«Morgestraich, vorwärts marsch!» – so lautet das Kommando am Montagmorgen um 4 Uhr in Basel. Bei milden neun Grad haben sich in der Basler Innenstadt Tausende zum Auftakt der Fasnacht versammelt.
Die Basler Fasnacht beginnt traditionsgemäss mit einem Höhepunkt: Um 4 Uhr gehen alle Lichter aus, Hunderte Laternen tauchen die Stadt in ein farbiges Licht. Der Morgestraich ist der Auftakt zu Basels drei schönsten Tagen, wie es im Volksmund heisst.
Die kleinen Kopflaternen auf den Larven der Aktiven und die grossen Laternen der Cliquen verwandeln die sonst dunkle Stadt in eine poetische Fasnachtswelt.
Dank der Laternen kann man am Morgestraich die ersten Sujets der Cliquen erahnen. Zwar spielen die aktiven Fasnächtlerinnen und Fasnächtler mit ihren Kostümen und Larven das Sujet ihrer Clique erst am Nachmittag am Cortège aus. Auf den Laternen aber sind diese bereits zu erkennen.
Düstere Fasnachtssujets
Es zeichnet sich eine thematisch düstere Fasnacht ab. Zu sehen ist beispielsweise eine verletzte Friedenstaube – oder US-Präsident Donald Trump, der mit der Welt spielt. Die Clique «Sans Gêne» hat das Sujet «IiberTRUMPft!»
Auf einer weiteren Laterne ist die Deutsche AFD-Chefin Alice Weidel in Uniform zu sehen. Es beginne stets harmlos, ist da in altdeutscher Schrift geschrieben, in Anlehnung an den Faschismus. Und: «Hurra, wir sind wieder da!» so ein weiterer Vers auf der Laterne der «Rhyschnoogge».
Die Justiz- und Sicherheitsdirektion hat in Bezug auf den Morgestraich eine positive Bilanz gezogen. Der Grossanlass sei ohne besondere Vorkommnisse verlaufen. Die Sanität habe sechs Einsätze gehabt.
Stimmung in den Kellern
«Morgestraich» in Bildern
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Bild 1 von 5. Egal ob Jung oder Alt, ob Gross oder Klein: Am Morgestraich haben alle Aktiven eine Kopf- oder eine Steckenlaterne. Bildquelle: SRF/Nina Gygax.
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Bild 2 von 5. Die grossen und kleinen Laternen tauchen Basel zum Fasnachtsauftakt in ein Lichtermeer. Bildquelle: Keystone/Georgios Kefalas.
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Bild 3 von 5. Gar nicht gerne gesehen sind beleuchtete Fenster. Diese zerstören die Stimmung, finden Fasnächtlerinnen und Fasnächtler. Bildquelle: SRF/Nina Gygax.
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Bild 4 von 5. An der Fasnacht in Basel treffen sich auf den Laternen Menschen aus der Weltpolitik. Bildquelle: SRF/Tobias Bossard.
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Bild 5 von 5. Der Basler Regierungspräsident Conradin Cramer und der Eurovision Song Contest werden dieses Jahr an der Fasnacht eine Rolle spielen – auf Laternen, wie auch bei den Schnitzelbänken. Bildquelle: SRF/Tobias Bossard.
Im Vorfeld der Fasnacht 2026 gab es Diskussionen rund um den Brandschutz in den Cliquenkellern. Wie sich diese nun strenger kontrollierten Regeln auf die Fasnachtsstimmung auswirken, wird am Montagabend klar.
Vor allem die Beschränkung der Anzahl Personen macht einigen Cliquen Bauchschmerzen. Sie haben sich im Vorfeld an die Behörden gewendet und um eine Umsetzung «mit Augenmass» gebeten.
Farbig, leuchtend und zuweilen bissig: die Laternen
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Bild 1 von 4. Schaurige Themen, in grellen Farben umgesetzt: Das gehört zur Basler Fasnacht. Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
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Bild 2 von 4. Die Politik der USA und deren Präsidenten beschäftigt auch die Fasnacht in Basel. Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
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Bild 3 von 4. Basels Baustellen werden dieses Jahr von vielen Cliquen als Sujet aufgenommen. Vor allem wegen des Ausbaus der Fernwärme gab es 2025 besonders viele aufgerissene Strassen. Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
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Bild 4 von 4. Weisser Block statt schwarzer Block? Manche Sujets erschliessen sich den Zusehenden vor allem im Zusammenspiel mit «Zeedel» und «Goschdym». Bildquelle: KEYSTONE/Georgios Kefalas.
Bevor es mit den Cliquenkellern und Schnitzelbänken am Abend zu weiteren Fasnachtshighlights kommt, gehen die meisten aktiven Fasnächtlerinnen und Fasnächter nach dem Morgestraich ins Bett. Am Montagnachmittag ist nämlich der Cortège angesagt.