Der Zoo Zürich hat ein Elefantenbaby einen Tag nach dessen Geburt eingeschläfert. Das Tier konnte nicht selbstständig aufstehen, obschon es das mehrmals versucht habe, teilt der Zoo mit. Das männliche Jungtier konnte seine Hinterbeine nicht ausreichend belasten und blieb am Boden liegen. Im Sinne des Tierwohls sei der kleine Elefant eingeschläfert worden.
Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass ein Elefantenbaby im Zoo Zürich stirbt. Bereits 2020 und 2023 kamen im Zoo Jungtiere zur Welt, die nicht lebensfähig waren. Und: 2020 wurde mutmasslich ein Kalb in der Herde totgetreten. Im September 2025 starb ein weiteres Jungtier nach einer Beinverletzung beim Spielen.
Sollte der Zoo Zürich seine Elefantenzucht einstellen? Zoodirektor Severin Dressen nimmt Stellung.
SRF News: Severin Dressen, konnten die Tierärzte herausfinden, weshalb das Kalb nicht aufstehen konnte?
Severin Dressen: Nein. Das Tier geht in die Pathologie des Tierspitals und wird untersucht. Es werden in den nächsten Tagen und Wochen viele Tests durchgeführt, um herauszufinden, was genau los war. Rein äusserlich gab es keine offenkundigen Dinge, die man hätte sehen können.
Das Elefantenbaby wurde eingeschläfert. Wie geht es seiner Mutter, Indi?
Wie bei allen sozialen Tieren ermöglichen wir den Artgenossen, sich vom verstorbenen Tier zu verabschieden. Das ist hier auch erfolgt. Gleichzeitig hat die Elefantenmutter gespürt, dass mit ihrem Kalb etwas nicht stimmt. Sie hat an ihm gerochen, ist dann aber zügig zu ihrem normalen Alltag zurückgekehrt.
Diese Elefanten starben im Zoo Zürich
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Bild 1 von 8. Der Zoo Zürich beklagt den Tod eines Elefantenbabys. Mutter Indi (im Bild) hatte das Jungtier am Montag geboren. Bildquelle: Keystone/ ALESSANDRO DELLA BELLA.
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Bild 2 von 8. Das Elefantenkalb Zali verstarb letzten September mit nur fünf Monaten infolge einer schweren Verletzung und daraus resultierenden medizinischen Komplikationen. Das Jungtier hatte sich beim Spielen am Vorderbein verletzt und wurde daraufhin medizinisch untersucht. Einige Stunden nach den Eingriffen verstarb Zali an einer Darmverdrehung. Bildquelle: Keystone/Michael Buholzer.
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Bild 3 von 8. Die 49-jährige Elefantenkuh Ceyla-Himali musste 2024 eingeschläfert werden. Nach längeren gesundheitlichen Problemen konnte Ceyla-Himali nicht mehr aus eigener Kraft aufstehen. Laut Zooangaben entschied man sich aus Rücksicht auf das Tierwohl, den Elefanten zu euthanasieren. Ceyla-Himali war seit 1976 im Zoo Zürich. Bildquelle: Zoo Zürich.
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Bild 4 von 8. Das frisch geborene Baby der damals 17-jährigen Farha (im Bild) verstarb 2023 kurz nach seiner Geburt aufgrund von Lebensschwäche. Laut Zoountersuchengen waren Organe wie Herz oder Lunge nicht richtig ausgebildet. Rettungsversuche seitens der Mutter sowie des Zoos blieben fruchtlos. Bildquelle: Zoo Zürich.
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Bild 5 von 8. Der Elefant Umesh starb 2022 infolge einer Elefantenviruserkrankung. Auch intensive medizinische Behandlungen konnten den Tod nicht verhindern. Das Elephant Endotheliotropic Herpes Virus (EEHV) ist eine Krankheit, die unter Elefanten stark verbreitet ist. In schweren Fällen kann das Virus innerhalb von 24 Stunden nach der Infektion zum Tod führen. Bildquelle: Keystone/Alexandra Wey.
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Bild 6 von 8. Die achtjährige Elefantenkuh Omysha starb nur wenige Tage nach ihrem Bruder Umesh. Auch sie ist dem EEHV erlegen. Bildquelle: Zoo Zürich/Enzo Franchini.
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Bild 7 von 8. Auch die fünfjährige Elefantenkuh Ruwani ist 2022 am Elephant Endotheliotropic Herpes Virus (EEHV) verstorben. Trotz strikter Überwachung und regelmässiger Tests auf das Virus, konnte die Elefantenkuh nicht gerettet werden. Für das EEHV gibt es keine Impfung. Bildquelle: Keystone/Walter Bieri.
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Bild 8 von 8. Das frischgeborene Elefantenbaby von Mutter Farha (im Bild) starb 2020 kurz nach der Geburt an einer Kopfverletzung. Wie diese zustande kam, konnte nicht mit Sicherheit rekonstruiert werden. Laut Angaben des Zoos dürfe das Neugeborene aber in der Familiengruppe, die bei der Geburt dabei war, verletzt worden sein. Bildquelle: Zoo Zürich.
Es ist jetzt das fünfte Mal seit 2020, dass ein Elefantenkalb im Zoo Zürich gestorben ist. Was bedeutet das für den Zoo?
Das ist erstmal sehr frustrierend. Denn wir haben eine enorm gute Tierhaltung, ein super Team, sowohl in der Tierpflege als auch in der Medizin. Und nichtsdestotrotz gibt es immer wieder diese Fälle. Was es noch frustrierender macht: Es gibt kein Muster.
Die Mutter hat gemerkt, dass mit ihrem Kalb etwas nicht stimmt.
Wenn es eines gäbe, könnte man die Ursache bekämpfen oder behandeln. Aber diese Fälle sind Einzelfälle. Drei Kälber von drei unterschiedlichen Müttern hatten unterschiedliche Missbildungen. Indi hat bis jetzt vier gesunde Kinder geboren – und jetzt eines mit Fehlbildungen. Zali, das Jungtier, welches letztes Jahr verstarb, hatte sich super entwickelt. Mit sechs Monaten brach es sich jedoch ein Bein, was leider auch passieren kann. Da gibt es keinen kausalen Zusammenhang.
Tierschutzorganisationen haben auch schon gefordert, der Zoo soll seine Zucht einstellen. Was sagen Sie in der aktuellen Situation dazu?
Fehlbildungen gehören in der pränatalen Entwicklung dazu. Das ist Teil der Natur, dass sich nicht alle Tiere so entwickeln, wie es sein müsste. Aufgrund von solchen Vorkommnissen unsere Haltung infrage zu stellen, ist nicht sehr seriös.
Das Gespräch führte Mayra Schmidt.