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Giftige Raupe bei Derendingen Hecken und Bäume bei A1 gefällt – wegen giftiger Raupe

Entlang der Autobahn A1 mussten Bäume und Sträucher gerodet werden. Es gebe keine andere Möglichkeit, sagt das Astra.

Wer auf der Autobahn A1 zwischen Luterbach und Härkingen durchfährt, oder gar im Stau steht, sieht sie: die kahle Fläche entlang der Leitplanken. Wo vorher Bäume und Sträucher standen, wurde gerodet. Das sei mitten in der Brutzeit eine absolute Ausnahme, heisst es beim Bundesamt für Strassen Astra. Die Rodung wurde nur wegen einer giftigen Raupe genehmigt.

Autobahn mit vorbeifahrenden Lastwagen und Blick auf bewaldete Berge.
Legende: Kahler als sonst: Die Hecken und Bäume auf dem Streckenabschnitt der A1 fehlen. Aus gutem Grund: eine giftige Raupe hatte sich hier angesiedelt. Berner Zeitung BZ/Beat Mathys

Eine solch grosse Rodung, mitten in der Brutzeit, sei sehr schwierig, sagt Thomas Lüthi, Vizepräsident von Birdlife Solothurn, gegenüber SRF: «Eine Mönchsgrasmücke oder ein Buchfink brütet genau in solchen Gehölzstreifen. Es ist klar, dass bei einer Rodung Brutvögel zu Schaden gekommen sein müssen.»

Die Rodung war bewilligt, beantragt vom Bundesamt für Strassen Astra. Es bestätigt einen Bericht der Berner Zeitung. Es sei kein leichtfertiger Entscheid, sagt Gaudenz Oetterli, Mediensprecher des Astra: «Uns ist bewusst, dass die Rodung in die Brut- und Setzzeit der Vögel fällt und verboten ist. Im Normalfall sehen wir von Rodungen ab, es war ultima ratio.»

Raupen gefährden die Gesundheit

Oetterli spricht damit auf die tausenden von Goldafterraupen an, die auf diesem Stück entlang der Autobahn A1 gefunden wurden. Sie haben sich bis ins angrenzende Industriegebiet verbreitet. Für die Angestellten dort ist das ein Problem: nur schon feinste Härchen der Raupe können Haut und Atemwege der Menschen reizen und Allergien auslösen.

Betroffen waren unter anderem das nahegelegene TCS Fahrcenter oder das Conforama-Verteilzentrum an der A1, bestätigen beide auf Anfrage.

Das macht die Goldafterraupe gefährlich

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Nahaufnahme einer flauschigen Raupe auf Sand mit Muschelschalen.
Legende: Kleines Tier, grosse Wirkung: Die Goldafter-Haare können allergische Reaktionen auslösen. imago images
  • Der Goldafter gehört zur Familie der Trägspinner.
  • Die Raupen des Goldafters besitzen Brennhaare: Raupenhaare und Puppengespinste können auf Grund ihrer Nesselwirkung Haut- und Atemreizungen auslösen.
  • Das beim Abbrechen der Brennhaare frei werdende Gift besteht überwiegend aus Proteinen wie z. B. Histamin.

(Quelle: Bayrische Landesanstalt für Wald und Forstwirschaft)

Die Rodung war mit dem Solothurner Amt für Raumplanung, dem Amt für Wald, Jagd und Fischerei und mit dem landwirtschaftlichen Zentrum Wallierhof abgesprochen. «Wir haben Videos aus dem betroffenen Industriegebiet erhalten, wo man ganze Liegenschaften und Garagentore voller Goldafterraupen sieht. Deshalb mussten wir einschreiten», sagt Gaudenz Oetterli vom Astra weiter.

Was geschieht nun mit dem kahlen Streifen entlang der A1? Der bleibt für die nächsten zwei bis drei Jahre so. Wenn die giftigen Raupen nicht mehr zurückkommen, dann wird er später einmal wieder bepflanzt.

Vorfälle in Deutschland

Der Raupenbefall im Kanton Solothurn ist kein Einzelfall. In Deutschland ist die Ferieninsel Sylt grossflächig betroffen. Sie fordert Hilfe vom zuständigen Land, hat der NDR kürzlich berichtet. Das Wissen über das Tier sei noch zu gering, sagen die Zuständigen in Sylt. Deshalb wurde hier nun ein Forschungsprojekt gestartet, in Zusammenarbeit mit der Universität Göttingen in Deutschland.

Warnschild am Grasrand mit Bäumen im Hintergrund.
Legende: Auch in Deutschland war die Raupe schon aktiv. Hier warnten Schilder Fussgängerinnen und Fussgänger vor allergischen Reaktionen. imago images

Nebst Sylt wurden auch Raupen auf Helgoland, in Sachsen oder Oberbayern gefunden. Gut möglich also, dass die Goldafterraupe auch in der Schweiz erneut grossflächig auftauchen könnte. Schliesslich ist das Tier in der Schweiz heimisch. Entlang der A1 im Kanton Solothurn jedenfalls ist sie für den Moment verschwunden – als Folge der Rodung.

Regionaljournal Aargau Solothurn, 8.6.2026, 17:30 Uhr ; 

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