Humane Papillomaviren, kurz HPV, sind sexuell übertragbare Viren, die bei Frauen und Männern Krebs auslösen können. Als wichtiger Schutz gilt die Impfung. Schweizweit sind rund 70 Prozent der Mädchen und 40 Prozent der Knaben gegen HPV geimpft. Die kantonalen Unterschiede seien jedoch gross, sagt Julia Schwarz, Präsidentin der HPV Alliance Schweiz.
So liege die Impfquote bei Mädchen im Kanton Schaffhausen bei über 80 Prozent, das angestrebte Impfziel von 90 Prozent sei dort fast erreicht. In Appenzell Innerrhoden hingegen liege die Quote noch unter 30 Prozent. Zwischen den Kantonen gebe es damit teils massive Unterschiede.
Unterschiedlicher Zugang zu Informationen und andere Impfangebote
Die Gründe dafür seien vielfältig, erklärt Schwarz. Eine Rolle spielten etwa der Zugang zu Informationen sowie unterschiedliche Impfangebote.
In einigen Kantonen werde die HPV-Impfung im Rahmen von Schulimpfungen angeboten, in anderen hingegen nicht.
Die Bevölkerung muss verstehen, was HPV ist, was eine Infektion bedeuten kann, dass es nicht nur Frauen trifft und wie man sich vor den schlimmen Folgen schützen kann.
Gerade deshalb seien nationale, koordinierte Massnahmen wichtig. Zudem brauche es weiterhin viel Aufklärungsarbeit. Lange Zeit sei die HPV-Impfung vor allem als Schutz vor Gebärmutterhalskrebs wahrgenommen worden und damit als Impfung für Mädchen. Erst später sei sie auch für Knaben empfohlen worden. «Die Bevölkerung muss verstehen, was HPV ist, was eine Infektion bedeuten kann, dass es nicht nur Frauen trifft und wie man sich eigentlich vor den schlimmen Folgen schützen kann.»
In der Wintersession hat der Nationalrat einem Vorstoss zugestimmt, der den Bundesrat beauftragt, national koordinierte Massnahmen im Kampf gegen HPV auszuarbeiten. Fachleute hoffen, dass dadurch die Aufklärung gestärkt und die Impfquote erhöht wird. Als Nächstes wird sich der Ständerat mit dem Vorstoss befassen.