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Im Kampf gegen Isolation BAG empfiehlt Alters- und Pflegeheimen, Bewohnerräte zu gründen

Während der Corona-Pandemie litten in Pflegeheimen viele Bewohnende unter Isolation. In Bewohnerräten sollen sie künftig mitbestimmen dürfen.

Über vier Jahre sind seit dem offiziellen Ende der Corona-Pandemie verstrichen. Die Aufarbeitung dieser Zeit läuft jedoch weiter und könnte nun für bessere Bedingungen in Alters- und Pflegeheimen sorgen. Gerade für die dort lebenden Menschen war die Zeit während der Pandemie anspruchsvoll: Besuche waren verboten, Gruppenaktivitäten fanden in dieser Zeit kaum noch statt.

Bewohnerinnen und Bewohner solcher Einrichtungen litten unter den Schutzmassnahmen, weil sie dadurch von sozialen Kontakten abgeschnitten wurden – mit negativen Folgen für Körper und Geist. Um dies künftig zu verhindern, sollen sie sich neu einbringen können.

Bewohnerräte sollen sich einbringen

«Unser Vorschlag ist, dass man Bewohnerräte macht», sagte Anne Levy, Direktorin des Bundesamts für Gesundheit, bereits im vergangenen Mai zu SRF. In diesen Räten sollen Bewohnerinnen und Angehörige zusammenkommen. Komme es zu einer Pandemie, könnten diese dann mitentscheiden, wie man sich verhalte, so Levy weiter.

Die BAG-Chefin weiss, dass diese Mitsprache schwierig ist, da nicht alle Betroffenen dieselben Sicherheitsbedürfnisse haben. Auch die Frage, wie genau diese Mitbestimmung aussehen könnte, ist offen. Ob Alterszentren und Pflegeheime solche Räte einsetzen, ist ihnen überlassen. Verschiedene tun das bereits.

Forscherin: Bewohnerräte sind nur eine Möglichkeit

Diverse Forschungsprojekte analysieren derzeit, wie Wünsche, Kritik und Bedürfnisse der Menschen in Alters- und Pflegeheimen besser in den Alltag einfliessen könnten. Im Rahmen eines Projekts der Universität Basel und der Fachhochschule Nordwestschweiz untersucht das Team um Sandra Staudacher zum Beispiel, wie Entscheidungen fallen und wer mitbestimmt.

Vielleicht sollten wir uns auch andere Möglichkeiten als Bewohnerräte anschauen.
Autor: Sandra Staudacher Professorin an der Fachhochschule Nordwestschweiz

Einwohnerräte seien einerseits «eine Chance, gerade für Leute, die noch fit sind, sich ausdrücken können und sich vielleicht auch gewohnt sind, vor anderen zu sprechen», sagt Staudacher. «Aber vielleicht sollten wir uns auch andere Möglichkeiten als Bewohnerräte anschauen, um auf die einzelnen Bedürfnisse und die einzelnen Möglichkeiten der Leute eingehen zu können.»

Nicht alle können Bedürfnisse benennen

Vielen von ihnen falle es schwer, die eigenen Bedürfnisse zu benennen, weil sie sich zurücknehmen oder weil sie mit kognitiven Problemen kämpfen. Die Angestellten der Alters- und Pflegeheime spielten deshalb eine zentrale Rolle. Sie müssten das nötige Feingefühl dafür mitbringen, so Staudacher.

Weiter zeige die Forschung, dass es den nötigen Spielraum im Tagesablauf brauche. «Wenn man sich die Zeit nimmt, kann man auch verhindern, dass Leute später aggressiv werden.» Dies zeige sich insbesondere bei Bewohnenden, die an einer Demenz litten.

Man könne später viel Zeit sparen, wenn man von Anfang an versuche, die Leute wirklich mitzunehmen und zu verstehen, was sie brauchen, so Staudacher. Wer so auf Bewohnende eingehen könne, sei zufriedener mit seiner Arbeit.

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HeuteMorgen, 21.07.2026, 06:00 Uhr

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