- Der Glarner Landrat, also das Kantonsparlament, hat an seiner ausserordentlichen Sitzung zehn Millionen Franken für das Projekt «Futuro» gesprochen.
- Der entsprechende Betrag soll an eine neu gegründete Tochtergesellschaft der Sportbahnen Elm AG gehen.
- Somit ist ein Baubeginn der neuen Beschneiungsanlage ab sofort möglich, mit dem Ziel, in der Wintersaison 2026/2027 in Betrieb gehen zu können.
Der Glarner Landrat hat einem bedingt rückzahlbaren Beitrag von zehn Millionen Franken zugestimmt. Vorgesehen ist, dass sich die Gemeinde Glarus Süd mit weiteren 2.5 Millionen Franken beteiligt. Über diese Beteiligung wird voraussichtlich im Juni entschieden.
Mit dem Entscheid folgt der Landrat einem überarbeiteten Finanzierungsmodell des Regierungsrats. Dieses war nötig geworden, nachdem das Parlament Ende Februar eine frühere Vorlage an den Regierungsrat zurückgewiesen hatte. Zwar stellte sich der Landrat nicht grundsätzlich gegen das Projekt, verlangte aber mehr Sicherheiten für die öffentliche Hand. Genau diese soll nun das neue Finanzierungsmodell bieten.
Es ist wichtig, dass der Kanton in der Hand hat, was mit der Beschneiungsanlage passiert.
Der zentrale Unterschied: Eigentümerin der neuen Beschneiungsanlagen wird die Schnee AG. Deren Aktien werden zur Absicherung der öffentlichen Gelder verpfändet – zu 80 Prozent an den Kanton und zu 20 Prozent an die Gemeinde Glarus Süd. Sollten also die Sportbahnen Elm in Konkurs gehen oder den Betrieb dauerhaft einstellen, könnte die öffentliche Hand auf die Infrastruktur zugreifen.
«Es ist wichtig, dass der Kanton in der Hand hat, was mit der Bescheinigungsanlage passiert», sagte Markus Heer, Vorstehender des Finanzdepartements. Gleichzeitig gehe er davon aus, dass der Sportbetrieb in Elm mit dieser Lösung für 20 Jahre gesichert sei.
«Riesiger Erwartungs- und Zeitdruck»
Für den Landrat war die Vorlage anspruchsvoll, nicht zuletzt wegen des kurzfristigen überarbeiteten Antrags des Regierungsrats, der erst am 6. März vorgelegt wurde. Entsprechend kritisch äusserten sich mehrere Ratsmitglieder zum Vorgehen. Die GLP-Landrätin Nadine Landolt-Rüegg sagte: «Wir müssen in Kauf nehmen, dass wir das Geschäft nicht seriös anschauen können.» Auch die Mitte-Landrätin Euphemia Elmer sprach von einem «riesigen Erwartungs- und Zeitdruck».
Gleichzeitig drängt die Zeit. Für die Sportbahnen Elm ist ein Baustart Ende März zwingend, damit die Anlage rechtzeitig auf die Wintersaison 2026/2027 in Betrieb gehen kann.
Die lange Vorgeschichte
Seit 2016 möchten die Sportbahnen Elm ihre Pisten zusätzlich beschneien. Ein erstes Vorhaben mit einem Stausee scheiterte am Widerstand des WWF. Weitere Varianten, etwas mit einem temporären Speichersee, stiessen ebenfalls auf Ablehnung. 2020 bewilligte der Landrat einen Beitrag von 8.56 Millionen Franken für das Projekt «Futuro», gekoppelt an die Beteiligung der Gemeinde Glarus Süd und die rechtskräftige Baubewilligung.
In den folgenden Jahren verzögerten sich die Baubewilligungen, die Kosten stiegen, und der Regierungsrat befand Anfang Jahr das Modell einer staatlich kontrollierten Finanzinfra-Gesellschaft als problematisch. Deshalb schlug er im Rahmen eines neuen Finanzierungsmodells vor, die Beiträge direkt an die Sportbahnen Elm AG zu bezahlen.
Der Landrat zeigte sich im Februar 2026 mit der Vorlage des Regierungsrats nicht zufrieden, da sie zu weit von der ursprünglichen Vorlage von 2018 abwich. Er prüfte die Unterlagen und beauftragte den Regierungsrat, eine neue Variante mit ausreichenden Sicherheiten für die öffentliche Hand vorzulegen.