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Gondelabsturz in Engelberg Seilbahnverband Schweiz: «Sehr sicheres Transportmittel»

Beim Absturz einer Gondel am Mittwoch in Engelberg starb eine 61-jährige Frau. Eine mögliche Absturzursache ist ein Problem mit der Klemme, die die Gondel am Seil befestigte. Diese Technik kommt schweizweit zum Einsatz. Berno Stoffel, Direktor des Branchenverbands Seilbahnen Schweiz, äussert sich dazu, wie sicher diese Bahnen sind.

Berno Stoffel

Direktor Seilbahnen Schweiz

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Berno Stoffel ist seit Oktober 2020 Direktor des Verbands Seilbahnen Schweiz. Zuvor war er Präsident der Walliser Bergbahnen.

SRF News: Wie funktioniert die Klemme, die die betroffene Gondel am Seil befestigte?

Berno Stoffel: Ich muss vorausschicken, dass aktuell noch untersucht wird, ob es tatsächlich ein Problem mit der Klemme gegeben hat. Ihr Funktionsprinzip ist das folgende: In der Station wird die Gondel beschleunigt, bis sie dasselbe Tempo hat wie das Zugseil. Dann fixiert sie eine an der Gondel montierte Klemme an diesem Seil. Der Druck, den diese Klemme dabei ausübt, wird jedes Mal gemessen. Entspricht er nicht einem normierten Wert, stellt die Bahn automatisch ab, und die Gondel kommt nicht auf das Zugseil.

Laut Untersuchungsstelle kann Bahn bald wieder öffnen

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Titlis-Seilbahn vor schneebedecktem Bergpanorama.
Legende: Eine Gondel der betroffenen Seilbahn «Titlis Xpress» Keystone/Urs Flüeler

Aktuell untersucht die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) die Ursache für den Unfall in Engelberg. Sofortmassnahmen seien keine geplant für die betroffene Bahn und ähnliche Seilbahnen in der Schweiz. Sobald die Schäden am Seil und am Mast repariert seien, könne die Titlisbahn den Betrieb wieder aufnehmen, sagt Phlippe Thürler. Er leitet bei der Sust den Bereich Bahnen und Schiffe.

Die Spuren, die die Sust nach dem Unglück am Titlis gesichert hat, deuten auf einen Zusammenstoss hin. Dieser dürfte sich zwischen der Klemme, mit der die Gondel am Seil befestigt war und der Rollenbatterie an einem Masten ereignet haben. Über diese Rollen wird das Seil geführt. Weshalb es zum Zusammenstoss kam, werde aber noch untersucht, sagt Untersuchungsleiter Phillippe Thürler.

Für die Untersuchung hat die Sust die Klemme und die Aufhängung der abgestürzten Kabine mitgenommen. Zudem hat sie Daten der Bahnsteuerung und der Windmessungsanlage sowie Videoaufzeichnungen sichergestellt. Dies gehöre zur standardisierten Spurensicherung der Sust, wenn bei einer Seilbahn ein Unfall eintritt.

Mit dem Bericht zum Unfall in Engelberg sei in den nächsten Monaten zu rechnen.

Ist dieses System zuverlässig, sofern der Druck der Klemme richtig kontrolliert wird?

Ja. Es wird in der Schweiz jeden Tag millionenfach angewandt, bei jeder Ein- und Ausfahrt einer Gondel oder eines Sessellifts. Das System ist sehr zuverlässig.

Im Skigebiet Engelberg war es am Mittwoch teilweise sehr windig. Könnte das eine Rolle gespielt haben beim Unfall?

Dazu kann ich im Moment keine Aussage machen. Das ist erst möglich, nachdem die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) den Unfallhergang untersucht hat. Sie schaut in solchen Fällen sowohl die technische Seite als auch das Verhältnis zwischen Mensch und Technik genau an.

Wurden Sie von anderen, verunsicherten Bahnbetrieben kontaktiert?

Nein, weil es sich um ein absolut bewährtes System handelt. Solange die Ursache des Unfalls nicht geklärt ist, braucht es auch keine weiteren Massnahmen.

Schwächt der Unfall das Vertrauen in die Seilbahnen?

Das Ereignis ist tragisch und wir bedauern es sehr. Im grossen Bild ist es aber sehr aussergewöhnlich. Jährlich werden 330 Millionen Personenkilometer Seilbahnen zurückgelegt. Ich bin überzeugt, dass unsere Fahrgäste das einordnen können.

Das Gespräch führte Nik Rigert.

Regionaljournal Zentralschweiz, 19.3.2026, 12:03 Uhr ; 

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