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Globale Medienpräsenz Bürgenstock-Gespräche schüren Hoffnungen im Tourismus

Bilder der Bergkulisse gingen um die Welt – mit direktem Werbeeffekt? Tourismusexperten relativieren.

Der «Lake Lucerne Summit» am Bürgenstock zog die Augen der Welt auf sich. Von CNN bis Al Jazeera, von koreanischen bis türkischen Medien – überall wurde über die Hoffnung auf Frieden und die Situation im Nahen Osten berichtet.

Im Fokus der Bilder: der Vierwaldstättersee, das luxuriöse Hotel und die umliegenden Berge. Diese globale Medienpräsenz hat in der Luzerner Hotellerie Hoffnungen geweckt, von der Bekanntheit profitieren zu können.

Luftbild von Gebäuden am See mit Hügeln im Hintergrund.
Legende: Der Bürgenstock und sein luxuriöses Hotel – ein diplomatisches Juwel. SRF

Roman Omlin, Vorstandsmitglied des Verbands Luzern Hotels, äussert sich optimistisch: «Bei diesem Wetter, Sommer, Sonnenschein, perfekte Bilder, die um die Welt gehen. Wir freuen uns sehr über die Werbung – und wir sind sicher, dass der eine oder andere bei den nächsten Ferien an die Schweiz oder die Zentralschweiz denken wird.»

Doch wie gross ist der tatsächliche Gewinn für eine bereits bekannte Tourismusdestination wie die Zentralschweiz?

Inhalt vor «Verpackung»

Florian Eggli, Professor für Tourismus an der Hochschule Luzern, relativiert die Erwartungen an den direkten Tourismusschub. Er erkennt zwar den enormen Wert der medialen Aufmerksamkeit: «Die Medienminute, das in Werbemitteln auszudrücken, das ist Millionen wert.»

Gleichwohl sei dies keine klassische Tourismuswerbung, sondern eine Berichterstattung über ein politisches Ereignis. Weltweit interessierten sich die Zuschauer primär für das Ergebnis der Verhandlungen und die Situation im Nahen Osten. Sie interessierten sich für den Inhalt, nicht für die «Verpackung» in Form der Schweizer Landschaft.

Eggli präzisiert: «Es gibt sicher den einen oder anderen, der sich inspirieren lässt. Der das zum ersten Mal sieht. Und denkt: ‹Wow, die Region ist schön.› Aber dass deswegen jetzt Tausende in die Zentralschweiz reisen, da muss man schon auch differenzieren.» Wie viel mehr internationale Gäste die Aussicht anziehen wird – das ist also schwierig zu sagen.

Bürgenstock als Juwel der Diplomatie

Die Sicherheitsdirektorin Nidwaldens, Karin Kayser-Frutschi, hebt die einzigartige Stellung des Bürgenstocks hervor. Sie bezeichnet ihn als «Juwel», der zahlreiche internationale Gäste anzieht und sich historisch als Konferenzort etabliert hat. Diese Tradition weiterzuleben, erfülle die Region mit Stolz.

Die Hotelanlage zeichnet sich durch ihre Exklusivität, Diskretion und die einfache Absperrbarkeit aus – ideale Bedingungen für diplomatische Zusammenkünfte. Sollte sich der Bürgenstock auch in Zukunft als bevorzugter Schauplatz für internationale Gipfeltreffen etablieren, wäre die Werbewirkung nachhaltiger.

Dublin-Abkommen, Oslo-Abkommen....

Professor Eggli betont, es sei nicht das erste und auch nicht das letzte Gipfeltreffen gewesen, das auf dem Bürgenstock stattfinde. Es komme natürlich auch immer darauf an, was auf so einem Gipfeltreffen beschlossen werde.

So gebe es etwa den Maastrichter-Vertrag, das Dublin-Abkommen, das Oslo-Abkommen – solche Abkommen würden auf verschiedenen Ebenen nach dem Ort des Beschlusses benannt. «Das hilft natürlich auch, eine Destination, eine Marke langfristig mit Geschichte in Verbindung zu bringen», so Eggli.

Ob die beeindruckenden Bilder des Vierwaldstättersees und die globale Präsenz des Gipfels sich tatsächlich in steigenden Buchungszahlen niederschlagen, wird sich zeigen. Die internationale Medienbühne verlässt den Bürgenstock in den kommenden Tagen wieder.

Kanton zieht positive Bilanz

Box aufklappen Box zuklappen

Nach dem hochrangigen Treffen zwischen den USA, dem Iran und vermittelnden Staaten auf dem Bürgenstock zieht der Kanton Nidwalden eine positive Bilanz.

Das Treffen verlief unter hohen Sicherheitsauflagen planmässig. Die Sicherheit der Delegationen, der Bevölkerung und der Einsatzkräfte war jederzeit gewährleistet, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Die Einschränkungen werden nun sukzessive aufgehoben; es kann jedoch weiterhin zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Die Gesamtkosten des Sicherheitseinsatzes werden gemäss der Mitteilung noch ermittelt. Zurzeit liegen noch keine gesicherten Zahlen vor.

Schweiz aktuell, 22.6.2026, 19 Uhr ; 

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