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Grösste Altlast der Schweiz Die Sanierung der Deponie Gamsenried verzögert sich erneut

Seit 15 Jahren ist bekannt: Bei der Altlasten-Deponie im Wallis treten Giftstoffe aus. Doch bei der Sanierung hapert es.

Die Deponie Gamsenried im Kanton Wallis ist die grösste und komplexeste Altlasten-Deponie der Schweiz. Über Jahrzehnte hinweg entsorgte der Pharmakonzern Lonza hier seine Abfälle. Darunter Schadstoffe wie Quecksilber, Anilin, Benzol sowie Benzidin.

Seit Längerem ist klar: Die Deponie ist undicht, Schad- und Giftstoffe fliessen zum Teil ins Grundwasser, eine Sanierung ist nötig. Deshalb soll eine Dichtwand gebaut werden und künftig die Schadstoffe zurückhalten. Geplant ist eine 1.6 Kilometer lange Wand, die 30 Meter tief in den Boden gerammt wird. Es ist der erste Schritt zur eigentlichen Sanierung von Gamsenried.

Landschaft mit Strassen, Hügeln und schneebedecktem Berg im Hintergrund.
Legende: Der Kanton Wallis rechnet damit, dass die Sanierung der Deponie zwanzig bis vierzig Jahre dauert. Keystone/Laurent Gillieron

Doch das Projekt verzögert sich ein weiteres Mal. Das zeigen Recherchen von Radio SRF. Eigentlich hätten die Arbeiten für die Dichtwand bereits letztes Jahr in Angriff genommen werden sollen. Dann verschob Lonza den Termin auf Mitte dieses Jahres und bestätigt nun eine weitere Verzögerung.

Die wichtigsten Schadstoffe in Gamsenried

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Quecksilber: bei Raumtemperatur flüssiges Schwermetall; selbst in sehr schwacher Dosierung giftig; kann unter anderem zu Nieren- und Gehirnschäden führen.

Anilin: farblose, süsslich duftende, ölige Substanz; wird in der Industrie zur Herstellung von Farben, Lacken und Medikamenten verwendet; kann zu Sauerstoffmangel führen.

Benzidin: gelblicher Feststoff, der prismenartige Kristalle bildet; hochgradig krebserregend.

Benzol: aromatischer Kohlenwasserstoff; bereits in geringen Mengen schädlich für den Menschen; kann das Erbgut schädigen.

Wie der Pharmakonzern auf Anfrage schreibt, laufen derzeit Gespräche mit verschiedenen Baufirmen. Sobald die Arbeiten definitiv vergeben seien, müssten die verschiedenen Bauphasen neu beurteilt werden: «Der effektive Starttermin hängt vom weiteren Verlauf der Verhandlungen (…) ab und kann 2026 oder 2027 erfolgen.» Die Sanierungsarbeiten verzögern sich also um mindestens ein halbes Jahr. Zu den Gründen macht Lonza keine Angaben.

SRF 4 News, 12.5.2026, 6 Uhr ; 

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