- Das Spital Wetzikon hat beim Kanton Zürich erneut um finanzielle Hilfe angefragt.
- Zusammen mit elf Gemeinden habe das Spital ein Gesuch für eine Kantonsgarantie über 50 Millionen Franken eingereicht, wie es in einer Mitteilung heisst.
- Mit dieser Garantie sei es möglich, am Kapitalmarkt Geld aufzunehmen. Damit soll der Neubau fertiggestellt werden.
Die Zürcher Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli (SVP) erhält erneut Post aus Wetzikon: Bereits im März 2024 erhoffte sich das Spital Geld aus Zürich. Damals ging es um 180 Millionen Franken, die der Kanton einschiessen sollte – und er weigerte sich.
Jetzt ist der Antrag bescheidener: Wie die Aktionärsgemeinden sowie das Spital am Dienstag mitteilten, beläuft sich der Antrag auf 50 Millionen Franken in Form einer Staatsgarantie.
Geld für den Neubau nur mit Staatsgarantie
Mit den 50 Millionen will das Spital seinen Rohbau endlich fertigstellen. Auf dem Kapitalmarkt findet das Spital aber keine Geldgeber mehr. Die Situation auf dem Spitalfinanzierungsmarkt sei angespannt, schreiben die Aktionärsgemeinden und das Spital dazu.
Viele mögliche Kapitalgeber fänden das Projekt zwar sinnvoll und würden dieses grundsätzlich auch finanzieren – allerdings nur mit einer Staatsgarantie als Sicherheit. Im Gegenzug soll der Kanton Zürich das Spitalareal als Pfand erhalten.
Mit dieser Lösung sei kein monetärer Zuschuss vom Kanton nötig, schreiben die Aktionärsgemeinden und das Spital. Sollte der Rettungsplan nicht aufgehen, erhielte der Kanton dafür das Spitalareal inklusive der Bauten als Gegenleistung. Die Antwort der Gesundheitsdirektion steht noch aus.
Bei den Aktionärsgemeinden mehr Geld zu holen, ist gemäss den Verantwortlichen nicht möglich. Die Grenze der Finanzkraft der Gemeinden sei erreicht, schreiben sie.
Elf von zwölf Gemeinden zeigen sich bereit, einen Beitrag an die Rettung des Spitals zu leisten. Nur Bubikon sagte Nein und wird damit auch dereinst aus dem Aktionariat ausscheiden. Bubikon sollte rund 3 Millionen einschiessen.
Baustelle stillgelegt
Den ersten Antrag auf Hilfe vom Kanton lehnte die Gesundheitsdirektion ab, weil sie das Spital Wetzikon als «nicht unverzichtbar» erachtete. Seither befindet sich das Spital im finanziellen Krisenmodus und in Nachlassstundung.
Hauptauslöser für das Finanzloch ist der Neubau. Die Baustelle ist seit 2024 stillgelegt. Das Spital im Zürcher Oberland verfügt über 150 Betten und beschäftigt rund 900 Mitarbeitende. Der Betrieb läuft trotz Nachlassstundung normal weiter.