«Basilia Jewellery & Watch Fair» – so heisst eine neue Messe, die das Basler Messeunternehmen MCH Group zusammen mit der internationalen Veranstalterin Informa Markets plant.
«Wir haben ein komplett neues Konzept, eine komplett neue Positionierung und eine komplett neue Konstellation», sagt Roman Imgrüth von der MCH. Man plane also etwas, was es in dieser Industrie «bisher nicht gibt».
So müssen Ausstellerinnen und Aussteller beispielsweise nicht einen eigenen Stand organisieren, sondern können als Teil eines Ganzen auftreten.
«Wir bauen eine Stadt», umschreibt Imgrüth das Konzept. Diese sei in verschiedene Quartiere geteilt: Im einen gibt es vor allem Uhren, in einem anderen Edelsteine und so weiter. «Das macht den Auftritt für die Ausstellerinnen und Aussteller billiger, als er an der ehemaligen Uhren- und Schmuckmesse Baselworld war.»
Imgrüth sieht in der neuen «Basilia Jewellery & Watch Fair» grosses Potenzial: Er rechnet mit etwa 400 Ausstellerinnen und Ausstellern bei der ersten Ausgabe.
Glamour zurück in Basel
Die neue Messe soll bereits im kommenden Jahr stattfinden; im April 2027 in der Halle 2 der Messe in Basel.
Der Auftakt ist also dann, wenn in Genf bereits eine andere Messe angesagt ist: die «Watches and Wonders». Sie fand 2020 zum ersten Mal statt. Damit versetzte sie der bereits serbelnden «Baselworld» in gewisser Weise den Todesstoss.
Uhren und Schmuck in Basel
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Bild 1 von 3. Die Messehallen wurden von den Architekten Herzog und De Meuron ausgebaut. Wichtiges Argument für den Ausbau war damals die «Baselworld». Bildquelle: KEYSTONE/Gaetan Bally.
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Bild 2 von 3. Die Messe lockte jedes Jahr mehr als 1000 Ausstellerinnen und Aussteller sowie Gäste aus der ganzen Welt nach Basel. Bildquelle: KEYSTONE/Gaetan Bally.
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Bild 3 von 3. Als die Messe «Watches and Wonders Geneva» 2020 ihre Tore öffnete, war das in gewisser Weise der Todesstoss für die «Baselworld». Bildquelle: KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi.
Nun hofft Roman Imgrüth, dass einige der Ausstellerinnen und Aussteller, die Basel damals den Rücken kehrten, zurückkommen. Dies, obwohl er betont, dass die neue «Basilia Jewellery & Watch Fair» nicht mit der alten «Baselworld» vergleichbar sei.
Eine Hoffnung, die Oliver Müller überrascht. Er berät die Branche mit seinem Unternehmen Luxe Consult. Dass die neue Messe in Basel einem bis anhin unbefriedigten Bedürfnis der Branche entspreche, glaubt er nicht: «Ich bin nicht sehr optimistisch, dass tatsächlich eine Nachfrage dafür besteht.»
Die neue Messe sei vor allem für Fachpersonen und Medien, nicht für sonstiges Publikum. Die Bedeutung der Fachhändlerinnen und -händler habe in den vergangenen Jahren aber abgenommen, so Müller. Viele Firmen würden nicht mehr so viel wie früher via Fachhandel verkaufen.
Dass das Interesse an einer neuen Messe für Schmuck und Uhren vorhanden ist, wertet Müller positiv. Es gebe aber bereits jetzt viele solcher Messen, sagt Müller. Der Berater hebt vor allem die «Watches and Wonders» in Genf hervor – also ausgerechnet die Messe, die ebenfalls im April stattfindet.
Profitieren oder konkurrenzieren?
Die überlappende Durchführungszeit ist kein Minuspunkt, glaubt Imgrüth. Gerade für Käuferinnen und Käufer sei das effizient, entgegnet Roman Imgrüth von der MCH – und macht ein Beispiel: «Der US-Käufer kann in die Schweiz kommen und an zwei Standorten alles erledigen, was er in Europa machen will.»
Müller schätzt das anders ein. «Weshalb soll ein Fachhändler dieselbe Marke in Genf und in Basel treffen?», fragt er. In Genf beobachtete er zudem, dass die Leute am Ausstellungsort blieben und nicht mal ins Stadtzentrum von Genf gingen.
Dennoch: Auch Müller blickt gespannt auf die erste Ausgabe der neuen Schmuck- und Uhrenmesse in Basel.