

Während ihrer Fechtkarriere zerstritt sie sich mit Verein und Verband. Derzeit ist ein Rechtsstreit hängig wegen übler Nachrede, dies im Zusammenhang mit einer Verbandsvorstandswahl. Einen Schuldspruch des Basler Strafgerichts hat sie angefochten, auch ein Zivilverfahren ist noch pendent.

Ein Kontrahent ist dabei Gabriel Nigon, früherer Spitzenfechter, Funktionär und Leiter der Olympiadelegation – er sitzt heute für die LDP ebenfalls im Basler Grossen Rat. Dieser Streit sei privat und habe mit ihr als Politikerin nichts zu tun, sagt sie. «Für den Kanton werde ich das Beste geben und auch entsprechend auftreten.» Und: «Als Präsidentin ist es meine Aufgabe, für alle 100 Mitglieder genau gleich da zu sein.»

Regionaljournal Basel Baselland, 07.01.2026, 12:03 Uhr ; 

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