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Frust und Trauer im Zoo Zürich Zoo Zürich schläfert Elefantenbaby nach der Geburt ein

Der Zoo Zürich hat ein Elefantenbaby einen Tag nach dessen Geburt eingeschläfert. Das Tier konnte nicht selbstständig aufstehen, obschon es das mehrmals versucht habe, teilt der Zoo mit. Das männliche Jungtier konnte seine Hinterbeine nicht ausreichend belasten und blieb am Boden liegen. Im Sinne des Tierwohls sei der kleine Elefant eingeschläfert worden.

Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass ein Elefantenbaby im Zoo Zürich stirbt. Bereits 2020 und 2023 kamen im Zoo Jungtiere zur Welt, die nicht lebensfähig waren. Und: 2020 wurde mutmasslich ein Kalb in der Herde totgetreten. Im September 2025 starb ein weiteres Jungtier nach einer Beinverletzung beim Spielen.

Sollte der Zoo Zürich seine Elefantenzucht einstellen? Zoodirektor Severin Dressen nimmt Stellung.

Severin Dressen

Direktor Zoo Zürich

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Severin Dressen, Jahrgang 1988, stammt aus Deutschland. Er hat Biologie in Berlin studiert und in Oxford promoviert. Nach Zwischenstationen als Tierpfleger und zoologischer Kurator in verschiedenen Tierparks weltweit leitet er seit 2020 den Zoo Zürich. Severin Dressen ist Vater von vier Kindern.

SRF News: Severin Dressen, konnten die Tierärzte herausfinden, weshalb das Kalb nicht aufstehen konnte?

Severin Dressen: Nein. Das Tier geht in die Pathologie des Tierspitals und wird untersucht. Es werden in den nächsten Tagen und Wochen viele Tests durchgeführt, um herauszufinden, was genau los war. Rein äusserlich gab es keine offenkundigen Dinge, die man hätte sehen können.

Das Elefantenbaby wurde eingeschläfert. Wie geht es seiner Mutter, Indi?

Wie bei allen sozialen Tieren ermöglichen wir den Artgenossen, sich vom verstorbenen Tier zu verabschieden. Das ist hier auch erfolgt. Gleichzeitig hat die Elefantenmutter gespürt, dass mit ihrem Kalb etwas nicht stimmt. Sie hat an ihm gerochen, ist dann aber zügig zu ihrem normalen Alltag zurückgekehrt.

Diese Elefanten starben im Zoo Zürich

Es ist jetzt das fünfte Mal seit 2020, dass ein Elefantenkalb im Zoo Zürich. Was bedeutet das für den Zoo?

Das ist erstmal sehr frustrierend. Denn wir haben eine enorm gute Tierhaltung, ein super Team, sowohl in der Tierpflege als auch in der Medizin. Und nichtsdestotrotz gibt es immer wieder diese Fälle. Was es noch frustrierender macht: Es gibt kein Muster.

Die Mutter hat gemerkt, dass mit ihrem Kalb etwas nicht stimmt.
Autor: Severin Dressen Direktor Zoo Zürich

Wenn es eines gäbe, könnte man die Ursache bekämpfen oder behandeln. Aber diese Fälle sind Einzelfälle. Drei Kälber von drei unterschiedlichen Müttern hatten unterschiedliche Missbildungen. Indi hat bis jetzt vier gesunde Kinder geboren – und jetzt eines mit Fehlbildungen. Zali, das Jungtier, welches letztes Jahr verstarb, hatte sich super entwickelt. Mit sechs Monaten brach es sich jedoch ein Bein, was leider auch passieren kann. Da gibt es keinen kausalen Zusammenhang.

Junges Elefantenkalb steht auf trockenem Gras nah bei einem erwachsenen Elefanten.
Legende: Zali wurde nur ein halbes Jahr alt. Keystone/Michael Buholzer

Tierschutzorganisationen haben auch schon gefordert, der Zoo soll seine Zucht einstellen. Was sagen Sie in der aktuellen Situation dazu?

Fehlbildungen gehören in der pränatalen Entwicklung dazu. Das ist Teil der Natur, dass sich nicht alle Tiere so entwickeln, wie es sein müsste. Aufgrund von solchen Vorkommnissen unsere Haltung infrage zu stellen, ist nicht sehr seriös.

Das Gespräch führte Mayra Schmidt.

SRF 4 News, 03.06.2026, 14:30 Uhr ; 

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