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James Bond Club Im Dienste Ihrer Nostalgie: Fans, Fluchtwagen und 007

Seit 30 Jahren gibt es in der Schweiz den James Bond Club. Es ist der weltweit älteste aktive Fanclub seiner Art.

«Bond, James Bond» – oder «Einen Martini – geschüttelt, nicht gerührt»: Bei diesen Worten geraten die rund 330 Mitglieder des James Bond Clubs Schweiz wahrscheinlich jedes Mal aufs Neue in Verzückung. Casinos, schnelle Autos, spektakuläre Stunts – das fasziniert vor allem Männer. Aber nicht nur.

Natalie Grünig aus Schattdorf im Kanton Uri ist seit fünf Jahren im Vorstand des James Bond Clubs Schweiz und liebt alles rund um 007. Sie sei mit den Bond-Filmen aufgewachsen, erzählt sie: «Ich liebe Actionfilme. In unserem Club kommt man auch an die Stars ran.»

Stars zum Anfassen

So waren etwa die Bondgirl-Schauspielerinnen Maud Adams (unter anderem in «Octopussy») und Britt Eklund (in «Der Mann mit dem goldenen Colt») oder der Bond-Bösewicht-Darsteller Götz Otto (in «Der Morgen stirbt nie») als Stargäste zu Veranstaltungen des Fanclubs eingeladen.

Eventmanagerin Natalie Grünig und Ex-Bond-Bösewicht Götz Otto posieren vor einem Aston Martin.
Legende: Arm in Arm mit dem Bond-Bösewicht. Eventmanagerin Natalie Grünig und Ex-Bond-Bösewicht Götz Otto mit dem Bond-Mobil Aston Martin DB5. ZVG/Orison

Doch nicht nur die Stars kann man als eingefleischter Fan kennenlernen. Den Mitgliedern wird auch richtige Action geboten. Jedes Jahr organisiert Eventmanagerin Natalie Grünig einen grossen Anlass. Meistens zum Jubiläum eines James Bond-Films. Letztes Jahr zum Beispiel hätten sie die Anfangsszene von «Golden Eye» nachgestellt. Im Tessin beim Verzasca-Staudamm – dem Originalschauplatz. «Ich habe den originalen Golden-Eye-Flieger geholt und liess ihn wie in der Anfangsszene über die Staumauer fliegen», erzählt Natalie Grünig. Inklusive Bond-Stunt.

Oder im Jahr zuvor hätten sie die Verfolgungsjagd aus dem Bond-Film «Goldfinger» mit Sean Connery im legendären Aston Martin DB5 nachgestellt.

Und jetzt zum 30‑jährigen Bestehen gab es diesen Monat einen Event im Wasserschloss Wyher im luzernischen Ettiswil: mit Roulette-Tisch und Galadinner im Smoking.

Sean Connery bei Dreharbeiten guckt aus dem Fenster eines Aston Martins.
Legende: Sean Connery war der erste James Bond. Im Film «Goldfinger» raste er über den Furkapass und brachte diesen so zu Weltruhm (hier bei den Dreharbeiten). ETH‑Bibliothek Zürich Bildarchiv

Vor über sechzig Jahren kam mit «Dr. No» der erste Bond-Film in die Kinos, und seither ist der Kultstatus dieser Filmreihe ungebrochen. Mitgliederschwund kennen sie nicht, sagt Natalie Grünig. Im Gegenteil: Sie verzeichnen einen Zuwachs.

Fanclubs in ganz Europa tauschen sich aus

Der James Bond Club Schweiz ist zwar, nach eigenen Angaben, der weltweit älteste aktive Fanclub seiner Art, aber nicht der grösste. Der ist – das wundert eigentlich niemanden – im Heimatland von 007 zu finden: in England. Man kenne sich, sagt Natalie Grünig: «Wir hatten auch schon gemeinsame Events mit deutschen, französischen und englischen Clubs. Wir sind immer im Kontakt miteinander.»

James Bond wird von seinen Fans gefeiert, egal welcher Darsteller ihn in den letzten sechzig Jahren verkörperte. Doch die Zeiten sind unsicher. Die Bond-Filme werden neu vom Tech-Riesen Amazon produziert. Was dies genau bedeutet, ist bis jetzt nicht abzuschätzen.

Auch ein neuer James-Bond-Darsteller ist noch nicht gefunden. Veränderungen – damit kann Natalie Grünig umgehen. Die Filmreihe habe sich immer auch dem Zeitgeist angepasst. Aber eines sei für sie klar. Eine Frau darf 007 nicht sein: «Das passt nicht zu den Büchern von Ian Fleming. Bond muss männlich bleiben.»

Regionaljournal Zentralschweiz, 8.5.2026, 17:30 Uhr ; 

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